: Diana Hamilton
: Das Feuer Andalusiens
: Cora Verlag
: 9783733759544
: Digital Edition
: 1
: CHF 2.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 130
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Eine Ehe auf dem Papier! Der Konzernbesitzer Javier Masters hat die bezaubernde Erbin Zoe Rothwell nur geheiratet, um sie vor zudringlichen Männern, die auf ihr Vermögen aus sind, zu schützen. Dass die junge Frau ihn schon lange liebt, scheint Javier nicht ...



<p>Diana Hamilton gehört zu den populären britischen Autorinnen für Liebesromane. Seit 1986 wurden über 50 Romane von ihr veröffentlicht. Bereits als Kind trainierte Diana Hamilton ihre Fantasie. Gern wäre das Stadtkind auf dem Land geboren, deshalb verwandelte sie den Baum im Garten des Nachbarn in einen Wald, aus einem Mauerloch wurde ein Hexenhäuschen. Eine Benzinpfütze stellte sie sich als Feenland mit Blumenwiesen, Bergen und Seen vor. Um die verhassten Tätigkeiten im Haushalt angenehmer zu gestalten, erfand sie Geschichten, damit die Zeit schneller verging. Ihre erfundenen Märchen von Prinzessinnen in Rosengärten erzählte sie laut, da sie fand, dass das Erzählen genauso schön war, wie das Lesen der Geschichten in Büchern. Neben der Hausarbeit hasste sie auch die Schule. Obwohl sie die Tage nur durch ihre Träume überstand, sie träumte woanders zu sein, erhielt sie einen guten Abschluss: Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, fand sich aber auf einer Kunstschule wieder. Dort begegnete sie ihrem späteren Ehemann Peter, der nach seiner Rückkehr aus dem Korea-Krieg sein Studium wieder aufnahm. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie machte einen Abschluss als Werbetexterin, erhielt einen Job und heiratete. Als sie nach Wales zogen, entdeckte Diana Hamilton ihre Vorliebe für das Bergwandern und Ponytrekking. Vier Jahre später kam die Familie auf einer Wanderung in die Grafschaft Shropshire, sie verliebten sich in die wunderschöne Landschaft. Seitdem wohnen sie dort in einem Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Haus wurde renoviert und aus einer Wildnis mit Dornenhecken und Brennnesseln entstand ein wunderschöner Garten. Mitte der 1970er Jahre schrieb Diana Hamilton erstmals die Gute-Nacht-Geschichten auf, die sie ihren Kindern erzählte. Sie dachte nie an eine Veröffentlichung ihrer Kurzgeschichten, aber sie schrieb gern. Über 30 Romane brachte sie in den nächsten zehn Jahren zu Papier, sie wurden von Robert Hale, London veröffentlicht. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin zog sie ihre Kinder groß, verschönerte den Garten und kochte für ein Gasthaus im Dorf. Durch diese Arbeiten hatte sie keine Zeit für die gehasste Hausarbeit. Ihr größter Wunsch, eine Veröffentlichung bei Mills& Boon / Harlequin wurde im Jahr 1987 erfüllt, seitdem schrieb sie mehr als 30 Romane für diesen Verlag. Endlich war Diana Hamilton als Autorin angekommen und dieses gute Gefühl wollte sie behalten: Geboren wurde Diana Hamilton in England, sie starb im Mai 2009 in ...

PROLOG

„Warum willst du denn morgen schon wieder abreisen, Javier? Wir sehen uns so selten! Dein Vater und ich sind nur noch eine Woche hier, dann brechen wir nach Almeria auf, um den Winter wie gewöhnlich an der Küste zu verbringen. Bleib doch bitte auch so lange. Was machen die paar Tage schon für einen Unterschied?“

„Es tut mir leid, Mama, aber es geht wirklich nicht.“ In Javier Masters rauchgrauen Augen lag ein Ausdruck des Bedauerns.

Isabella Maria seufzte ungeduldig. Mit ihrem noch immer tiefschwarzen Haar und den ebenmäßigen, stolzen Gesichtszügen konnte man sie trotz ihrer gut fünfzig Jahre als Schönheit bezeichnen. Kein Wunder, dass Lionel Masters sich vor dreißig Jahren Hals über Kopf in die glutäugige Spanierin verliebt hatte, obwohl er gut zwanzig Jahre älter war als sie! Stets betonte er, dass er zu jenem Zeitpunkt schon längst alle Hoffnung aufgegeben hatte, jemals die Frau finden, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte.

„Und warum geht es nicht? Ich weiß doch, wie sehr du an diesem Haus hängst!“ Gerade und ohne die Lehne zu berühren, saß Isabella Maria in dem Brokatsessel.

Knisternd fiel in dem großen Kamin ein Scheit zur Seite, und Funken sprühten. Javier stand auf, griff zum Feuerhaken und schob es wieder in die Glut. Nun, da die kalten Winde von den schneebedeckten Hügeln der Sierra Nevada den nahen Winter ankündigten, konnte man die wohlige Wärme eines offenen Feuers durchaus vertragen.

„Lass doch den Jungen zufrieden, Izzy.“ Um nicht vorwurfsvoll zu klingen, nannte Lionel seine Frau bei ihrem Kosenamen und tätschelte ihr besänftigend die Hand.

Javier lächelte versonnen. Ja, seine Mutter hatte recht, er liebte dieses Anwesen, seit er es mit sieben Jahren das erste Mal gesehen hatte. Seine Eltern hatten es ursprünglich als Feriendomizil erworben, denn es lag in dem abgelegenen andalusischen Dorf Isleta del Moro und war eine kleine Welt für sich. Als ehemalige Karawanserei war es von einer dicken Schutzmauer umgeben und nur durch ein mit Eisen bewehrtes Tor zu erreichen. Das flache Gebäude im maurischen Stil hatte einen Innenhof, in dem es im Sommer betäubend nach Rosen, Lilien und Myrte duftete.

Als er volljährig wurde, hatte er es zu seinem Hauptwohnsitz gemacht. Nachdem Lionel sich zur Ruhe gesetzt hatte, waren auch Isabella Maria und er von England nach Spanien übergesiedelt, weil das Klima ihnen besser bekam. Hatten sie bis dahin den alten Familiensitz Wakeham Lodge in Gloucestershire bewohnt, verbrachten sie jetzt den Sommer in Isleta del Moro und den Winter in ihrer Villa in Almeria.

„Ich würde nur zu gern bleiben“, versicherte Javier seiner Mutter und setzte sich im Schneidersitz auf den Teppich vor dem Kamin. „Aber ich habe ein Problem.“

„In der Firma?“, erkundigte Lionel sich scharf. Obwohl er ihm die Leitung des Baukonzerns schon vor drei Jahren übertragen hatte, interessierte er sich immer noch für das Unternehmen, das er mit seinem einstigen Partner Martin Rothwell gegründet hatte. War Lionel schon ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen, hatte Javier der Firma zum Durchbruch auf dem Weltmarkt verholfen.

„Leider nicht.“ Javier lächelte ironisch. „Ein solches Problem hätte ich längst gelöst. Es geht um Zoe Rothwell.“

„Ach so!“, sagten Lionel und Isabella Maria gleichzeitig und nickten verständnisvoll.

Verstohlen blickte Javier zur Uhr. Es blieb ihm noch eine knappe Viertelstunde, bis Solita, die Haushälterin, die Familie an den Tisch bitten würde. Am besten brachte er die Sache möglichst schnell hinter sich.

„Als ich gestern von meiner Besprechung in Madrid hierher zurückfuhr, rief mich Alice Rothwell auf dem Handy an. Sie war völlig aufgelöst und wusste sich keinen Rat mehr. Um es kurz zu machen: Sie bat mich darum, die Vormundschaft für Zoe zu übernehmen, weil sie sich damit überfordert fühlt und am Ende ihrer Kräfte ist.“

„Und wie stellt sie sich das vor?“ Isabella Maria zog die sorgfältig gezupften Brauen hoch. „Ich habe Alice schon immer für eine seltsame Frau gehalten! Gefühle sind ein Fremdwort für sie, und ihre Moralvorstellungen stammen aus dem letzten Jahrhundert. Jetzt scheint sie allerdings den Verstand verloren zu haben! Wie sollst ausgerechnet du ihrer Enkelin ein Zuhause bieten? Du bist doch gar nicht verheiratet!“

Ihr Tonfall ließ keinerlei Zweifel aufkommen, wie sehr sie diese Tatsache missbilligte, und Lionel und er zwinkerten sich heimlich zu. Er, Javier, war inzwischen achtundzwanzig, und seit drei Jahren lag ihm seine Mutter ständig in den Ohren, dass er endlich heiraten sollte. Sie sehnte sich nach Enkeln, und da er zu ihrem