: Terry Brooks
: Die Shannara-Chroniken: Die Reise der Jerle Shannara 2 - Das Labyrinth der Elfen Roman
: Blanvalet
: 9783641233020
: Die Shannara-Chroniken: Die Reise der Jerle Shannara
: 1
: CHF 8.90
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: Fantasy
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der Fantasy-Klassiker endlich wieder verfügbar - in überarbeiteter Neuausgabe.
Eine bunt zusammengewürfelte Schar von Abenteurern befindet sich mit dem LuftschiffJerle Shannaraauf Reisen, um die Edelsteine von Shannara zu suchen. Ihr Anführer ist Walker Boh, der letzte noch lebende Druide. Als sie die geheimnisvollen Ruinen von Schlossstadt erreichen, geraten sie in tödliche Gefahr: Während seine Gefährten auf dem Luftschiff gegen finstere Mächte um ihr Leben kämpfen, wird Walker Boh von Antrax, einem unheimlichen Wesen aus der Vergangenheit, gejagt.

Im Jahr 1977 veränderte sich das Leben des Rechtsanwalts Terry Brooks, geboren 1944 in Illinois, USA, grundlegend: Gleich der erste Roman des begeisterten Tolkien-Fans eroberte die Bestsellerlisten und hielt sich dort monatelang. Doch 'Das Schwert von Shannara' war nur der Beginn einer atemberaubenden Karriere, denn bislang sind mehr als zwanzig Bände seiner Shannara-Saga erschienen.

Eins

Am letzten Tag ihrer Kindheit zählte Grianne Ohmsford sechs Jahre. Für ihr Alter war sie klein, daher mangelte es ihr sowohl an übermäßiger Körperkraft als auch an Lebenserfahrung, und so war sie nicht sonderlich gut darauf vorbereitet, aus heiterem Himmel ins Erwachsenenleben einzutreten. Ihr ganzes bisheriges Leben hatte sie am östlichen Rand der Ebene von Rabb verbracht, als ein behütetes Kind von zweien in einem liebevollen Heim. Araden und Biornlief Ohmsford hießen ihre Eltern, der Vater ein Schriftgelehrter und Lehrer, die Mutter eine Hausfrau. In ihrem Haus gingen die Leute wie in einer Schenke ein und aus – Schüler ihres Vaters, Klienten, die seine Fähigkeiten brauchten, Reisende aus allen Vier Ländern. Sie selbst hatte noch keine fernen Länder besucht, als ihr die kleine Welt, die ihr bis dahin gehört hatte, unvermittelt geraubt wurde.

Obwohl ihre Erscheinung unauffällig war und man nicht wirklich damit rechnen konnte, dass sie eine derartige traumatische Veränderung ihres Lebens überwinden würde, besaß sie in Wahrheit überraschende Fähigkeiten und außergewöhnliche Stärke. Zum Teil war es allerdings an den enorm blauen Augen erkennbar, deren Blick das Gegenüber durchbohrte und bis in die Seele drang. Fremde, die den Fehler begingen, in diese Augen zu schauen, ertappten sich recht bald dabei, wie sie den Blick wieder abwandten. Mit diesen Männern und Frauen sprach sie weder, noch nahm sie von den Begegnungen etwas mit, und trotzdem überkam die Fremden das Gefühl, sie hätten einen Teil von sich aufgegeben. Manchmal lief sie in Haus und Garten herum, das lange dunkle Haar fiel ihr locker über die Schultern, und sie wirkte wie ein Streuner, der nicht weiß, was er tun oder wohin er gehen soll. Dann wieder saß sie allein in einer Ecke, derweil die Erwachsenen sich unterhielten, beanspruchte eigenen Raum für sich selbst und sorgte für dessen Ungestörtheit.

Zudem war sie hart, ein stures und widerspenstiges Kind, das sich von nichts abbringen ließ, was es sich erst einmal in den Kopf gesetzt hatte. Eine Zeit lang konnten ihre Eltern mithilfe der üblichen Strafen und Belohnungen auf das Mädchen einwirken, schließlich jedoch stellten sie fest, dass sie keinen echten Einfluss auf sie hatten. Grianne schien zu ihrer eigenen Identität zu finden, indem sie bei Auseinandersetzungen klar Stellung bezog, sich auf Herausforderungen einließ und die Folgen akzeptierte, wie auch immer sie aussahen. Häufig bestanden sie aus einer strengen Zurechtweisung und der Verbannung in ihr Zimmer, oder ihr wurde einfach nur das versagt, wovon andere glaubten, es würde ihr gefallen. Nichtsdestotrotz schien sie solche Konsequenzen nicht zu scheuen und war zu geschickt, um sich dem Willen ihrer Eltern wirklich beugen zu müssen.

Den Kern des Ganzen bildete ein Erbe, wie es in dieser Art schon seit Generationen nicht mehr in Erscheinung getreten war. Sie wusste bereits früh, dass sie sich von ihren Eltern, ihren Freunden und sonstigen Bekannten unterschied. Alles deutete auf die berühmtesten Vorfahren ihrer Familie hin – auf Brin und Jair und Par und Coll Ohmsford, auf die sie ihre Abstammung direkt zurückführen konnte. Dies erklärten ihr ihre Eltern schon früh, nahezu sofort, nachdem sich die Begabung offenbart hatte. Sie war mit der Magie des Wunschliedes geboren worden, einer Kraft, die in der Familie Ohmsford nur alle vier oder fünf Generationen zutage trat. Wünsch es dir, singe dafür, und es wird geschehen. Nichts war unmöglich. Solan