: Will Jordan
: Kommando Black Site Thriller
: Blanvalet
: 9783641233495
: Ryan Drake Series
: 1
: CHF 8.90
:
: Spannung
: German
: 608
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein illegales Gefängnis der CIA mitten in Deutschland, ein verzweifelter Gefangener und eine ehemalige Eliteagentin, die ihn um jeden Preis befreien will.
Der ehemalige CIA-Operator Ryan Drake ist in einer Black Site, einem illegalen Gefängnis, gefangen. Ihm ist klar, dass man ihn foltern wird. Denn sein ehemaliger Boss, der stellvertretende Direktor Marcus Cain, benötigt unbedingt Informationen über die mysteriösen Agentin Anya, mit der Ryan Drake zusammengearbeitet hat. Dabei ist Cain klar, dass er auch einfach abwarten könnte. Anya wird zu ihm kommen, um Drake zu befreien. Dann müsste er nur noch ihren Angriff überleben ...

Will Jordan lebt mit seiner Familie in Fife in der Nähe von Edinburgh. Er hat einen Universitätsabschluss als Informatiker. Wenn er nicht schreibt, klettert er gerne, boxt oder liest. Außerdem interessiert er sich sehr für Militärgeschichte.

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Fünf Tage zuvor

Die Kälte war heimtückisch.

Wie ein lebendiger, verschlagener Feind, der ständig neue Wege suchte, ihn zu überwältigen. Sie kroch in seinen Körper, durch jeden Zentimeter nackter Haut, wenn er auf dem rauen Steinboden lag oder sich an die feuchte, unebene Ziegelmauer lehnte. Zunächst langsam, kaum zu spüren, doch unerbittlich wie ein Gletscher, der sich unaufhaltsam seinen Weg durch ein Tal bahnte und dabei alles verschlang, was vor ihm lag.

Lange hatte er versucht, dagegen anzukämpfen. Er hatte seinen Körper in Bewegung gehalten, so viele Turnübungen wie möglich absolviert und den Bodenkontakt auf ein Mindestmaß reduziert. Er hatte sogar versucht, seine schmerzhafte Trauer in Wut umzuwandeln, damit er sie als Antrieb für seine Bemühungen nutzen konnte.

Eine Weile hatte er sich Fluchtphantasien hingegeben und war dabei instinktiv in die Jahre seiner Ausbildung zurückgefallen, als man ihn gelehrt hatte, wie man sich von düsteren Gedanken ablenken konnte. Stundenlang hatte er jeden Zentimeter der knapp zwei auf zweieinhalb Meter großen Zelle mit den Händen abgetastet und nach Spalten an Wänden und auf dem Fußboden gesucht, in denen sich womöglich nützliche Dinge verbargen: herabgefallene Gegenstände, die er zu Waffen oder Werkzeugen umfunktionieren könnte, schwache Stellen an den Angeln oder in dem Rahmen der massiven Holztür, die den einzigen Ausgang versperrte.

Seine Entführer waren jedoch methodisch vorgegangen und hatten alles vom Boden entfernt, was ihm hätte nützlich sein können. Sie hatten auch dafür gesorgt, dass es keinen einzigen losen Ziegelstein oder Mörtelklecks in den Wänden gab. Zuletzt hatte er sich aus Frust über seine fruchtlosen Bemühungen seiner wachsenden Wut hingegeben und so lange gegen die Tür gehämmert, bis die Haut an seinenFäusten aufplatzte, blutete und seine Kehle wund vom Schreien war.

Nutzlos.

Die ganze Zeit war die Kälte da, und sie war ein geduldiger Gegner. Sie hatte alle Zeit der Welt, um ihn zur Strecke zu bringen – und nach zwei Tagen und Nächten ohne Schlaf oder Essen war sie exakt dabei, das zu erreichen.

Ryan Drake lag in Embryonalstellung zusammengekauert auf dem Fußboden seiner fensterlosen Zelle und zitterte. Die undurchdringliche Finsternis verbarg die Schnittwunden und Blutergüsse, die seinen nackten Körper übersäten. Die eiskalte Luft um ihn herum roch nach Feuchtigkeit, Schimmel und abgestandenem Urin. Er war zu erschöpft aufzustehen. Warum hätte er das auch tun sollen? Früher oder später würde ihn das bisschen Kraft, das er noch in sich spürte, verlassen, und er würde zurück auf den Boden sacken.

Wie lange er so gelegen hatte, vermochte er nicht zu sagen. Da der Raum keine Fenster besaß, war es unmöglich, Tage und Nächte zu zählen. Außerdem verlor die Zeit ihre Bedeutung, sobald Erschöpfung und Hunger ihren Tribut einforderten. Und er durfte nicht schlafen, denn unter solchen Bedingungen würde er dabei an Unterkühlung sterben.

Zwei Tage zuvor, in Pakistan, war alles schiefgelaufen. Er hatte mit dem Leben seiner Freunde gespielt und alles auf eine letzte Karte gesetzt, um mit Marcus Cain, dem korrupten stellvertretenden Direktor derCIA