: Silvia Konnerth
: Heideblütenküsse Roman
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641226794
: 1
: CHF 4.50
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn die Heide Blüten trägt, ist es Zeit, nach Hause zurückzukehren!

Gerade hat Emma ihre Scheidung hinter sich gebracht, da hat das Leben schon eine neue Herausforderung parat: Sie soll eine Pension in der Lüneburger Heide ankaufen. Eigentlich ein Klacks für die 36-jährige Maklerin, wäre da nicht ein Haken: Das Gebäude steht in Emmas Heimatort – und gehört ausgerechnet ihrer mittlerweile verhassten Jugendliebe Mark. Widerwillig reist Emma zurück nach Hause und wird mit alten Gefühlen konfrontiert. Und dann lernt sie auch noch Pferdewirt Leo kennen, zu dem sie eine besondere Verbindung spürt. Inmitten der idyllischen Heidelandschaft muss sich Emma nun die Frage stellen, was – und vor allem wer – ihr im Leben wirklich wichtig ist.

Silvia Konnerth, geboren 1980 in Frechen bei Köln, war als Disponentin und später im Import tätig. Sie lebt mit ihrer Familie am nördlichen Rand der Lüneburger Heide und schreibt Wohlfühlromane, von denen sie bereits mehrere sehr erfolgreich als Selfpublisherin veröffentlicht hat. Nach »Heideblütenküsse« und »Heidesommerträume« ist »Heidelandliebe« ihr dritter Roman bei Blanvalet.

Kapitel 1

August 2017

Als Emma Matthies aus dem Kerpener Amtsgerichtsgebäude trat – einem rechteckigen Klotz aus roten Ziegeln, der so nüchtern und zweckmäßig wirkte, wie man sich ein Gerichtsgebäude eben vorstellte – , wehte ihr ein schwüler Lufthauch durch die brünetten Locken, der sich so gar nicht nach dem anfühlte, was sie erwartet hatte: Freiheit, Erleichterung. Als wollte sich das Wetter über sie lustig machen, blies der Wind dunkle Gewitterwolken über die Stadt, die ersten seit Beginn der Hitzewelle vor über zwei Wochen. Unschlüssig, was sie mit dem angebrochenen Tag anfangen sollte, an dem sich alles und nichts für sie geändert hatte, strich Emma über das Sommerkleid mit dem tiefen V-Ausschnitt. Beim Kauf hatte sich das sündhaft teure Teil genau richtig angefühlt, um Jan zu zeigen, was er in Zukunft verpasste. Während sie sich in der Umkleidekabine vor dem Spiegel hin- und hergedreht hatte, war der Wunsch in ihr aufgekeimt, er möge die Trennung bereuen. Sollte er doch sehen, was er nie wieder anfassen durfte – ihren Po zum Beispiel, der in diesem Kleid besonders gut zur Geltung kam. Aber für Reue hatte Jan neuerdings selten etwas übrig, sonst wäre er wohl kaum völlig unverfroren mit seiner Neuen zur Scheidung aufgekreuzt, dem letzten offiziellen Termin, den er und Emma miteinander teilten. Ein klitzekleines bisschen Wehmut war eigentlich nicht zu viel verlangt, nach allem, was sie gemeinsam durchgemacht hatten, dachte Emma.

Anscheinend doch. »Geschafft«, hörte sie Jan nämlich in diesem Augenblick hinter sich erleichtert sagen.

Um sich nichts anmerken zu lassen, zauberte sie das professionelle Lächeln auf ihr Gesicht, das in ihrem Beruf als Immobilienmaklerin über Erfolg oder Misserfolg entscheiden konnte. Immerhin hatte sie all das überstanden, was Jans Neue noch vor sich hatte. Sie war den Mann los, der irgendwo auf ihrem gemeinsamen Weg seinen Familiensinn verloren und die Lust auf andere Frauen entdeckt hatte. Ihre Nachfolgerin stöckelte geradewegs ins Unglück hinein. Als Jan undWie-war-noch-mal-ihr-Name sich zu ihr gesellten, wagte Emma zum ersten Mal, das neue Traumpaar genauer zu betrachten.

Die elf Jahre jüngere Frau lächelte verlegen, ihre Augen strahlten jene Zuversicht aus, die Emma mit fünfundzwanzig auch noch gespürt hatte. Damals, als sie, die frischgebackene Maklerin, Jan eine Wohnung im Kölner Severinsviertel vermittelt und er sie aus Dank zum Essen eingeladen hatte. In den darauffolgenden Wochen hatte er ihr Blumen geschickt, sie in teure Restaurants ausgeführt und seiner Familie vorgestellt, womit er Emma bewiesen hatte, dass er es ernst mit ihr meinte. Lediglich drei Monate hatte Jan gebraucht, um sie davon zu überzeugen, dass er der Eine war, ohne den sie nicht mehr leben mochte.

Sie räusperte sich. Der Drang, das arme Mädchen zu warnen, verflüchtigte sich und ließ ein eigentümliches Gewirr aus Mitleid, Gewissensbissen und Schadenfreude zurück.

»Bleibt nur noch eines. Meinen Wohnungsschlüssel, bitte.« Fordernd hielt sie Jan die geöffnete Hand hin.

»Wohnungsschlüssel?« Er kratzte sich verwirrt am Kinn.

»Du hast schon richtig verstanden. Ich möchte meinen Schlüssel zurückhaben«, erwiderte Emma, und mit einem Mal stieg Wut in ihr auf – ein Gefühl, das sie bisher erfolgreich verdrängt hatte. Sie atmete tief durch. »Gib mir den Schlüssel, und du bist mich für immer los.«

Jan schnippte mit Daumen und