: Martin Olden
: Kommissar Platow, Band 15: Letzter Halt Frankfurt-Süd Kriminalroman
: mainebook Verlag
: 9783947612307
: Kommissar Platow
: 1
: CHF 1.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 141
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Band 15 ist der Abschlussband der Kommissar Platow-Serie. Heroin. Die Königin der Drogen. Teenager wie Marion Reichert waren ihr hörig. Das Mädchen verschwand im Mai `78 von Frankfurts Straßen. Niemand im Kommissariat glaubte an ein Verbrechen. Außer mir. Ich verfolgte Marions Spuren und legte mich mit gewissenlosen Dealern an. Währenddessen fiel im fernen London eine Entscheidung, die mein Leben für immer veränderte ... Bereits erschienen: Band 1 'Sieben Schüsse im Stadtwald', Band 2 'Das Grab am Kapellenberg', Band 3 'Endstation Hauptwache', Band 4 'Der Westend-Würger', Band 5 'Blutnacht im Brentanopark', Band 6 'Frau Wirtins letzter Gast', Band 7 'Geiselnahme in der Goethestraße', Band 8 'Der Rächer aus der Römerstadt', Band 9 'Geschändet am Frankfurter Kreuz', Band 10 'Abrechnung in Bankfurt', Band 11 'Die Sünderin vom Schaumainkai', Band 12 'Das Phantom aus dem Palmengarten', Band 13: 'Zahltag auf der Zeil' und Band 14 'Der Kerker im Kettenhofweg'

Martin Olden ist das Pseudonym des Journalisten und Kinderbuchautors Marc Rybicki. Er wurde 1975 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie und Amerikanistik an der Goethe-Universität. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Rybicki als Filmkritiker für das Feuilleton der 'Frankfurter Neuen Presse'. Ebenso ist er als Werbe- und Hörbuchsprecher tätig. Bei mainbook erscheint auch Martin Oldens Krimi-Reihe mit Kommissar Steiner: 1. Band: 'Gekreuzigt'. 2. Band 'Der 7. Patient'. 3.Band 'Wo bist du?'. 4. Band 'Böses Netz'. 5. Band 'Mord am Mikro'. 6. Band 'Die Rückkehr des Rippers'. 7. Band 'Vergiftetes Land'. Im Jahr 2013 veröffentlichte er zudem seinen ersten Thriller 'Frankfurt Ripper'. Weitere Titel von Marc Rybicki sind die Kinderbücher 'Mach mich ganz', 'Wer hat den Wald gebaut?', 'Wo ist der Tannenbaum?' und 'Graue Pfote, Schwarze Feder'

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Pfingstmontag, 15. Mai 1978

Die Wohnung meiner Eltern in der Luxemburger Allee duftete nach Kaffee, Frankfurter Kranz und Erdbeertorte mit Schlagsahne. Auf dem festlich gedeckten Tisch stand ein Strauß Maiglöckchen. Wir feierten meinen 35. Geburtstag. Ich saß am Kopfende der Tafel und blickte dankbar in die Runde. Meine Freundin Fujiko Shimada lächelte mich an. Neben der schönen Japanerin strahlte Mutter in ihrem besten Sonntagskleid. Vater vertilgte das dritte Stück Torte. Die Sahne blieb in seinem Schnurrbart hängen, woraufhin ihn Mutter tadelte, er habe keine Tischmanieren. Mir gegenüber thronte Onkel Ernst, Bahnbeamter a.D., und tratschte mit Cousine Barbara. Dank ihres sonnigen Gemüts und einer beachtlichen Körperfülle erinnerte mich Barbara stets an die Schauspielerin Trude Herr. Gegen sie wirkte die Blondine zu ihrer Linken wie ein Strich in der Landschaft. Kommissarin Tina Förster war im Laufe des vergangenen Jahres zu einer guten Kameradin geworden, nicht zuletzt weil sie das Leben jenes Mannes verändert hatte, der den Reigen der Gratulanten komplettierte. Mike Notto. Anfang April hatte ihn eine Verrückte niedergestochen. Meinen Kumpel gesund und munter zu sehen, war mein schönstes Geschenk.

Abbas Pfote stupste gegen mein Knie.Man könnte sagen, Mikes letzter Fall ist ihm ordentlich an die Nieren gegangen.

„Nicht frech werden, junge Dame!“ Ich gab ihr einen Hundekuchen und dachte an die Not-Operation im Markus-Krankenhaus, bei der Mike eine Niere entfernt worden war. Er hatte es mit Humor genommen und gesagt: Ernähre ich mich halt von jetzt an gesund und trinke sechs Flaschen Bier pro Tag statt drei – ist gut für die Nierenspülung. Die Ärzte hatten ihm versichert, dass er trotz der Verwundung völlig normal leben und seinen Dienst wie zuvor versehen könne. Nach wochenlangem Klinik- und Kuraufenthalt freute sich Mike darauf, wieder an meiner Seite im Kommissariat zu arbeiten. Der Halb-Italiener wies mit der Kuchengabel auf mich und ließ seinem losen Mundwerk freien Lauf. „Wie fühlt man sich denn mit Fünfunddreißig, am Vorabend der Gebrechlichkeit?“

„In neun Jahren wirst du`s rausfinden“, antwortete ich.

Mike grinste Tina an. „Die Freuden des Alters werde ich mit meiner Privat-Pflegerin genießen.“

Es freute mich ungemein, dass sich die beiden versöhnt hatten. Tina war die Richtige für den Hallodri. Eine selbstbewusste Frau, die Mike mit sanfter Hand zähmen und ihm das fehlende Quäntchen Verantwortungsgefühl beibringen würde. Sie zupfte an seinem Lockenkopf. „Gestern habe ich die erste graue Strähne entdeckt.“

„Ernsthaft? Ab Morgen nehm ich Polycolor! Wer will schon aussehen wie Joe?“

Ich lachte. „Je grauer, je schlauer!“

Onkel Ernst strich über seinen dunklen Schopf. „Die Haare hat er von deiner Seite der Familie geerbt“, sagte er zu Vater.

Mein alter Herr schmunzelte. „Jeder Mann wird grau, hat er erst mal eine Frau.“

Mutter gab ihm einen Klaps. „Du hast keinen Grund, dich zu beschweren, Kurt. Und Joachim auch nicht.“

„Hast recht, Irmchen. Fujiko ist zauberhaft. Wenn ich da an die andere denke …“

„Kurt!“

„Schon gut, Mutter“, sagte ich. „Vergessen wir`s.“

Der Name meiner ehemaligen Verlobten schwebte unausgesprochen im Zimmer. Petra Helm. Mitglied der Baader-Meinhof-Bande. Verantwortlich für abscheuliche Verbrechen wie den Mord an Hanns-Martin Schleyer und die Entführung derLandshut. Meine Eltern waren an Bord der Lufthansa-Maschine durch die Hölle gegangen. Mittlerweile saß Petra in einem Londoner Gefängnis, wo ich sie regelmäßig im Auftrag des Bundeskriminalamts verhörte. Die Jagd nach den Köpfen der Roten Armee Fraktion lief auf Hochtouren. Am 11. Mai waren Brigitte Mohnhaupt, Peter-Jürgen Book, Sieglinde Hofmann und Rolf Clemens Wagner in Jugoslawien festgenommen worden. Wo hielten sich Christian Klar, Susanne Albrecht und die übrigen Terroristen auf? Inwieweit wusste Petra über Fluchtrouten un