Erster TeilDie großen Egoisten
1.
Ich sah sie nachts im Pool baden. Sie waren zu dritt und sehr jung, wie ich damals auch, fast noch Kinder.
In Speziale wurde mein Schlaf andauernd von neuen Geräuschen unterbrochen: dem Rauschen des Rasensprengers, von wilden Katzen, die auf der Wiese miteinander rauften, einem Vogel, der endlos denselben Ton von sich gab. In den ersten Sommern bei der Großmutter kam es mir fast immer so vor, als würde ich gar nicht schlafen. Von dem Bett aus, in dem ich lag, betrachtete ich, wie die Dinge, die einst meinem Vater gehört hatten, zurückwichen und wieder näher kamen, als ob das ganze Haus atmen würde.
In dieser Nacht hatte ich Geräusche im Hof gehört, war aber nicht gleich aufgestanden. Manchmal kam der Mann vom Wachdienst bis zum Eingang und steckte einen Zettel in den Türspalt. Doch dann vernahm ich Flüstern und unterdrücktes Lachen. Da beschloss ich aufzustehen. Meine Füße wichen der Mückenfalle aus, die vom Boden ein blaues Licht aussandte. Ich gelangte ans Fenster und schaute nach unten, zu spät, um zu sehen, wie die Jungs sich auszogen, aber noch rechtzeitig, um mitzukriegen, wie sich der letzte von ihnen in das schwarze Wasser gleiten ließ.
Die Beleuchtung im Säulengang erlaubte mir, die sich bewegenden Köpfe zu unterscheiden, zwei dunklere und einen, der wie aus Silber schien. Abgesehen davon waren sie vo