: Severin Groebner
: Lexikon der Nichtigkeiten
: Satyr Verlag
: 9783947106165
: 1
: CHF 8.00
:
: Comic, Cartoon, Humor, Satire
: German
: 160
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Severin Groebner hat sich Gedanken gemacht. Über die Welt. Sich selbst. Und die Menschen. Auch die, die er nicht so gerne mag. Dieses Buch vereint die besten Glossen und Satiren des bekannten deutschösterreichischen Kabarettisten zu einem Alphabet des modernen Irrsinns. In Zeiten, wo die Orientierungslosen in Gruppen durch die Straßen marschieren und 'Oléoléoléolé' schreien, will Groebner helfen. Mit einem Buch für die Sinn- und Unsinnsuchenden. Das 'Lexikon der Nichtigkeiten' ist ein klassisches Rundumschlagwerk für alle, die schon immer wissen wollten, was Familie mit Körperflüssigkeiten zu tun hat, warum der Rentner als solcher eine Massenvernichtungswaffe ist oder warum die Wahrheit ansteckender ist als das Ebola-Virus. Von A wie 'Architektur', über C wie 'Cyberwar' und T wie 'Tatortkommissare' bis hin zu Z wie 'Zukunftsprognosen': Hier bekommt keiner sein Fett weg, dafür jeder eins auf die Zwölf. Also auch der Autor. Schließlich ist der auch ein Mensch und somit ein ... ach, schlagen Sie einfach selbst nach. Unter M.

Severin Groebner wurde 1969 in Wien geboren und lebt in Frankfurt/Main. Seit 1995 als Kabarettist tätig mit über 100 Gastspielen pro Jahr in Deutschland und Österreich, der Schweiz und Südtirol. Regelmäßige TVAuftritte bei 'Schlachthof' und 'Vereinsheim' (BR) oder 'Was gibt es Neues?' (ORF). Zahlreiche Auszeichnungen: u. a. 'Deutscher Kabarettpreis', 'Deutscher Kleinkunstpreis', 'Salzburger Stier', 'Österreichischer Kabarettpreis'. Seit 2012 schreibt er eine wöchentliche Kolumne in der 'Wiener Zeitung'. Zudem liefert er regelmäßige Satirebeiträge für Radio Österreich 1, Bayern 2, HR 1, WDR 5 sowie die taz. Daneben immer wieder Lesungen ('Festival der Komik', Frankfurt; 'Unter Sternen', Freiburg u. a.). Er ist Mitglied der 'Lesebühne Ihres Vertrauens' in Frankfurt (zusammen mit Tilman Birr und Elis) und der 'Letzten Wiener Lesebühne' (zusammen mit Stefanie Sargnagel und Hosea Ratschiller). 2011 erschien sein erstes Buch 'Servus Piefke' (Südwest Verlag).

Abendland, das


Das Abendland ist ein Verungnügungspark. Es ist ein Mega-Giga-Jahrmarkt für alle Generationen, ähnlich wieDisneyland oderLegoland. Nur mit dem Unterschied, dass man dieses Freizeitparadies nicht besucht, um fröhlicher zu werden. Im Gegenteil. Im Depripark Abendland herrscht immer extrem schlechte Stimmung. Aussagen wie »Alles super im Abendland!«, »Uns geht es prima hier im Abendland!«, »Abendland Yippiieyeah!« oder auch nur »Abendland – der Morgen danach« sind im Abendland unbekannt. Nein, dieses Endzeitparadies (Werbeslogan: »Abendland – ein Scheißgefühl für die ganze Familie«) ist immer bedroht. Es machen sich paranoide Verstimmungen breit. Vielleicht wegen des abnehmenden Lichts. Es herrscht ein ständiges Halbdunkel, sodass man nichts mehr richtig erkennen kann. Deswegen lässt sich das Abendland auch so schlecht beschreiben. Es gibt ja auch kaum Vergleichbares. »Nachmittagsgegend« kennt man nicht, auch keine »Mittagsorte« oder »Nachtplätzchen«. Einzig das Gegenstück zum Abendland kann man benennen: »Morgenluft«. Aber das hilft auch nicht wirklich weiter. Die kann wieder nur gewittert werden.

Wenn aber im Abendland Morgenluft gewittert wird, dann muss es gleich wieder gerettet werden. Denn es ist etwas sehr Fragiles. Die Attraktionen sind alle schon in die Jahre gekommen. Der Rost frisst sich durch Kruppstahl. Der Autoscooter läuft mit Diesel, der →Populist bietet hier seine Tickets feil, und aus den Lautsprechern wird in knatterndem Sound regelmäßig vorm »Untergang des Abendlandes« gewarnt. Es herrscht eine »Jetzt oder nie«-Stimmung.

Kommt aber mal der TÜV oder das Technische Hilfswerk und möchte sich ein klares Bild vom Zustand des Abendlands machen, lässt man sie nicht rein. Praktische Hilfe will man nicht. Die Betreiber bestehen darauf, alles selbst zu machen, nach dem Handbuch »Früher«. DEM Standardwerk aus der Ratgeberreihe »Die Welt für Dummies«.

Man sieht, in diesem spätnachmittäglichen Gebilde ist einiges schwieriger als anderswo. Vielleicht erklärt sich seine Eigenartigkeit aber auch durch das Publikum, das das Abendland anzieht. Hauptsächlich →Rentner durchstreifen die Gassen voller geschlossener Pommesbuden und Geisterbahnen mit den angeblich »schaurigsten Asylanten der Welt«. Die paar Jungen, die sich hierher verirren, rennen alle ins Spiegelkabinett »Identity«, betrachten sich selbst aus allen Winkeln und glauben deshalb, den Durchblick zu haben.

Die einzige wirkliche Attraktion des Abendlandes ist