: Marc Levy
: All die ungesagten Worte Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641230388
: 1
: CHF 2.70
:
: Erzählende Literatur
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Macht der Liebe und ein Funken Magie ...

Eigentlich steckt die Mittdreißigerin Julia mitten in den Vorbereitungen für ihre Hochzeit, als sie plötzlich einen Anruf erhält: Ihr Vater, zu dem sie schon lange keinen Kontakt mehr hat, ist unerwartet verstorben. Unter Julias Trauer mischt sich Ärger: Hatte Anthony nicht schon immer ein Talent dafür, im wichtigsten Moment zu verschwinden? Einen Tag vor seiner Beerdigung entdeckt sie, dass er post mortem eine Überraschung für sie in petto hat – eine Überraschung, die sie auf die ungewöhnlichste Reise ihres Lebens mitnimmt und sie nach Berlin führt, wo sie einst ihre große Liebe zurücklassen musste ...

Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagierte er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig war. Gleichzeitig studierte er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, »Solange du da bist«, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

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»Also, wie findest du mich?«

»Dreh dich, damit ich dich ansehen kann.«

»Stanley, seit einer halben Stunde musterst du mich jetzt von Kopf bis Fuß! Ich halte es nicht länger auf diesem Podest aus.«

»Also, ich würde es etwas kürzer machen, es wäre eine Schande, so schöne Beine zu verstecken!«

»Stanley!«

»Willst du meine Meinung hören oder nicht? Dreh dich noch mal, damit ich dich von vorn begutachten kann. Wusste ich’s doch! Kein Unterschied zwischen Vorder- und Rückenteil. Wenn du vorn einen Fleck machst, kannst du es einfach andersrum anziehen … Vorn, hinten, ein und dasselbe!«

»Stanley!«

»Allein die Vorstellung, ein Brautkleid im Ausverkauf zu erwerben, macht mich ganz krank. Warum nicht gleich übers Internet? Du wolltest meine Meinung hören.«

»Mit meinem Infografikergehalt kann ich mir leider nichts Besseres leisten.«

»Zeichnerin, meine Prinzessin! Großer Gott, wie ich dieses Vokabular des einundzwanzigsten Jahrhunderts verabscheue!«

»Ich arbeite am Computer, Stanley, nicht mehr mit Buntstiften.«

»Meine beste Freundin entwirft und animiert wunderbare Figuren. Ob mit Computer oder nicht – sie ist Zeichnerin und nicht Infografikerin. Du musst wirklich alles infrage stellen!«

»Also was nun, kürzer machen oder nicht?«

»Fünf Zentimeter! Dann müssen die Schultern gehoben und die Taille etwas enger genäht werden.«

»Gut, ich habe verstanden, du magst dieses Kleid nicht.«

»Das habe ich nicht gesagt!«

»Aber gedacht.«

»Vorschlag: Ich beteilige mich an den Kosten, und wir schauen bei Anna Maier vorbei. Hör ein Mal auf mich, ich flehe dich an!«

»Zehntausend Dollar für ein Kleid? Du bist völlig übergeschnappt! Das ist auch für dich viel zu teuer. Und außerdem ist es nur eine Hochzeit, Stanley.«

»Deine Hochzeit!«

»Ich weiß.« Julia seufzte.

»Mit dem Vermögen, das dein Vater besitzt, hätte er …«

»Ich habe meinen Vater zum letzten Mal gesehen, als ich an einer roten Ampel stand und er in seinem Wagen die Fifth Avenue entlanggefahren kam … vor einem halben Jahr. Ende der Diskussion!«

Schulterzuckend stieg Julia von dem Podest herab. Stanley ergriff ihre Hand und nahm sie dann in die Arme.

»Alle Kleider dieser Welt würden dir wunderbar stehen, Darling. Ich möchte nur, dass dein Outfit perfekt ist. Warum bittest du nicht deinen Zukünftigen, es dir zu schenken?«

»Weil Adams Eltern schon das Fest ausrichten und ich vermeiden möchte, dass es in seiner Familie heißt, er würde ein Aschenputtel heiraten.«

Mit leichtem Schritt durchquerte Stanl