: Sören Prescher
: Auf den Hund gekommen Der erste Fall für Mark& Felix
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962152604
: 1
: CHF 5.40
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 376
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dem Nürnberger Kriminalkommissar Mark Richter ist nicht zum Lachen zumute. Er hat einen neuen Partner mit äußerst schlechtem Ruf zugewiesen bekommen. Auf einer Hochzeit gab es einen Mord und der einzige Augenzeuge ist ein Hund, dem jemand als Partygag eine Kamera am Halsband befestigt hat. Als er denkt, es kann nicht noch kurioser werden, stellt er fest, dass kaum jemand gut auf die Tote zu sprechen war und sich sein Partner und er vor Verdächtigen mit Motiv kaum retten können.

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied des 42erAutoren e.V. und des Phantastischen Autoren Netzwerks (PAN). Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlicht er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien. Dazu sind bisher zwölf Romane aus den Bereichen Thriller und Mystery/Urban-Fantasy in zahlreichen Verlagen erschienen.

2


Kriminalkommissar Mark Richter ahnte Schlimmes. Statt der erhofften jungen Kollegin aus Erlangen war vorhin ein verlottert aussehender Mittvierziger im schlecht sitzenden Anzug im Präsidium erschienen und direkt im Büro des Chefs verschwunden.

Oh nein, bitte nicht der als neuer Partner, flehte Mark innerlich, spürte aber insgeheim, dass dies vergebliche Mühe war. Es brauchte nicht viel Spürsinn, um hier eins und eins zusammenzuzählen. Warum tat Olaf ihm so was an? Hatte er ihn irgendwie gekränkt?

Dabei hatte Mark so sehr darauf gehofft, dass es die Frau aus Erlangen werden würde. Mit ihr hatte er schon einige Male zusammengearbeitet und sie als ebenso umgängliche wie pfiffige Kollegin erlebt. Der Typ hingegen …

Frustriert lehnte er sich in seinem Schreibtischstuhl zurück und nippte an seinem Kaffee. Der längst kalt war. Passte ja. Angewidert verzog er das Gesicht und sah zu, dass er den Pott wieder abstellte.

Auf dem Flur wurden Stimmen laut, und er sah, wie der Chef mit dem Lotter-Heini das Büro verließ. Sicher würden sie direkt zu ihm kommen.

Verdammt.

Mark sprang auf. Eine Sekunde lang war er drauf und dran, zu seinem Kollegen Jan Schuster zu laufen, um ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Es waren nur wenige Meter bis zum anderen Ende des Großraumbüros. Alles war besser, als hier tatenlos auf die Katastrophe zu warten. Doch Jan griff just in diesem Augenblick nach dem Telefon und schied als Rettungsanker aus. Ansonsten hielt sich niemand im Büro auf. Besonders die gegenüber befindliche leere Hälfte des Doppelschreibtisches bereitete Mark Sorgen. Zweifellos würden der Chef und der neue Kollege genau dahin gehen, damit der Neue seine Sachen dort abladen konnte.

Mark wurde bewusst, dass er sich wie ein kleines Kind aufführte, wofür er mit Mitte dreißig eindeutig zu spät dran war. Nimm es wie ein Mann, ermahnte er sich selbst. Vielleicht ist er ja gar nicht so schlimm.

Beim Betreten des Büros wirkten Olaf und der Neuzugang wie ein eingespieltes Team. Beide hatten die vierzig lange überschritten und schienen keinen besonderen Wert auf ihr Äußeres zu legen. Während der Chef mit einer fliehenden Stirn zu kämpfen hatte, schien dem anderen das immer weiter ergrauende Haar nahezu überall herauszuwuchern. Wie passte da Mark, der als Ausgleich zu seiner Polizeiarbeit zwei-, dreimal in der Woche ins Fitnessstudio tigerte, die blonden Haare möglichst kurz trug und sehr auf Kleidung und Erscheinungsbild achtete, ins Bild? Warum bildeten die anderen zwei nicht ein neues Ermittler-Duo? Sicher wären sie das Dreamteam schlechthin.

Natürlich kamen sie direkt auf ihn zu. Was zwar zu erwarten war, sich aber dennoch wie ein Schlag in die Magengrube anfühlte. Das selbstgefällige Lächeln seines Vorgesetzten glich einem weiteren Fausthieb.

„Mark, darf ich dir deinen neuen Partner vorstellen?“

Acht Worte, die den Untergang besiegelten. Er spürte es deutlich. Lächelnd stürzte er sich ins Messer.

„Hallo, ich bin Kriminalkommissar Mark Richter.“

Er streckte dem Unbekannten die Hand entgegen, die dieser bereitwillig ergriff. Sie fühlte sich knochig und kalt an. Wenigstens nicht feucht.

„Angenehm. Kriminaloberkommissar Dominik Waldmayer.“

Oh, Scheiße, der Neue stand auch noch im Rang über ihm. Das wurde ja immer besser.<