: Ross Montgomery
: Die Tornadojäger
: Carl Hanser Verlag München
: 9783446261204
: 1
: CHF 10.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Tornado-Alarm im Städtchen Barrow, dem Heimatort von Owen und seinen vier Freunden, den unerschrockenen Tornadojägern! Barrow ist anders als andere Orte. Immerzu droht die Gefahr eines Tornados, und die Erwachsenen sind in heller Aufregung. Der 11-jährige Owen muss ständig einen Helm tragen, weil seine Eltern solche Angst um ihn haben. Er darf nicht auf Bäume klettern und soll immer pünktlich zu Hause sein. Owen macht da nicht mehr mit. Zusammen mit vier Freunden will er dem Beispiel seiner Großeltern folgen, die berühmte Tornadojäger waren. Sie wollen dem Sturm ins Auge sehen, allen erwachsenen Ängsten und Kontrollzwängen zum Trotz. Denn ein Leben ohne Abenteuer ist doch kein Leben, oder?

Ross Montgomery hat schon als Teenager Geschichten geschrieben. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Schweinebauer und als Postbote, bis er beschloss, Grundschullehrer zu werden. Sein erstes Buch, Alex, Martha und die Reise ins Verbotene Land (2015) wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Im Herbst 2018 folgte das Kinderbuch Die Tornadojäger. Montgomery lebt in London.

1 Wie es begann


Mein Name ist Owen Underwood.

Ich bin seit heute 11 Jahre alt.

Und das ist der schlimmste Geburtstag meines Lebens.

Das war der letzte Satz, den ich in mein Tagebuch schrieb, bevor die Sache losging.

Um ganz ehrlich zu sein, war es dereinzige Satz, den ich in mein Tagebuch schrieb. Die anderen Seiten ließ ich frei, und so blieben sie auch, bis die Polizei Wochen später mein Zimmer durchsuchte und mit roter Tinte das WortBEWEISSTÜCK vorne auf mein Tagebuch stempelte. Ich wäre auch gar nicht dazu gekommen, noch mehr hineinzuschreiben, weil an diesem Abend so viel passierte.

Ich lag unter meinem Bett, eingezäunt von Maschendraht und mehreren Dutzend Sandsäcken. Diese Vorkehrungen waren aus verschiedenen Gründen getroffen worden: weil der Tornado das Dach vom Haus reißen oder einen Felsbrocken durch die Wand katapultieren konnte. Oder weil es möglich war, dass ein heißhungriger Bär durch die Fensterläden brechen und versuchen würde, ins Zimmer zu klettern. Deshalb hatten meine Eltern mir auch eine Dose Bärenabwehrspray in die Hand gedrückt. Noch hatte ich es nicht benutzt, und darüber war ich eigentlich ganz froh, denn auf der Dose stand, dass man blind werden könnte, wenn man es in die Augen bekam.

Sie fragen sich jetzt vielleicht, warum ich eine Dose Bärenabwehrspray bei mir hatte oder warum mein Bett mit Maschendrahtzaun und Sandsäcken gesichert war. Vermutlich leben Sie nicht in einem Dorf wie Barrow. Seien Sie froh! Als mir meine Eltern ein paar Wochen zuvor erzählt hatten, dass wir wegen der Tornadowarnung nach Barrow umziehen würden, war ich ziemlich verwirrt. In Skirting hatte sich nie jemand groß Gedanken gemacht wegen der Stürme. Schließlich hatte es seit über zehn Jahren im Tälerbezirk keinen Tornado mehr gegeben. Unser Umzug bedeutete, dass ich meine Schule und all meine Freunde verlassen musste, u