: Paul Finch
: Im Schatten des Syndikats Thriller
: Piper Verlag
: 9783492991605
: Lucy-Clayburn-Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 544
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Zunächst sieht es nach ganz gewöhnlichen Raubüberfällen und Morden aus, die Manchester in Atem halten. Doch schon bald findet die junge Polizistin Lucy Clayburn heraus, dass die Mordopfer allesamt Dreck am Stecken haben. Jemand hat es auf die Drahtzieher von Manchesters Unterwelt abgesehen - und auf Lucys Vater, den Chef des gefährlichsten Syndikats der Stadt. Schon bald sieht sich Lucy nicht nur mit dem schwierigsten Fall ihrer Karriere konfrontiert, sondern auch mit der Entscheidung, ob sie zu den Guten oder zu den Bösen gehören will.

Paul Finch hat als Polizist und Journalist gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Neben zahlreichen Drehbüchern und Kurzgeschichten veröffentlichte er auch Horrorromane und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem British Fantasy Award und dem International Horror Guild Award. Er veröffentlichte bereits mehrere sehr erfolgreiche Thriller um den Ermittler Mark »Heck« Heckenburg. Seine neue Serie, in der Lucy Clayburn ermittelt, eroberte England im Sturm. Paul Finch lebt mit seiner Familie in Lancashire, England.

Kapitel 1


Wenn man eine Kneipentour mit den Kumpels erfolgreich beenden will – wenn man es also schaffen will, sich wirklich injedem Pub auf der geplanten Route einen Drink zu genehmigen –, gibt es vor allem ein Problem: Die Gruppe, mit der man losgezogen ist, löst sich unvermeidlich auf, bevor man im letzten Pub angekommen ist.

Klar, die Zechtour startet in der gewohnten Hochstimmung mit lautem Gejohle und gegenseitigem Schulterklopfen, während die aufgedrehte Horde krakeelend in die ersten Pubs einfällt. Doch im Laufe des Abends, wenn der Geräuschpegel steigt und der goldene Nektar in Strömen die gierigen Kehlen hinunterfließt, werden die Köpfe zusehends benebelter, und nach und nach steigt einer nach dem anderen aus, wenn die Gruppe weiterzieht, um die nächste Kneipe anzusteuern. Meistens bleiben Trinkkumpane zurück, weil sie ihr Pint noch nicht ganz geleert oder ein Mädel getroffen haben, das sie kennen, oder weil sie schlicht und einfach den Überblick verloren haben und nicht mehr wissen, welcher Pub als Nächstes auf dem Programm steht. Oder sie verschwinden auf diese geheimnisvolle, bei Zechtouren auf der ganzen Welt anzutreffende Weise schlicht und einfach vom Erdboden – zumindest für den Rest der Nacht, bis sie dann am nächsten Morgen, vom Regen durchnässt und mit brummendem Schädel, in einem Garten, auf einer Parkbank oder zusammengesackt in einem Ladeneingang wiederauftauchen.

Aber wie auch immer, am Ende der Nacht sind normalerweise nur noch die harten Zecher übrig, jene kleine Truppe eingeschworener Getreuer, die immer alles bis zum Ende durchziehen.

Doch obwohl seine Kumpel auf dem Campus als trinkfeste Zecher bekannt waren, fand Keith Redmond sich in dieser Nacht im letzten Pub merkwürdigerweise ganz alleine wieder.

Der Pub hießThe Brasshouse, befand sich an der Broad Street und galt in der Gegend als eine beliebte Abfüllstation. Doch an diesem späten Abend betrat Keith dasThe Brasshouse bereits in einem ziemlich benebelten Zustand. Mindestens zwölf Pints Lager schwappten in ihm hin und her, und als er es halbwegs schaffte, die Gesichter der vier oder fünf anwesenden Gäste in Augenschein zu nehmen, erinnerte ihn keines auch nur im Entferntesten an eines seiner Kumpel aus dem Rugby-Club. In seinem Zustand hatte er Mühe zu erfassen, was rund um ihn herum vorging. Doch als er zur Theke torkelte und seinen letzten Zehner aus der Hosentasche seiner Jeans pulte, hatte er die vage Ahnung, dass der Rest seiner Truppe zu gegebener Zeit zu ihm aufschließen würde. Entweder das, oder sie hatten wahr gemacht, was sie irgendwann im Laufe des Abends angekündigt hatten, nämlich nicht bis zum bitteren Ende dabeizubleiben, sondern, da erst Mittwoch war, früh nach Hause zu gehen.

Keith hatte keine Ahnung, wo sie abgeblieben waren.

Als er alleine an der Theke stand und die letzten Zecher, die mitten in der Woche trotz der späten Stunde noch unterwegs waren, dem Wirt zunickten und einer nach dem anderen verschwanden, ärgerte er sich, dass die anderen ihn im Stich gelassen hatten. Doch während er halbherzig sein letztes Pint des Abends herunterkippte, kam er z