KK: Guten Morgen zusammen. Zu den Sachen, die ihr auf dem Stuhl vorgefunden habt: Das ist das Fotoprotokoll. Ich habe alle Flipcharts, die wir gestern erarbeitet haben, fotografiert und für jeden von euch ausgedruckt. Auf der Rückseite eurer Ordner findet ihr eine aufgeklebte Dreieckslasche, da könnt ihr die Sachen verstauen. Die kleinen, laminierten Kärtchen im EC-Karten-Format sind für den Alltag als Spickzettel gedacht. Ihr findet darauf die vier Schritte. Für diese Kärtchen habt ihr auf der ersten Umschlagseite eures Ordners eine aufgeklebte Plastiktasche, in der ihr sie aufbewahren könnt. Ansonsten passen sie natürlich einfach in Hemd-, Blusen-, Handtasche, Geldbeutel.
Vielleicht habt ihr gestern schon festgestellt, dass eine Beschäftigung mit neuen Konzepten und Ideen ganz schön anstrengend sein kann. Deshalb hat sich in den Lernprozessen zum Thema „Gewaltfreie Kommunikation“ eingebürgert, dass man den Tag mit etwas startet, was Marshall Rosenberg „Remembering“ nennt. Es dient dazu, sich zu besinnen oder zurückzuerinnern an das, was wirklich wichtig ist im Leben. Das tun Menschen auf ganz unterschiedliche Art und Weise, auch wenn sie es vielleicht nicht so nennen. Manche Menschen haben eine bestimmte Disziplin in ihr Leben integriert, gehen regelmäßig joggen, machen die „Fünf Tibeter“ in der Früh. Manche sagen: „Wenn ich bestimmte Texte oder Bücher lese, bringt mich das wieder in Kontakt, dann weiß ich wieder, was wirklich wichtig ist im Leben.“ Andere Leute sagen: „Es gibt eine bestimmte Musik, wenn ich die höre, dann bringt mich das damit in Kontakt.“ Ich möchte euch heute zu diesem Zweck einen Text vorlesen. Er stammt von einer Amerikanerin, die bei einem Schamanen eine Ausbildung gemacht und wie in solchen Prozessen manchmal üblich, sich einen neuen Namen gegeben hat. Sie nennt sich jetzt „Oriah Mountain Dreamer“. Der Text heißt „Einladung“.
Einladung
Es interessiert mich nicht, wie du deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, was deinem Leben einen Sinn gibt, und ob du zu träumen wagst, um die Sehnsucht in deinem Herzen zu stillen.
Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich möchte wissen, ob du den Mut hast, wie ein Narr auszusehen, um der Liebe und deiner Träume willen, und für das Abenteuer ganz lebendig zu sein.
Es interessiert mich nicht, in welchem Tierkreiszeichen du geboren bist. Ich möchte wissen, ob du mit der Tiefe deiner Trauer in Berührung gekommen bist. Und ob die Enttäuschung des Lebens dein Herz geöffnet hat oder ob du dich aus Angst vor weiterem Schmerz zusammengezogen und verschlossen hast.
Es interessiert mich nicht, welche Pokale du gewonnen hast. Ich möchte wissen, ob du mit Schmerz umgehen kannst, mit meinem und deinem Schmerz, ohne ihn gleich zu verstecken, darüber hinweg zu gehen oder ihn zuzudecken. Und ich möchte wissen, ob du mit Freude umgehen kannst, mit meiner oder deiner Freude. Ob du dir erlauben kannst, leidenschaftlich und wild zu sein, ohne gleich zur Vorsicht und Zurückhaltung zu ermahnen.
Es interessiert mich nicht, welche Geschichte du mir erzählst und ob sie wahr ist. Ich möchte wissen, ob du dir selbst treu sein kannst, auch wenn das manchmal bedeutet, dass andere dann enttäuscht und traurig sind. Und ob du die Kraft hast, deiner inneren Stimme zu folgen, au