: Dorothea Faller, Kurt Faller
: Achtsames Management Führungskompetenzen in Zeiten hoher Komplexität
: Wolfgang Metzner Verlag
: 9783943951783
: 1
: CHF 31.70
:
: Management
: German
: 344
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der ressourcenorientierte Umgang mit Konflikten, Stress und Veränderungen ist essenziell in sich ändernden Märkten und digitalisierungsbedingtem Wandel, die eine achtsame Führungs- und nachhaltige Fehlerkultur fordern. Moderne Organisationen müssen sich einen wertorientierten Führungsstil, Konfliktmanagementsysteme und ein nachhaltiges Personalmanagement leisten, damit effiziente Strukturen geschaffen werden und bestehen können. In diesem Buch erhalten Führungskräfte, Coaches und Mediatoren eine Anleitung zur Stärkung eines werteorientierten Führungs- und Personalmanagements. Anhand von erfolgreichen Praxisbeispielen wird die Umsetzung mediativer Techniken in den Kernbereichen der Personalführung dargestellt. Mit mediativen Kompetenzen können Führungskräfte ihre Mitarbeiter strukturiert durch bewegte Zeiten dirigieren und Unternehmen letztlich als attraktive Arbeitgeber überzeugen.

Dorothea Faller ist geschäftsführende Gesellschafterin der MEDIUS GmbH Deutschland, Lehrmediatorin BMWA®, Supervisorin und Coach DGSv, Organisationsberaterin, Systemdesignerin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind innerbetriebliche Mediation, Beratung und Konfliktbearbeitung in Organisationen, Teamkonfliktmoderation, Teamentwicklung, Prozessbegleitung, Coaching, Training von Fach- und Führungskräften, Moderation von Großgruppen sowie der Aufbau von Konfliktmanagementsystemen. Sie ist Ausbildungsleitung des weiterbildendenden Studienganges 'Mediation und Konfliktmanagement in Wirtschaft und Arbeitswelt' an der Ruhr Universität Bochum. Kurt Faller ist Gründer und Senior Consultant der MEDIUS GmbH. Er ist seit 25 Jahren als selbstständiger Lehrmediator BMWA ®, Organisationsberater, Coach und Systemdesigner tätig. In seiner Arbeit verbindet er die praktische Mediations- und Entwicklungsarbeit mit der wissenschaftlichen Reflexion der Lehrtätigkeit. Seine Schwerpunkte in der praktischen Anwendung sind Konfliktbearbeitungen in Unternehmen, Prozessbegleitungen, Coaching, Qualifizierung von Führungskräften sowie der Aufbau von Konfliktmanagementsystemen.&# 3; Er doziert an verschiedenen Hochschulen und Managementschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. An der Ruhr-Universität Bochum leitet er das weiterbildende Studium 'Mediation und Konfliktmanagement in Wirtschaft und Arbeitswelt' und die Zusatzausbildung 'Konfliktmanagement und Systemdesign'.

2. Aktuelle Entwicklungen


»Von oben herab: das funktioniert nicht mehr in einer Welt, in der man schnell auf technologische Veränderungen reagieren muss – und in der die jungen Talente (auf die kommt es im digitalen Zeitalter besonders an) mehr Freiraum und auch mehr Wertschätzung erwarten als früher …« kommentiert Ulrich Schäfer unter der Überschrift »Wolfsburg ist überall« die Auswirkungen des VW-Skandals (Süddeutsche Zeitung vom 27.12.2016).

Faktoren wie die rasante gesellschaftliche, ökonomische und technische Entwicklung, die Unsicherheit und zunehmende Komplexität der Umfeldbedingungen für Unternehmen und die veränderten Erwartungen und Anforderungen einer neuen Generation von Beschäftigten machen deutlich, wie notwendig der Musterwechsel im Führungsverhalten ist.

2.1 Die Diskussion um die »nächste Gesellschaft«


Unter dem Stichwort der »next society« werden die Erscheinungsformen des Übergangs vom 20. ins 21. Jahrhundert und die Folgen für Organisation und Führung schon länger diskutiert (z. B. Drucker 2002, Baecker 2007 und Wimmer 2014).

Mit seinem letzten großen Werk»Managing the next society« hat Peter Drucker, der legendäre Pionier der Managementlehre, einen genialen Denkansatz für das Verständnis einer sich rasant und immer wieder überraschend entwickelnden Welt hinterlassen. Er geht davon aus, dass die Einführung des Computers für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung ähnlich dramatische Folgen hat wie bisher nur die Einführung der Sprache, der Schrift und des Buchdrucks.

Die Einführung der Sprache begründete die Stammesgesellschaft, die Einführung der Schrift die antike Hochkultur und die Einführung des Buchdrucks die moderne Gesellschaft. Die Gesellschaft, die auf die Einführung des Computers zu reagieren beginnt, hat Peter Drucker, die »next society« genannt, weil sie sich grundlegend von der modernen Gesellschaft unterscheiden wird.

»Die nächste Gesellschaft, wenn sie sich denn durchsetzt, wird in allen ihren Strukturen auf das Vermögen fokussiert sein, einen jeweils nächsten Schritt zu finden und von dort aus einen flüchtigen Blick zu wagen auf die Verhältnisse, die man dort vorfindet. Sie wird sich nicht mehr auf die soziale Ordnung von Status und Hierarchie und auch nicht mehr auf die Sachordnung von Zuständen und ihren Funktionen verlassen, sondern sie wird eine Temporalordnung, sein, die durch die Ereignishaftigkeit aller Prozesse gekennzeichnet ist und die jedes einzelne Ereignis als einen nächsten Schritt in einem prinzipiell unsicheren Gelände definiert …« beschr