: Georg Kreis
: Vermessene Zeiten Meine Erinnerungen
: Zytglogge
: 9783729622500
: 1
: CHF 23.50
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: Biographien, Autobiographien
: German
: 336
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der bekannte und streitbare Historiker Georg Kreis gibt in seinen Erinnerungen Auskunft über «Erlebtes und Gemachtes». Die Kapitel seines Lebens lesen sich wie ein Abriss der Schweizer Zeitgeschichte: u.a. ?Bergier-Kommission?, ?Antirassismus-Kommission?, Europainstitut. Es geht ihm jedoch weniger darum, von ?Zeitgeschichte? zu berichten, sondern von den Begegnungen, dem Herangehen und der Auseinandersetzung mit seinem Forschungsgegenstand. Und wenn «dies dann indirekt auch über die ?Zeit? Auskunft gibt, umso besser - vielleicht sogar authentischer als in einem Epochengemälde». «Zu diesen ?Zeilen?, beziehungsweise Seiten ist es gekommen, weil ich mich von den angesammelten und aufgestauten Papieren trennen, sie ins Archiv weggeben wollte. Bei den Konsultationen der Papiere bin ich irgendwo auf eine Charakterisierung gestossen, die mich als ein wenig selbstverliebt bezeichnet hat. Ich verstehe, dass es zu diesem Eindruck kommen kann. Man kann es aber auch leicht anders formulieren: Ich nehme mich selber ernst, das heisst, es ist mir wichtig, was und wie ich es mache.» (Aus dem Vorwort von Georg Kreis)

Georg Kreis, geb. 1943 in Basel, Prof. em. für Neuere Allgemeine und Schweizer Geschichte an der Universität Basel, akademische Ausbildung in Basel, Paris und Cambridge. 1993-2011 Direktor des von ihm aufgebauten interdisziplinären Europainstituts, 1995-2011 Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, 1996-2001 Mitglied der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz - Zweiter Weltkrieg (?Bergier-Kommission?); zahlreiche Publikationen. ?Vermessene Zeiten? ist sein erstes Buch im Zytglogge Verlag.

2. Studentenleben

Mein Studium begann ich im Vergleich zu meinen Jahrgängern mit Verspätung, weil ich während meiner anfänglich katastrophalen Schulzeit zwei sogenannte Übergangsjahre einschalten und weil ich zuerst während dreier Jahre als Primarlehrer das nötige Geld für das Studium verdienen musste.

Abgesehen von einem wohl persönlichkeitsbedingten Hang zu Effizienz und zu Leistung sorgte dieser Rückstand dafür, dass in mir eine ‹Gehetztheit› aufkam, die für den Rest meines Lebens anhielt. Im Vergleich zu meinen früher gestarteten Altersgenossen schloss ich etwa gleichzeitig ab. Nach meiner Rückkehr nach Basel 1964 (nach Abschluss meiner Schierser Internatszeit) und neben meiner vollen Berufstätigkeit als Primarlehrer belegte ich sogleich einzelne Uni-Vorlesungen wie ‹Philosophie