Das junge blonde Mädchen tauchte aus dem Schatten des Hauses auf, als der Wagen am Straßenrand hielt.
Über eine halbe Stunde hatte Paula schon gewartet, aber jetzt endlich war er da!
Heißes Glück erfüllte sie, als sie auf den Wagen zulief.
»Rasmus …«, flüsterte sie.
Sie blieb stehen, sah, wie er ausstieg, winkend den Arm hob und zu ihr herüberblickte.
»Hallo, Paula!«
Er bückte sich noch einmal, griff in den Wagen hinein und schlug dann die Tür zu. Langsam ging er um den Kühler herum. Paula Freyburg stand jetzt direkt unter der Straßenlaterne. Wie zart und feenhaft schlank sie war!
Er setzte den kleinen Koffer ab, den er trug, und schloss sie in die Arme.
»Meine Paula! Süße Paula«, murmelte er. »Werden wir heute Nacht ungestört sein?«
»Ja, natürlich, Rasmus«, stammelte sie. »Endlich bist du da … So viele Wochen hast du mich warten lassen.«
Er legte den Arm um sie und führte sie aufs Haus zu.
»Es ging nicht eher! Meine Geschäftsreise ging diesmal nach Süden in die oberbayerischen Dörfer. Ich musste ein bisschen schummeln, um noch einmal nach Nürnberg zu kommen. Ich wollte dich doch unbedingt wiedersehen, Paula.«
»Noch – einmal?«, flüsterte Paula Freyburg erschrocken. »Das letzte Mal, Rasmus?«
»Kleines Schäfchen«, lachte er. Im dunklen Hausflur küsste er sie stürmisch.
Dicht aneinandergedrängt gingen sie die ausgetretenen Stufen hinauf.
Unbewusst wartete Paula, dass er ihr etwas von der beabsichtigten Scheidung erzählte. Als er vor fünf Wochen von ihr Abschied genommen hatte, war er doch fest entschlossen gewesen, von Vera, seiner Frau, die Scheidung zu verlangen.
In ihrer kleinen Wohnung angelangt, sah sich Rasmus Sellin gerührt um.
»Die Kerzen brennen, und es riecht wundervoll nach Hefegebäck!«, lobte er.
Paula nickte. »Wenn du nur so selten zu mir kommst, Liebster, musst du mir erlauben, dich ein bisschen zu verwöhnen.«
»Ich habe dir etwas mitgebracht«, bekannte er und öffnete seinen kleinen Koffer. Er entnahm ihm ein langes,