: Herwig Wolfram
: Das Römerreich und seine Germanen Eine Erzählung von Herkunft und Ankunft
: Böhlau Verlag
: 9783412504472
: 1
: CHF 40.70
:
: Mittelalter
: German
: 475
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Wer waren die Germanen? Was war die Völkerwanderung? Was ist die europäische Kontinuität. Die Geschichte des Römerreichs und seiner Germanen beendete die Völkerwanderung. Der römische Staat gab das Gewaltmonopol auf. Die Steuereinhebung wurde privatisiert. Das allgemeine justinianische Kaiserrecht galt zwar im byzantinischen Rom und Ravenna, aber nicht mehr im langobardischen Pavia und Mailand, noch weniger an Rhein und Donau und auf den britischen Inseln. Die Städte schrumpften, die Provinzialisierung nahm zu. Herwig Wolfram beschreibt in diesem Buch die Entstehung, die Dauer und die Wirkungsgeschichte der germanischen Königreiche, die das Erbe Roms antraten. Die Geschichte dieser Herrschaftsbildungen, ihr vermeintlicher Glanz und ihr tragischer Untergang, den bloß das Frankenreich vermeiden konnte, erregen bis heute unser Interesse. Der Autor führt in Herkunft und Mythen, Leben und Wirken der Germanen ein, porträtiert ihre Stämme und erzählt die Geschichte der »Völkerwanderung'. Eine grundlegende und kenntnisreiche Darstellung der Welt der Germanen, die zu einem tieferen Verständnis dieser Welt beiträgt.

Herwig Wolfram, geb. 1934, em. o. Professor der Geschichte des Mittelalters und der Historischen Hilfswissenschaften, Universität Wien, Direktor a. D. des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und korrespondierendes Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, Träger des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst.
Cover1
Title Page4
Copyright5
Table of Contents8
Body12
Vorwort12
I. Die Sprache der Erzählung16
1. Wie schreibt man heute ein Germanenbuch und warum immer noch eins ?16
2. Begriffe, Worte und Wörter32
Ethnogenese (Volkwerdung)32
Ethnische Identität36
Stamm oder Gens38
Tradition und Traditionskern40
Vor-ethnographische Daten, ethnographische Fakten, etymologisch­euhemeristische Methode44
Primordiale Tat46
Narrativ oder Meisterzählung46
Die Moral aus der Geschichte47
3. Völkerwanderung oder Origo gentis. Die Erzählung von Herkunft und Ankunft47
Origo gentis52
II. Die Namen der Erzählung61
1. Götter und Göttinnen61
2. Der Held71
3. Der König74
Germanische Königsnamen75
Die Römer und das Königtum77
Das Volkskönigtum78
Sakralkönigtum oder sakrale Aufgaben des Königs?80
Zwischenbilanz88
Das Heerkönigtum89
Die drei Potenzen : Nobilitas/Adel, Virtus/Tüchtigkeit und Fortuna/Felicitas/ Glück93
Schlussfolgerung99
4. Frühe Könige und königgleiche Fürsten jenseits der Reichsgrenzen100
Ariovist und die römische Titelverleihung rex Germanorum (vor 70–58/54 v. Chr.)100
Warum rebellierte Arminius gegen Rom?102
Schlussfolgerung108
Marbod (gest. um 36 n. Chr.)109
Die Quaden und das Regnum Vannianum114
C. Iulius Civilis (um 69 n. Chr.)116
5. Grundzüge der spätrömischen Reichsorganisation und des Gesellschaftssystems117
Die Reichsorganisation117
Das Gesellschaftssystem123
6. Die Goten und das Christentum127
Der Streit um die Rechtgläubigkeit128
Erste Bekehrung der Goten und die Bibelübersetzung Bischof Wulfilas129
7. Der Kaiser und die Könige auf römischem Boden135
Verfassungstheorie und Verfassungswirklichkeit135
Die Imperialisierung der Gentes144
Die wirtschaftlichen Grundlagen der römisch-barbarischen Königreiche146
Die Organisation der barbarisch-römischen Reiche150
III. Die Erzählung157
1. Das Reich erfindet seine Germanen157
Ein Reich wird in Frage gestellt157
Die Germanen159
2. Das Reich und die neuen Großvölker von den Markomannenkriegen bis zum Ende des 3. Jahrhunderts166
Das Erbe166
Eine falsche Theorie168
Eine veraltete Verteidigungsdoktrin wird korrigiert171
Franken, Alemannen, Goten : Die neuen Völker der ersten Linie172
Sachsen, Vandalen und Burgunder : Die neuen Völker der zweiten Linie176
Barbarische Landnahme in den Grenzprovinzen des Reiches179
Ein Zwischenergebnis185
3. Germanen als Diener und Gegner des Reiches im 4. Jahrhundert187
Germanische Gemeinwesen am Rande des Reichs187
Am Rhein189
An der Donau193
4. Der Einbruch der Hunnen und die Wanderung der Goten durch das Reich199
Adrianopel, 9. August 378204
Die Gotenverträge von 380/82 und die Folgen207
Stilicho und Alarich208
5. Die hunnische Alternative221
Die Anfänge in Europa221
Das vorattilanische Hunnenreich an der mittleren Donau225
Attila (435/44–453)226
Römische Gesandte am Hofe Attilas (448/49)229
Die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451)235
Attilas Tod238
Untergang und Ende238
Die hunnisch-gotische Symbiose240
Die »letzten« Hunnen243
6. Das Tolosanische Reich (418–507) : Pionierleistung und gescheiterte Staatlichkeit244
Von Rom nach Toulouse244
Theoderid (418–451) und Thorismund (451–453)246
Theoderich (453–466)248
Eurich (466–484) und Alarich II. (484–507)252
Pionierleistung und gescheiterte Staatlichkeit255
7. Ein vandalischer Sonderweg ? (406–534)258
Ein belastetes Thema258
Der Vandalensturm am Beginn des 5. Jahrhunderts259
Vandalen, Alanen und Sueben in Spanien (409–429)261
Geiserich (428–477)263
Hunerich, Gunthamund, Thrasamund und Hilderich. Die legitimen Nachfolger Geiserichs (477–530)274
Gelimer (530–534) und das Ende des Vandalenreiches277