: Annette Roeder
: Rosa Räuberprinzessin
: cbj Kinder-& Jugendbücher
: 9783641150051
: Die Rosa Räuberprinzessin-Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Pink stinks? Von wegen!!
Rosa ist fröhlich, frech und mutig, meist in Latzhosen unterwegs und klettert gerne auf die höchsten Bäume. Aber viel lieber als die Hosen ihrer drei Brüder aufzutragen, hätte sie gern ein rosa Rüschenkleid und ein Krönchen - wie eine Prinzessin! Doch die kleine Farm ihrer Eltern im Grillenwinkel ist kein Schloss, und rosa sind dort nur die Ferkel im Stall. Ein Glück, dass Rosa ihren Esel hat! Der ist nämlich in Wahrheit ein Einhorn, kann sprechen und hat viele gute Ideen. Manchmal sogar zu gute ... Ob die beiden es gemeinsam schaffen, dass aus Rosa doch noch eine echte Prinzessin wird?

Annette Roeder hat Architektur studiert und Bücher illustriert, drei Kinder großgezogen und zahlreiche Kinderbücher geschrieben. Sie lebt und schreibt mit Familie und Hund in einem alten Haus auf dem Land, nicht weit von München. Bei Prestel erschien von ihr u. a. '13 Bauwerke, die du kennen solltest', zahlreiche Kunst-Malbücher, 'Kein Bock auf Kunst? So überlebst du jeden Museumsbesuch!' und zuletzt 'Olaf Hajeks Buch vom Gemüse'.

Wirbelsturm im Grillenwinkel

Rosa tobt wie ein Wirbelsturm. Sie schleudert die getupfte Bluse, einen Strickpulli, zwei Unterhemden und sieben Unterhosen aus dem Kleiderschrank. Der Hosenrock und das Kleid mit den Delfinen flattern hinterher. Eine Ringelsocke zischt zur Zimmerdecke und bleibt in der Ballonlampe hängen.

Aber das T-Shirt, das Rosa sucht, ist nicht im Schrank. Also kriecht sie unter das Bett. Hier liegen viele Schachteln mit Spielen, die lang vermisste blaue Wachsmalkreide und jede Menge Staub. Zurückgerobbt und auf das Bett hinauf. Im Spalt zwischen Matratze und Wand drängt sich Großfamilie Bär. Doch keiner der Bärenpopos sitzt auf Rosas T-Shirt. Rosa wirft einen letzten Blick auf das Durcheinander in ihrem Kinderzimmer. Das T-Shirt ist nicht da. Sie läuft hinüber ins Bad. Der Wäschekorb ist leer.

Hat Mama etwa …? Ausgerechnet heute? Ausgerechnet an dem Tag, an dem Rosa sich besonders hübsch anziehen möchte, weil die Kirmes beginnt?

»Wehe!«, murmelt Rosa und saust die Treppe hinunter und den langen Gang entlang bis in die Waschküche. Sie stolpert über die Schachtel mit dem Waschpulver. Der Duft von einem Strauß Frühlingsblumen weht in ihre Nase. Die steckt Rosa jetzt allerdings lieber in die Wäscheberge. Wie ein Maulwurf wühlt sie sich durch den krähenschwarzen Stapel. Hosen und Pullis von allen drei Brüdern: Robin, Rocco und Rochus. Dahinter türmt sich die weiße Wäsche, die aus Papas Laborkitteln für die Grillenzucht besteht. Ein einzelner schwarzer Strumpf hat sich allerdings hierherverirrt. Der ist so riesig, dass er nur von Rochus sein kann. So stinkt er auch. Rosa weiß, dass Mama schwarze Socken in der weißen Wäsche nicht leiden kann, weil die Wäsche dann grau wird. Sie greift den Socken mit spitzen Fingern und schnipst ihn zu seinen schwarzen Brüdern hinüber.

Nachdenklich mustert Rosa die Wäschehaufen.

Fehlt hier nicht noch einer? Genau, der normalerweise größte Wäscheberg in der Waschküche, der blaue Jeansberg, er ist nicht da! Dafür läuft die Waschmaschine.

Rosa hockt sich vor das Bullauge und versucht zu erkennen, was sich hier im Kreis dreht. Blau, Schaum. Schaum, Blau. Blau, Schaum. Rosa wird schon ganz schwindelig. Aber da … zwischen Blau und Schaum: ein dunkelrosa Stoffzipfelchen! Das muss ihr T-Shirt sein.

»Mama!«, plärrt Rosa. »Komm schnell!«

Doch Mama hört sie nicht. Wahrscheinlich melkt sie Kuh Melanie, oder sie kocht Kakao fürs Frühstück, oder sie versetzt den Weidezaun von Sau Sieglinde und ihren Ferkeln. Oder, oder. Im Grillenwinkel gibt es viele Möglichkeiten, anderswo zu sein.

Rosa muss ihr T-Shirt also selbst aus der Maschine holen. Sie reißt an der runden Klappe. Die geht nicht auf. Also drückt Rosa auf allen Knöpfen herum, bis keines der Lämpchen mehr leuchtet. Die Tür lässt sich trotzdem nicht entriegeln. Auf der Maschine entdeckt Rosa schließlich einen Schraubenzieher. Bestimmt ist er dafür gedacht, die Waschmaschine zu öffnen. Im Grillenwinkel funktionieren viele Sachen nicht richtig. So wie das Fenster, das man mit Paketband zukleben muss, oder das Dach, unter de