: Martin Olden
: Kommissar Platow, Band 14: Der Kerker im Kettenhofweg Kriminalroman
: mainebook Verlag
: 9783947612208
: Kommissar Platow
: 1
: CHF 1.80
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 110
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vergewaltigung. Der Alptraum jeder Frau. Sally Daniels erlebte das Martyrium im Frühjahr 1978. Ihr Fall zog Kreise bis nach London, wo eine RAF-Terroristin in Haft war, die ich nur allzu gut kannte. Auf der Suche nach Sallys Peiniger bekam ich es mit einem unerwarteten Gegner zu tun - meinem besten Freund und Partner Mike Notto ... Alle Bände der Serie: Band 1 'Sieben Schüsse im Stadtwald', Band 2 'Das Grab am Kapellenberg', Band 3 'Endstation Hauptwache', Band 4 'Der Westend-Würger', Band 5 'Blutnacht im Brentanopark', Band 6 'Frau Wirtins letzter Gast', Band 7 'Geiselnahme in der Goethestraße', Band 8 'Der Rächer aus der Römerstadt', Band 9 'Geschändet am Frankfurter Kreuz', Band 10 'Abrechnung in Bankfurt', Band 11 'Die Sünderin vom Schaumainkai', Band 12 'Das Phantom aus dem Palmengarten', Band 13: 'Zahltag auf der Zeil', Band 14 'Der Kerker im Kettenhofweg' und Band 15 'Letzte Ausfahrt Frankfurt-Süd'

Martin Olden ist das Pseudonym des Journalisten und Kinderbuchautors Marc Rybicki. Er wurde 1975 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie und Amerikanistik an der Goethe-Universität. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Rybicki als Filmkritiker für das Feuilleton der 'Frankfurter Neuen Presse'. Ebenso ist er als Werbe- und Hörbuchsprecher tätig. Bei mainbook erscheint auch Martin Oldens Krimi-Reihe mit Kommissar Steiner: 1. Band: 'Gekreuzigt'. 2. Band 'Der 7. Patient'. 3.Band 'Wo bist du?'. 4. Band 'Böses Netz'. 5. Band 'Mord am Mikro'. 6. Band 'Die Rückkehr des Rippers'. 7. Band 'Vergiftetes Land'. Im Jahr 2013 veröffentlichte er zudem seinen ersten Thriller 'Frankfurt Ripper'. Weitere Titel von Marc Rybicki sind die Kinderbücher 'Mach mich ganz', 'Wer hat den Wald gebaut?', 'Wo ist der Tannenbaum?' und 'Graue Pfote, Schwarze Feder'

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Gründonnerstag, 23. März


Um die Mittagszeit glich der Frankfurter Hauptbahnhof einem Ameisenhaufen, den ungezogene Kinder durch Stockhiebe in Aufruhr versetzt hatten. Kreuz und quer wuselten Reisende über die Bahnsteige, schleppten Gepäck und schnauften mit den einfahrenden Lokomotiven um die Wette. Das Gewimmel war umso größer, da die Osterfeiertage vor der Tür standen und somit auch die Zeit für Ferien und Verwandtenbesuche. Aus dem Meer der Köpfe und Körper einen bestimmten Menschen herauszufischen, wäre selbst für die feine Nase meiner Hovawart-Hündin Abba eine Herausforderung gewesen. In der Halle herrschte Geruchs-Chaos. Parfümierte Hälse, schweißgetränkte Hemden, Leberwurstbrote und Kaffeedunst, der Rauch hastig genossener Zigaretten, süßlicher Gestank aus vollen Abfalleimern – und über allem schwebte das spezielle Aroma öffentlicher Toiletten. Zum Glück mussten wir nicht nach unserer Zielperson suchen. Verlässliche Spitzel hatten uns gezwitschert, wo sich Nikolai Gubanov am liebsten aufhielt. Der Umschlagplatz des Drogenhändlers war das Aktualitätenkino im Hauptbahnhof, kurz AKI genannt. Ich wartete mit Abba und meinem Partner Mike Notto in der Nähe des Eingangs. Wir waren als Urlauber getarnt. Koffer und Rucksäcke standen vor unseren Füßen. Alle zwei Minuten sah ich zur Uhr und dann hinüber zu einem leeren Gleis, als würde ich der Ankunft eines Zuges entgegen fiebern. „Gubanov verspätet sich. Laut unserem Informanten hätte er längst auftauchen sollen.“

„Vielleicht schlitzt die Ratte noch `nen Konkurrenten auf“, argwöhnte Mike.

Ich presste die Lippen aufeinander und nickte. Der Bulgare gehörte zu einer Gangsterbande, die den Heroinmarkt zu kontrollieren suchte. Bei dreitausend Süchtigen in Frankfurt ein lukratives Geschäft. Nach der Festnahme des SchmugglerKönigs Simon „Zappa“ Zapatka war ein Machtvakuum in der Unterwelt entstanden. Nun stritt sich die Balkanmafia mit den Familienclans der Türken und Nigerianer um die Vorherrschaft. Nikolai Gubanov hatte ein Mitglied der Yildiz-Sippe auf der Haschwiese hinter dem Stadtbad Mitte abgestochen und leichtfertigerweise einen Zeugen am Leben gelassen.

Ich wandte den Blick nach links zu der abgesperrten Baustelle des neuen S-Bahn-Tunnels, der in acht Wochen eingeweiht werden sollte. In der Nähe hatte Hauptkommissar Harry Lange seine Männer vom Rauschgiftdezernat postiert. Gubanov würde in die Falle laufen, ohne Chance zu entwischen. Ein flaues Gefühl breitete sich in meiner Magengrube aus. Genauso zuversichtlich waren wir am 27. Februar gewesen, vor der Verhaftung zweier Bankräuber. An jenem gottverfluchten Tag hatten unsere Freunde Hans Söhnlein und Uwe Fink den Tod gefunden. Daniel Brück und Jürgen Hechler waren so schwer verletzt worden, dass noch Monate bis zu ihrer Rückkehr in den Dienst vergehen konnten.

Mike versetzte mir einen Rippenstoß und machte mich auf einen kleinen Jungen aufmerksam. Mit großen Augen bestaunte der Bub die Filmplakate am AKI.Todesgrüße aus Shanghai, Im Lustgarten der wilden Mädchen undErotische Bestien. Dann wurde der Knirps von seiner Mutter am Arm gepackt und weggezogen.

Mike lachte. „Armes Kerlchen. Vertrieben aus dem Paradies.“

„Als ich in seinem Alter gewesen bin, hab ich oft im AKI gesessen. Anfang der fünfziger Jahre, nachdem das Kino eröffnet hatte. Fünfzig Pfennig Eintritt und man durfte so lange bleiben, wie man wollte. Rund um die Uhr hat`s dieWochenschau gegeben, Zeichentrickfilme und Charlie Chaplin.“

„Sonst nichts? Keine Pornos? Kein Kung Fu? Was für `ne traurige Jugend!“

„Dummes Zeug! Wir haben den Schmuddelkram nicht gebraucht, um glücklich zu sein!“

Abba bellte. Im Geiste hörte ich, wie sie mich kritisierte.Er hat nur einen Witz gemacht, Joe! Verstehst du keinen Spaß mehr?

„Halt die Klappe!“

Bist übellaunig. Woran liegt`s?

Mike riss die Umhüllung eines Raider-Ke