: Josie Kju
: Herzvibrieren
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962151997
: 1
: CHF 3.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 285
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
*Alles in mir sehnt sich nach dir.* Mona macht Ferien in Finnland. Sie will einfach nur ihre Ruhe haben und das Thema Männer ist für sie sowieso abgehakt. Das ändert sich, als der lustige Musiker Leevi in ihr Leben poltert, sie mitten in der Nacht aufweckt und ihre Tränen wegküsst. Mit ihm zusammen zu sein lässt ihr Herz vibrieren. Doch dann geht Leevi für ein Jahr nach Australien. Die Sehnsucht ist groß. Wie werden sie die Zeit ohne einander überstehen? Und kann die Liebe wirklich ganze Kontinente überwinden?

Irgendwie kommt bei allem, was Josie Kju schreibt, eine Liebesgeschichte heraus. Sie selbst ist ebenfalls über alle Maßen romantisch und verträumt, allerdings auch ziemlich verrückt und chaotisch. Alle spontanen Ideen, Szenen, oder Satzteile, die sie meist in den unmöglichsten Situationen überfallen, und die sie auf keinen Fall vergessen darf, werden sofort auf fliegenden Zetteln festgehalten. Und genauso unorganisiert schreibt sie auch. Meist zuerst den Anfang und das Ende einer Geschichte, dann füllt sie nach und nach den Mittelteil. Inspirationen zu ihren Geschichten findet Josie überall. Sie liebt es, draußen in der Natur zu sein. Auf ihren Frischluftrunden bleibt sie gerne an wilden Blumenwiesen stehen, um Schmetterlinge und Hummeln, ihre Lieblingstiere, zu beobachten oder sie radelt zu einem nahegelegenen Fluss. Die schönste Entspannung ist für sie: eine halbe Stunde auf ihrem winzigen Balkon in der Abendsonne zu sitzen und die Gedanken schweifen lassen. Josie Kju will unerkannt bleiben. Vielleicht, weil sie im wahren Leben ganz anders ist, oder doch genau so? Wer weiß das schon?

Kapitel 2


Und wenn man ganz unverschämt viel Glück hat,
bekommt man eine zweite Chance.

Ein paar Tage lang passierte nichts Aufregendes. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich wirklich frei, aber irgendwie auch einsam.

Ich schlief ewig lange aus und vertrödelte dann die Tage. Natürlich hatte ich einiges an Lesestoff mitgebracht, ebenso meine Fotoausrüstung, einen Aquarellblock, ein paar Pinsel und Farben. Oft spazierte ich stundenlang um den See herum, weil ich gerne das Ferienhaus, mit dem See im Vordergrund, malen wollte.

Zuerst machte ich etliche Bilder von verschiedenen Standpunkten aus, um mir dann das schönste aussuchen zu können, aber schon der Versuch, eine grobe Skizze auf das Papier zu bringen, scheiterte. Kein Wunder, ich hatte seit mindestens elf Jahren nicht mehr gemalt. Zuerst hatte der neue Job bei DORA meine ganze Aufmerksamkeit und Energie gefordert und in den letzten Jahren dann meine kranken Eltern. Das war eine besonders anstrengende Zeit gewesen, die mich viel Kraft und Nerven gekostet hatte. Noch dazu das Haus, der große Garten, das alles erledigte sich nicht von selbst. Ja, ich war einfach aus der Übung, aber ich versuchte es immer und immer wieder und sah mir auch noch einmal alle Fotos an, die ich gemacht hatte. Auf dem einen Bild fiel mir jetzt erst ein weiteres Haus auf. Das musste Leevis Sommerhaus sein. Es war naturbelassen und viel größer als mein Ferienhaus, auch mit einem eigenen kleinen Steg zum See, an dem ein Boot festgemacht war. Aber ich wollte ja nur mein kleines rotes Ferienhäuschen auf dem Bild haben.

Also zog ich noch einmal los und nahm nicht nur meine Kamera, sondern auch meinen Block mit. Als ich die richtige Stelle mit einer guten Perspektive gefunden hatte, setzte ich mich auf einen umgestürzten Baum, zückte Bleistift und Block und versuchte erst einmal das Größenverhältnis von See, Ferienhaus und Bäumen richtig wiederzugeben. Ich zeichnete mir nur ein paar Anhaltspunkte auf das grobe Aquarellpapier. Es sollten auch später keine Details zu erkennen sein, ich würde alles nur mit ein bisschen Farbe andeuten. Ja, allmählich konnte ich mir das Endergebnis genau vorstellen. Und zwei kleine gelbe Punkte über dem See würde ich hinzufügen, sie sollten zwei Zitronenfalter erahnen lassen.

Ich eilte zurück zu meinem Ferienhaus, holte Farbkasten, zwei Gläser mit Wasser und Pinsel heraus und machte mich gleich ans Werk. Eigentlich musste man das ganze Blatt anfeuchten und aufspannen, aber das konnte ich hier nicht machen, also würde es eben so gehen müssen. Zuerst füllte ich die große Seefläche mit einem Hauch von Blau und Grün aus und setzte schnell zwei winzig gelbe Punkte, damit die Farbe verlaufen konnte, bevor das Papier zu trocken wurde. Das Häuschen schattierte ich in Rot, den Steg in Braun. Ich war noch unsicher, wie ich die Bäume im Hintergrund darstellen sollte, und würde erst einmal abwarten, aber was mir jetzt schon am besten an dem Bild gefiel, waren die zwei kleinen gelben Schatten über dem See. Leevi hatte nicht durchblicken lassen, ob er mir die Geschichte von den flüsternden Schmetterlingen abgenommen hatte oder nicht.

Nach einem weiteren verbummelten Tag fing ich wirklich an mich zu langweilen, was ich als gutes Zeichen für die einsetzende Erholung deutete. Im Schuppen fand ich ein Fahrrad. Ich pumpte die Reifen auf und radelte damit in das kleine Örtchen, um einige Lebensmit