: Terry Brooks
: Die Shannara-Chroniken: Die dunkle Gabe von Shannara 3 - Hexenzorn Roman
: Blanvalet
: 9783641241117
: Die Shannara-Chroniken: Die dunkle Gabe von Shannara
: 1
: CHF 8.90
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: Fantasy
: German
: 528
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Beste heroische Fantasy aus der Feder von New-York-Times-Bestsellerauto Terry Brooks - erstmals in deutscher Sprache!
Der Bann, der die Dämonen aus der Welt der Sterblichen fernhält, erlischt. Immer mehr Bestien haben die magische Grenze bereits durchbrochen und bringen Gewalt und Tod über die Vier Lande. Allein die junge Elfin Arling Elessedil besitzt noch die Kraft, die Barriere zu schließen, doch dann gerät sie in die Gewalt des diabolischen Premierministers der Föderation. Ihre einzige Hoffnung auf Rettung ist ihre Schwester Aphenglow, in deren Besitz sich die mächtigen Elfensteine befinden ...

Im Jahr 1977 veränderte sich das Leben des Rechtsanwalts Terry Brooks, geboren 1944 in Illinois, USA, grundlegend: Gleich der erste Roman des begeisterten Tolkien-Fans eroberte die Bestsellerlisten und hielt sich dort monatelang. Doch 'Das Schwert von Shannara' war nur der Beginn einer atemberaubenden Karriere, denn bislang sind mehr als zwanzig Bände seiner Shannara-Saga erschienen.

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Railing Ohmsford stand allein am Bug derQuickening und blickte hinauf in den Sternenhimmel. Sie waren gelandet und ankerten für die Nacht in einem Wäldchen aus Fichten und Schierlingstannen. Das Schiff schwankte kaum wahrnehmbar in der sanften Brise. Mitternacht war vorüber, und eigentlich hätte er wie die anderen schlafen sollen. Doch in diesen Tagen wollte sich der Schlaf nicht so leicht einstellen, und wenn, dann schlief er unruhig und wachte häufig voller Unbehagen wieder auf. Da blieb er lieber wach und versuchte, seine düsteren Gedanken im Griff zu behalten. Es war besser, seinen Dämonen aufrecht entgegenzutreten, gegen sie anzukämpfen und sie zurückzuschlagen.

Ganz vertreiben konnte er sie nicht, auch vermochte er sie nicht an jene Orte zu schicken, wohin sie manchmal verschwanden, wenn auch in letzter Zeit immer seltener.

Was am Ende keine Rolle spielte. Er kannte ihre Gesichter. Und er kannte ihre Namen.

Angst: dass er Grianne Ohmsford vielleicht nicht finden und zurückholen konnte, damit sie gegen den Straken-Fürsten antrat – denn womöglich war sie längst tot. Oder dass sie zwar noch lebte, sich aber nicht überzeugen ließ, ihre Zuflucht aufzugeben, da sie sich auf eine Auseinandersetzung, wie er sie vorschlug, nicht einlassen wollte. Oder vielleicht einfach, weil sie Grianne war und man niemals wusste, woran man bei ihr war.

Zweifel: ob es die richtige Entscheidung gewesen war, diese Reise ans Ende der Welt zu unternehmen, obwohl sie nur so geringe Aussichten auf Erfolg hatte. Er hätte seinen Bruder in der Verfemung suchen sollen, hätte ihm dort nachspüren und ihn allen Widrigkeiten zum Trotz herausholen sollen. Mit jeder Stunde, die verstrich, schmolz seine verbleibende Zeit dahin, und sein Bruder war allein, hatte keine Hilfe und wusste nicht einmal, ob jemals Hilfe kommen würde. Redden war auf ihn angewiesen, und für ihn musste es aussehen, als habe Railing ihn im Stich gelassen.

Schuldgefühle: dass er seine Gefährten mit dieser Unternehmung bewusst täuschte, dass er ihnen etwas vorenthielt, was sie vielleicht davon abgebracht hätte, weiter mit ihm zu reisen. Der König vom Silberfluss hatte ihn gewarnt: Nichts würde so ablaufen, wie er es sich vorstellte, und die Folgen waren zum Teil überhaupt nicht absehbar. Das Feenwesen hatte ihm gesagt, er solle stattdessen in die Verfemung gehen – den einzigen Ort, von dem Railing wusste, dass er ihn niemals würde betreten können, so groß war seine Angst allein bei der Vorstellung.

Er fühlte sich wie ein Feigling und ein Betrüger. Seine Zweifel und Schuldgefühle fraßen ihn auf, und es fiel ihm immer schwerer, sich das alles von den anderen nicht anmerken zu lassen. Er verbarg seine Gefühle und verhüllte sie mit falschen Worten und Taten, aber das nagte an ihm. Fraß ihn auf.

Er ging vom Bug nach hinten zum Heck und bewegte sich leise, damit er die Schläfer nicht störte. Manche lagen, in Decken gewickelt, auf Deck, andere schliefen unten in Hängematten. Nur zwei Fahrende hielten vorn und hinten Wache. Er sah den einen am Heck und wandte sich zur Seite, ehe er den Mann erreichte. Dann ließ er sich an der Steuerbordreling nieder