: Diana Hamilton
: Eine Insel, geschaffen für die Liebe
: Cora Verlag
: 9783733756598
: Digital Edition
: 1
: CHF 2.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 130
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Aufgewühlt von dem Wiedersehen mit ihrem Jugendschwarm Jason ergreift Georgia die Flucht. Doch statt Ruhe und Abstand erwarten sie Konflikte und Verwirrung. Denn Jason ist ihr auf die einsame Insel in der Karibik gefolgt. Überwältigt vom Zauber des Augenblicks lieben sie sich - bis das alte Misstrauen neu erwacht ...



<p>Diana Hamilton gehört zu den populären britischen Autorinnen für Liebesromane. Seit 1986 wurden über 50 Romane von ihr veröffentlicht. Bereits als Kind trainierte Diana Hamilton ihre Fantasie. Gern wäre das Stadtkind auf dem Land geboren, deshalb verwandelte sie den Baum im Garten des Nachbarn in einen Wald, aus einem Mauerloch wurde ein Hexenhäuschen. Eine Benzinpfütze stellte sie sich als Feenland mit Blumenwiesen, Bergen und Seen vor. Um die verhassten Tätigkeiten im Haushalt angenehmer zu gestalten, erfand sie Geschichten, damit die Zeit schneller verging. Ihre erfundenen Märchen von Prinzessinnen in Rosengärten erzählte sie laut, da sie fand, dass das Erzählen genauso schön war, wie das Lesen der Geschichten in Büchern. Neben der Hausarbeit hasste sie auch die Schule. Obwohl sie die Tage nur durch ihre Träume überstand, sie träumte woanders zu sein, erhielt sie einen guten Abschluss: Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, fand sich aber auf einer Kunstschule wieder. Dort begegnete sie ihrem späteren Ehemann Peter, der nach seiner Rückkehr aus dem Korea-Krieg sein Studium wieder aufnahm. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie machte einen Abschluss als Werbetexterin, erhielt einen Job und heiratete. Als sie nach Wales zogen, entdeckte Diana Hamilton ihre Vorliebe für das Bergwandern und Ponytrekking. Vier Jahre später kam die Familie auf einer Wanderung in die Grafschaft Shropshire, sie verliebten sich in die wunderschöne Landschaft. Seitdem wohnen sie dort in einem Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Haus wurde renoviert und aus einer Wildnis mit Dornenhecken und Brennnesseln entstand ein wunderschöner Garten. Mitte der 1970er Jahre schrieb Diana Hamilton erstmals die Gute-Nacht-Geschichten auf, die sie ihren Kindern erzählte. Sie dachte nie an eine Veröffentlichung ihrer Kurzgeschichten, aber sie schrieb gern. Über 30 Romane brachte sie in den nächsten zehn Jahren zu Papier, sie wurden von Robert Hale, London veröffentlicht. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin zog sie ihre Kinder groß, verschönerte den Garten und kochte für ein Gasthaus im Dorf. Durch diese Arbeiten hatte sie keine Zeit für die gehasste Hausarbeit. Ihr größter Wunsch, eine Veröffentlichung bei Mills& Boon / Harlequin wurde im Jahr 1987 erfüllt, seitdem schrieb sie mehr als 30 Romane für diesen Verlag. Endlich war Diana Hamilton als Autorin angekommen und dieses gute Gefühl wollte sie behalten: Geboren wurde Diana Hamilton in England, sie starb im Mai 2009 in ...

1. KAPITEL

Jason Harcourt griff nach dem Telefon, hielt dann aber inne und ließ den Arm sinken. Entschlossen schob er beide Hände in die Taschen seiner abgetragenen dunklen Cordhose und straffte die breiten Schultern.

Der Raum engte ihn ein. Die überladenen französischen Antiquitäten, die Gemälde in den barocken Rahmen, die schweren Teppiche drohten ihn zu ersticken. Er ging zu den hohen, kunstvoll dekorierten Terrassentüren. Die dunklen Brauen über den grauen Augen zusammengezogen, blickte er finster in den winterlich-kahlen Park von Lytham Court hinaus.

Er hasste diesen Ort!

Es war sieben Jahre her, dass er zuletzt den Fuß über die Schwelle gesetzt hatte – abgesehen von der knappen Stunde, die er nach der Beerdigung von Harolds zweiter Frau Vivienne hier verbracht hatte –, und auch jetzt war er nur gekommen, weil ihm keine andere Wahl geblieben war. Lytham barg zu viele schlechte Erinnerungen.

Nach Viviennes Tod vor vier Jahren hatte er in gewisser Weise Frieden mit Harold geschlossen, dem Mann, der ihn vor fast dreißig Jahren nach der Hochzeit mit Jasons verwitweter Mutter adoptiert hatte. Als Dreijähriger hatte Jason ihn problemlos akzeptiert, zumal sein leiblicher Vater vor der Geburt des Sohnes bei einem Absturz in den Bergen umgekommen war.

Seine Mutter war an Leukämie gestorben, als er siebzehn gewesen war, und erst danach hatte er begonnen, seinen Adoptivvater mit anderen Augen zu betrachten.

Aber das war jetzt Vergangenheit, und der brüchige Frieden zwischen ihnen hatte nur überdauert, weil Jason darauf bestanden hatte, dass ihre seltenen Treffen im Londoner Club des alten Mannes stattfanden. Auf neutralem Boden. Inzwischen war er froh, dass er – wenn auch skeptisch – eingelenkt und Harolds Beteuerungen, er habe sich geändert, Glauben geschenkt hatte. Zumindest so viel war er seinem Adoptivvater schuldig gewesen.

Seine Zweifel waren jedoch in pure Ungläubigkeit umgeschlagen, als Harold ihm bei ihrer letzten Zusammenkunft vor zwei Monaten rundheraus verkündet hatte: „Georgia ist seit sechs Monaten wieder in England. Wir treffen uns ziemlich regelmäßig.“

Jason hatte bemerkt, wie die bloße Erwähnung ihres Namens Harolds müde, blasse Augen leuchten ließ und das hagere Gesicht des älteren Mannes belebte. Harold hatte seit Viviennes Tod langsam, aber sicher abgebaut, und allein dieser körperliche Verfall hatte Jason daran gehindert, den gemeinsamen Lunch abrupt zu beenden und aus der bedrückenden Atmosphäre des Clubs hinauszustürmen in die vermeintliche Normalität des Londoner Verkehrschaos.

„Du hast also immer noch Kontakt mit Georgia.“ In Jasons Worten schwang die alte Bitterkeit mit, die sich seiner stets bemächtigte, sobald er so unvorsichtig war, an Georgia zu denken.

„Seit Vivvie tot ist, ja. Möge sie in Frieden ruhen, aber sie war das einzige Hindernis dabei. Sie wollte nicht, dass man auch nur den Namen ihrer Tochter erwähnte.“ Harold schob seinen Teller beiseite.

Jason folgte seinem Beispiel. „Ich erinnere mich, dass du das Schweigen brechen und sie in New York anrufen wolltest, um sie über Viviennes Tod zu informieren“, begann er vorsichtig. Er hatte sich erboten, seine persönliche Abneigung außer Acht zu lassen und die Nachricht von dem tödlichen Autounfall zu überbringen, damit Harold diese Pflicht erspart blieb, doch der alte Mann hatte beharrt, es sei einzig und allein seine Aufgabe. Wie sich herausgestellt hatte, war alle Sorge überflüssig gewesen, sie hatte nicht einmal so viel Anstand gehabt, am Begräbnis ihrer eigenen Mutter teilzunehmen.

„Nun ja …“ Harold mied seinen Blick. „Es gab einige Dinge, die gesagt werden mussten, und ich habe sie gesagt“, erwiderte er geheimnisvoll. „Und ich denke, wir sind einander wieder recht nahe gekommen, seit die Angelegenheit bereinigt ist. Es ist nicht gut, alten Groll zu pflegen. Jedenfalls ist sie nun wieder nach England zurückgekehrt. Sie leitet in Birmingham ein Marketingteam der dortigen Niederlassung dieser Werbeagentur – du erinnerst dich sicher, dass sie ihre Freundin Sue begleitet hat, als deren Vater eine Filiale in New York eröffnete.“

Jason sah verzweifelt auf die Uhr. Er hatte genug. Natürlich erinnerte er sich!

„Wir könnten vielleicht mal ein Wochenende zu dritt auf Lytham verbringen“, schlug Harold vor. „Alte Streitigkeiten beilegen … Du und die kleine Georgia seid die einzigen Angehörigen, die ich noch habe.“

„Verschon mich mit diesen Sentimentalitäten.“ Jason warf seine Serviette auf den Tisch. „Das zieht bei mir nicht.“ Er stand auf.

„Es war zumindest einen Versuch wert.“ In