: Carolin Schairer
: Marie anderswie
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419544
: 1
: CHF 15.30
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mal ist sie scheu und zickig, dann wieder fällt sie mit der Tür ins Haus. Diese Marie ist seltsam und nicht die Frau, mit der die Studentin Sarah Rosenberg freiwillig ganze Tage verbringt. Anfangs ist Sarah daher nur ungern bereit, Marie Felder, die neue Mitarbeiterin, durch Wien zu führen. Doch bald erfasst sie eine rätselhafte Zuneigung zu der verschlossenen Biologin und Sarah begegnet einer klugen jungen Frau, die mit ihrem Autismus leben und lieben muss ... Sensibel verknüpft Carolin Schairer die Erkundung einer sozialen Behinderung mit dem erotischen Coming-out einer jungen Erwachsenen.

Die Diplom-Journalistin arbeitete unter anderem in der Medienbeobachtung, der Markt- und Meinungsforschung und in der PR eines Großunternehmens. Sie lebt in Wien. Seit dem Jahr 2008 erscheinen ihre Romane und Krimis kontinuierlich im Ulrike Helmer Verlag, darunter 'Ellen', 'Die Spitzenkandidatin', zuletzt 'Küsse mit Zukunft' (Herbst 2017) und 'Fluss mit zwei Brücken' (Frühjahr 2018).

Sie war erleichtert gewesen, eine wirklich gute Ausrede zu haben, um Mario für Samstagabend abzusagen. Er war enttäuscht gewesen und hatte sie so lange beschwatzt, bis sie eingewilligt hatte, sich dafür am Sonntag mit ihm zu treffen. Sie hatten vereinbart, am Vormittag noch einmal zu telefonieren, um – je nach Wetterlage – zu besprechen, was sie am Nachmittag unternehmen wollten.

Sie sah diesem Treffen mit gemischten Gefühlen entgegen, weil sie die Vorahnung hatte, dass sie sich dadurch nur wieder ein Problem mehr aufhalsen würde. Was sollte sie tun mit einem Mann, der Feuer gefangen hatte, während er sie absolut kalt ließ?

Neben diesem Problem gab es jedoch ein viel größeres, und das trug zu blonden, offenen Locken an diesem Tag sogar ein tailliertes, langes Sommerkleid in einer passablen Farbe. Olivgrün. Marie Felder war der dritte Gast, der eingetroffen war, wie immer pünktlich bis auf die Minute. Sie begrüßte Adam Rosenberg steif, aber freundlich, und Sarah, die direkt neben ihm stand, ebenso. Es war, als ob sie sich nie zuvor gesehen hätten.

Während ihr Vater Marie und einen Kollegen, der unmittelbar nach ihr eingetroffen war,