1
Erwischt, aus und vorbei. Das war Jacksons erster Gedanke.
Seine Knie wurden weich. Alles war vergebens gewesen. Sie hatten so viel dafür getan, um unerkannt nach Ocean City einzureisen. Sie hatten sich falsche Identitäten zugelegt, neue Chips unter die Haut am Handgelenk setzen lassen. Sie hatten mit Kontaktlinsen ihre Augenfarbe verändert. Jackson hatte seine Haare blondiert und sein Freund Crockie trug eine Perücke. Von den Socken bis zum Scheitel waren sie nicht mehr Jackson Crowler und Crockie Fleming, der Freak, sondern Lars Strømberg und Marvin, der Nerd. Crockie schlurfte nicht mehr, er ging stocksteif wie dieser Marvin, dem er die Identität geklaut hatte. Jackson hielt den Atem ständig auf halber Strecke an, damit er das viel zu enge Hemd von Lars nicht sprengte. Mit dieser Maskerade hatten sie es gerade erst geschafft, die scharfen Kontrolleure bei der Einreise nach Ocean City an der Nase herumzuführen. Und jetzt das!
Sie waren aufgeflogen, waren keine500 Meter weit gekommen. Sie standen beide am Eingang zur Subway. Ihre Freunde Lou, Scout und Matt Fuller hatten die Gefahr rechtzeitig erkannt und waren abgehauen. Aber Jackson und Crockie waren zu langsam gewesen.
Hinter ihnen hatte jemand ihre Namen gerufen. Nicht »Lars« und »Marvin«. Laut und deutlich sagte die Stimme ihre richtigen Namen: »Jackson« und »Crockie«!
Sie drehten sich beide um.
Heather Blue stand vor ihnen.
Jackson atmete auf, wusste aber gleichzeitig nicht, was er davon halten sollte.
»Was macht ihr hier?«, fragte Heather.
»Dasselbe könnten wir auch fragen«, nuschelte Crockie und kratzte sich so nervös am Kopf, dass die Perücke verrutschte. Seine mandelförmigen Augen zuckten nach links und rechts. Auch Jackson hielt möglichst unauffällig Ausschau nach Agenten der Abteilung Z. Aber da war niemand. Jackson sah noch nicht mal eins ihrer schwarzen Autos. Ein paar Passanten liefen runter zur Subway. Ansonsten war da Heather. Wie aus dem Nichts. Sie hatte sie erkannt.
»Los, los, Jungs, es ist hier zu gefährlich für euch! Folgt mir!« Heather steuerte zielstrebig auf den Abgang zur Subway zu. »Sie sind hinter euch her!«
»Was? Wo sind sie?«, hauchte Jackson.
»Drüben, andere Straßenseite, oben auf dem Dach und direkt hinter euch, einfach überall!«, murmelte Heather. Sie lief die Stufen zu den Gängen der Subway-Station hinunter. Jackson suchte Crockies Blick, aber der legte den Kopf schief und starrte nur zurück. Er wusste genauso wenig, was er von der Situation halten sollte. Auch er konnte niemand Verdächtigen entdecken, sicherheitshalber liefen sie dennoch hinter Heather her. Hatten sie ihre Fähigkeit, die Agenten der Abteilung Z zu erkennen, auf dem Festland verloren?
Heather konnten sie vertrauen. Wobei sie Jackson schon einmal gewaltig an der Nase herumgeführt hatte. Kennengelernt hatte Jackson sie als Pförtnerin seiner Schule, der feinen Clark Kellington Highschool. Ein Rädchen im Getriebe. Meistens nett, manchmal ungeduldig und nur richtig übel drauf, wenn man um ein paar Minuten mogeln wollte. Heather Blue hatte ihren langweiligen J