„Morgen komme ich wieder zur Schule“, brüllt Moppie ins Telefon.
Es ist Sonntagabend.
Ich liege mit meiner pinkfarbenenPERÜCKE auf dem Kopf im Bett und war eigentlich schon fast eingeschlafen.
*SCHNARCH*
, sage ich ein wenig schlapp.(Nicht, weil ich mich nicht freue, sondern weil ich so müde bin!) Moppie ist meine und immer extrem lange wach.
Dafür verpennt sie meistens die eher langweiligen Unterrichtsstunden(zum Beispiel Mathe, Deutsch und Englisch).
In der vorletzten Woche war Moppie bei mir daheim im Treppenhausgestürzt und hatte ein paar Tage lang ein Gesicht, das aussah, als ob mindestens Tennisbälle darauf liegen geblieben wären.
„Jetzt sehe ichsuper aus“, erklärt sie mir. „Wie geschminkt.“
„Das ist toll“, sage ich noch einmal und gähne -haft.
„Menno, Pia, du freust dich ja gar nicht!“, wirft Moppie mir vor.
„Doch, tue ich“, versichere ich ihr. „Ich hab dichwahnsinnig vermisst.“
Das stimmt zwar nur halb, weil die letzte Woche die bisher speziellste in meinemganzen Leben war und ich gar keine Zeit hatte, irgendjemanden zu vermissen.
Im Gegenteil!
Es passte sogar gut, dass Moppie wegen ihres zerbeulten Gesichts aus dem Verkehr gezogen war. Blöderweise kann sie nämlich keine Geheimnisse für sich behalten.
Und ich habe einTOTALFETTES
:
In das Haus, das schräg gegenüber von unserem liegt, ist vor Kurzem eine Familie neu eingezogen. Der Mann schleicht mit hochgestelltem Mantelkragen umher und scheint so etwas wie einSpion*PSSST* zu sein.(Genau weiß ich das aber noch nicht. Vielleicht ist er auch ein ganz normalerAGENT,ein Privatdetektiv oder einfach bloß ein bisschen .) Seine Frau betreibt einen Pralinenladen, den man von außen allerdings gar nicht erkennen kann, weil weder ein Schaufenster noch einegläserne Eingangstür existiert, sondern nur ein Schild:
Ehrlich gesagt, habe ich nicht die geringste Ahnung, ob es Frau Trüffel und ihren Laden tatsächlich gibt oder ob er möglicherweise nur eineTarnung fürWAS AUCH IMMER ist.
Richtig kennengelernt habe ich bisher nur Penny, die soll ich sagen? Penny ist nicht nur und überhaupt ziemlichspeziell, sondern inzwischen ebenfalls meine beste Freundin. Was Moppie übrigens noch nicht weiß, denn
wird sie vermutlich rasend eifersüchtig sein.
verwandelt Penny sich unter gewissen Umständen in einPony(nämlich immer, wenn sie ein Wiehern hört, und grundsätzlich jeden Monat für eine Woche, und zwar vom 15. bis zum 22.).
tens darf Moppie nie-NIE-NIEMALS erfahren, weil sie es garantiert!!!ÜBERALL herumposaunt. In dem Fall müssten die Trüffels wieder einmal umziehen und zumX-ten Mal woanders ganz von vorne anfangen.
Das wäre nicht nur für Penny und ihre Eltern, sondern würde auch mir ganz sicher das brechen.
, brüllt Moppie in mein Ohr.„Bist du noch dran?“
„Klar“, sage ich.
„Und wieso sagst du dann nix?“, brüllt sie. „Tu ich doch. Ich habe gerade vor einer Sekunde erst etwas gesagt. Allerdings bin ich furchtbar müde und würde jetzt gerne schlafen.“
, kreischt Moppie.
Ihre Stimme schlägt einen -fachen Salto in meinem Ohr und hinterlässt ein Klingeln in meinem Kopf.
Mit einem Schlag bin ich hellwach. „Und warum nicht?“
„Weil ichAngst habe“, jammert Moppie, und dann fängt sie auch noch an zu weinen.*SCHLUCHZ* „Mami und Papi sind in der Oper. Und die ist erst um halb 11 zu Ende.“
Ich werfe einen Blick auf meinen Wecker.
*SCHMEISS*
Kack… äh,Kabeljausalat! Es ist ja noch nicht einmal 9 Uhr!!! Die arme Moppie muss also noch über zwei StundenALLEINE in der Wohnung sein. Und um 10 Uhr ist es schon fast dunkel draußen.
Kein Wunder, dass sie sich fürchtet!
„Du hast wenigstens dein “, schnieft sie.
Hä? „Was für ein Plüschpony?“ „Das von deiner Oma Trudi!“ „Ähm … ja … stimmt!“, rufe ich.
VerdammteHacke(Spaten, Schaufel, Rechen, Besen, Laubbläser, Rasenmäher …), das Plüschpony! Wie konnte ich das bloß vergessen?!
Moppie und meine Mama haben Penny nämlich schon einmal gesehen, und zwar, als sie in Gestalt einesPonys in meinem Zimmer stand.
Da ist mir natürlich gar nichts anderes übrig geblieben, als diesesGeburtstagsgeschenk von Oma Trudi zu erfinden.
*LÜG-UND-SCHWINDEL*
„Moppie!“, versuche ich sie zu trösten. „Du hast doch deine Schildkröte Caruso!“
„Aber die istTOTALunkuschelig“, schluchzt meine Freundin. „Außerdem darf sie nicht mit in mein Bett.“
Moppies Mama ist leider ziemlichetepetete.
Garantiert findet sie lebendige Schildkröten(Hamster, Bernhardiner, Goldfische*SCHWIMM-UND-PLÄTSCHER*und so weiter) zwischen den Kopfkissenunhygienisch. *SEUFZ*
„Dann klapp die Augen zu“, schlage ich vor. „Vergiss, dass es draußen bald dunkel wird, und denk an wasSchönes.“
„Oh ja, das mache ich!“, ruft Moppie begeistert. „Und ich weiß auch schon, an was!“
Im Hintergrund höre ich ihr Bett knarren. Anstatt sich hinzulegen und die Augen zu schließen, hüpft sie wahrscheinlich gerade wie eineIRRE auf ihrer Matratze herum.*HOPS-HOPS-HOPS*
„Und an was?“, frage ich.
, kiekst Moppie.
„Keine Ahnung“, gähne ich.
„Falsch!“, kreischt sie übermütig.
„An einen eigenen Friseursalon?“, rate ich also weiter.
„Falsch!“
„An Schokopudding?“
„Falsch!“, quiekt Moppie. „Wieso kommst du da bloß nicht drauf?“, johlt sie und ihr Bett knarrt immer lauter.
„Och, Moppie“, stöhne ich, „verrat es mir … BITTE!“
„ Mal musst du noch!“, kreischt meine Freundin vor Vergnügen.
Na gut! Ähm …???
„Ich hab’s!“, rufe ich. „An die Ferien!“
, gackert Moppie los.
Ihr Bett knarrt jetzt so bedrohlich, dass ich mir langsam wünsche, meine Eltern würden mal kurz hereinschauen und sich erkundigen, was hier los ist.
Und mir das Telefon wegnehmen und so weiter … Aber Papa hat heute Handballtraining und Mama ist seit gestern in einen russischenArzt namens Doktor Schiwago verliebt. Sie hat ihn in einemURalten Kitschroman kennengelernt und lümmelt sich seitdem mit ihm bei uns auf dem Sofa herum.
(Den Roman hat Papa ihr vormittags auf dem Flohmarkt gekauft. Selber schuld!)
„Ich verrat es dir … Ich verrat es dir!“, kreischt Moppie. „Es ist die...