Zweites Kapitel: Hokuspokus
Es war ein Morgen mit einer steifen Brise, belebend und erheiternd trotz der Wolkenballen, die der Westwind über den Himmel trieb. Es würde gelegentliche Schauer geben, vielleicht mit Schnee vermischt, aber die Strahlen der Sonne, die dann und wann die feuchten Mauern und den nassen Asphalt zum Schimmern brachten, waren Vorboten des Frühlings.
Wie schön.
Schwerfällig ächzend kroch der Ringbahnzug aus dem Untergrund und nahm mühsam die Kurve, die ihn hinauf auf das stählerne Viadukt der Station am Rödingsmarkt führte. Das Quietschen, Knirschen und Kreischen der eisernen Räder in der engen Biegung klang in den Ohren der Frau, die der Bahn erwartungsvoll entgegensah, so fröhlich wie das Scherzo aus dem Forellenquintett von Schubert.
Das weiß ich sehr wohl, denn ich habe sie mit diesem Musikstück bekannt gemacht.
Ja, sie war selig. Und ja, es hatte mit dem neuen Klavierlehrer zu tun. Was für ein feiner Mann er doch war, so reif und edel mit seinen grauen Schläfen und der zurückgekämmten Künstlermähne. Seine blauen Augen leuchteten, wenn er über Schubert oder Mozart sprach, über Brahms oder Beethoven. Von den ersten beiden sprach er geradezu verzückt und entrückt, von den Letzteren mit Ehrfurcht, und immer wenn er Beethoven erwähnte, furchte sich sein