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Im Sommer vor drei Jahren …
Der Vorschlag, nach Madarao Kogen zu fahren, kam von Takaaki Murai. Sein Onkel besitze in diesem bekannten Skigebiet an der Grenze zu den Präfekturen Nagano und Niigata ein Chalet. Fukase hörte zum ersten Mal den Begriff »Chalet« im Kontext alltäglicher Gespräche, aber für Murai, dessen Vater Präfekturabgeordneter war, schien es etwas völlig Selbstverständliches zu sein.
Anfang Juli waren ausnahmsweise mal alle Teilnehmer im Seminarraum versammelt. »Klingt gut!«, rief Yasuo Tanihara und blickte, nach Zustimmung heischend, zu Asami neben ihm. Fukase spitzte zwar die Ohren, aber hielt den Blick weiterhin auf den Bildschirm seines Notebooks gerichtet.
Es wurde ihm schmerzlich bewusst, dass die Unterhaltung seine Person offenbar nicht mit einbezog. Wenn Vorschläge kamen wie: »Wollen wir uns den oder den Film im Kino anschauen?«, oder: »Wollen wir in den neu eröffneten Nudel-Imbiss gehen?«, reagierte er zwar manchmal innerlich sofort darauf, aber sobald er dann direkt angesprochen wurde, ob er sich anschließen wolle, erfand er sofort eine Ausrede wie, er habe noch etwas Dringendes zu erledigen.
Ich bin ein farbloser Luftmensch. Ich sollte besser gar nicht reagieren, selbst wenn etwas vielversprechend klingt … Denn es würde ja sowieso niemand einen wie mich einladen. Während er seinen Gedanken nachhing, tippte er vorgeblich eifrig weiter an einem sinnlosen Text.
»Was ist mit dir, Fukase?«
Jetzt sprach Tanihara ihn direkt an.
»Das ist doch eine gute Gelegenheit, wir fahren alle!«
Als er in Taniharas unbekümmert lachendes Gesicht sah, war Fukase einen Moment lang völlig baff. Tanihara besaß die Fähigkeit, auch größere Gruppen anzuführen; Gruppen, zu denen Fukase nie gehören würde. Immer gut gelaunt, eine Sportskanone, patent und beliebt. Mit »wir alle« bezog dieser Tanihara ihn nun ebenfalls ein.
»Ich weiß, der Zeitpunkt ist nicht gerade der günstigste. Nicht, dass ich euch bedrängen möchte …«
Bisher hatten nur Tanihara und Murai Jobzusagen erhalten. Tanihara, der bei dem führenden Handelsunternehmen Kujo Production eine Stelle antreten würde, schaute vermutlich bereits wehmütig auf seine Studienzeit zurück. Murai würde für ein paar Jahre bei einem Bauunternehmen, das von seinen Verwandten betrieben wurde, arbeiten, um anschließend bei seinem Vater, dem Präfekturabgeordneten, die Büroleitung zu übernehmen, und somit peu à peu in politischen Kreisen Fuß fassen.
»Asami, was ist mit dir?«
Tanihara wandte sich nun an Asami, ohne eine Antwort von Fukase abzuwarten.
»Bei mir wäre es erst nach dem ersten Staatsexamen möglich«, erwiderte Asami.
Seine erste Lehramtsprüfung war für Ende Juli angesetzt, die Ergebnisse würde er bereits vor dem Ahnenfest Mitte August erfahren, und falls er bestehen sollte, erwartete ihn das zweite Staatsexamen um den 25. August herum. Dies bestünde nur aus einem Aufsatz und dem Vorstellungsgespräch, erklärte Asami auf Taniharas Einwand, dass er für die Prüfung wohl büffeln müsse. Damit wäre also Anfang August Zeit für den Ausflug.
Er war zwar wie Fuk