: Lily Taylor
: Millionär gesucht: Nizza
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962150617
: 1
: CHF 2.70
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 100
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Schluss mit Liebe - Millionär gesucht! Diesen Vorsatz haben die drei Freundinnen Alex, Jess und Miranda gefasst, um auch einmal auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. In Nizza hat Jess einen dicken Fisch an der Angel. Wenn nur nicht dieser gutaussehende junge Mann wäre, der ständig ihren Weg kreuzt! Wie wird ihr Herz sich entscheiden...?

Lily Taylor ist ein Pseudonym von Bettina Wagner, welche 1960 in Frankenburg in Oberösterreich geboren wurde. Sie studierte Englisch- und Publizistik an der Wiener Universität. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1993 veröffentlicht sie Bücher in verschiedenen Genres. Von Kinderbüchern, über Krimis bis hin zu Liebesromanen ist alles dabei.

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Okay, sie würde es tun.

Entschlossen stieg Jessica von ihrem alten klapprigen Hollandrad und machte es an dem Fahrradständer neben dem Pier fest. Heute würde sie es tun. Ganz bestimmt. Also, vorausgesetzt, er kam ins Café.

Aber dann würde sie es tun.

Zu ihrer Linken breitete sich der Hafen von Nizza aus, ein wogendes Meer aus weißen Jachten und Segeln, die sich gemächlich in der milden Brise blähten. Es war nicht viel los um diese Tageszeit, so kurz nach Mittag. Die meisten Jachtbesitzer hatten sich unter Deck geflüchtet, um Siesta zu halten. Erst am späteren Nachmittag würde der übliche Rummel losgehen.

Das Café, in dem sie arbeitete, befand sich am Ende des Piers, auf einer kleinen Plattform direkt über dem Hafenbecken. Von der Terrasse aus konnte man die Marina überblicken und weit hinaus aufs Mittelmeer schauen, dessen sanfte Wellen ein beständiges Glitzern und Funkeln auf der Oberfläche erzeugten, welches an einen Teppich aus geschliffenen Diamanten erinnerte.

„Du siehst gut aus! Hast du irgendetwas mit deinen Haaren gemacht?“, bemerkte ihre Kollegin Linda ein wenig spitz, als sie im Waschraum aufeinandertrafen.

Verlegen strich Jessica sich die dunkelblonde Strähne aus dem Gesicht, die ihr vor die Augen gefallen war. „Naja, ich – hab es heute mal mit einem lockeren Chignon probiert …“

„Du weißt, dass dem Boss das nicht gefallen wird. Alles streng nach hinten gekämmt oder zusammengefasst, damit wir ein einheitliches Erscheinungsbild präsentieren“, zitierte Linda aus den Arbeitsvorschriften. Dabei ließ sie selbst ständig den obersten Knopf ihrer Bluse offen, um ihren Busen zu betonen. Wenn sie von Monsieur Bertolli darauf angesprochen wurde, heuchelte sie jedes Mal grenzenloses Erstaunen und erklärte scheinheilig, da müsse sie wohl wieder ein wenig zugenommen haben …

Der Boss kann mich hoffentlich bald! Und du auch, dachte Jess bei sich. Laut erwiderte sie: „Naja, ich hab sie doch zusammengefasst …“

„Ich bin neugierig, was er sagen wird“, entgegnete Linda schnippisch und rauschte davon.

Blöde Kuh! Mit einem tiefen Seufzen schloss Jess die Augen, dann trat sie vor den Spiegel und zupfte die widerspenstige Strähne zurecht, sodass sie sich sanft um ihr Ohr schmiegte. Dagegen konnte doch wirklich nichts gesagt werden?

Rasch zog sie einen farblosen Lipgloss aus der Tasche, um ihre Lippen wenigstens ein wenig zu betonen. Gegen die schwarze Mascara, die ihre grünen Augen erstrahlen ließ, hatte ihr Chef zum Glück nichts einzuwenden. Andernfalls sollte er lieber Nonnen einstellen, dachte Jess amüsiert.

Als sie den Waschraum verließ, kam Monsieur Bertolli ihr entgegen. „Jess, Linda,vite, vite! Die Mittagstische sind noch nicht abgeräumt!“

Zum Glück war er so mit diesem unmittelbaren Problem beschäftigt, dass er keinen Blick an Jess‘ Haare verschwendete. Monsieur Bertolli stand – gan