: Trix Niederhauser
: Schwimmende Schmetterlinge
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419643
: 1
: CHF 12.60
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 304
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ihren neuen Job hatte sich Toni anders vorgestellt. Da sitzt plötzlich dieser schmierige Möchtegern-Juniorverleger, der das kritische Blatt zur 08/15-Zeitschrift machen will. Zu allem Übel gerät die Journalistin auch noch mit Sekretärin Julia aneinander. Dabei hat Toni schon genug Probleme am Hals: Zwar war sie endlich so weit, ihre Freundin zu verlassen - nur leider geschah das völlig planlos. Zum Glück findet die Drummerin im Proberaum ihrer Metal-Band einen Unterschlupf. Überraschend kreuzen sich Tonis Wege auch privat immer wieder mit denen von Sekretärin und Tierschützerin Julia. Die bisher heterosexuell liebende Ju-lia beginnt steigendes Interesse an Toni zu zeigen. Woher kommt dieses gewisse Falterflattern im Bauch? Julia ist um Abhilfe nicht verlegen und ertränkt die Insekten in Alkohol. - Was aber, wenn Schmetterlinge schwimmen können ...?

TRIX NIEDERHAUSER ist 1969 geboren, wuchs in einem kleinen Dorf in der Schweiz auf. Sie lebt in Burgdorf, wo sie seit vielen Jahren als Buchhändlerin arbeitet. Nebst dem Lesen und Schreiben spielt sie Gitarre in der Frauenrockband Gay Tits und ist im Organisationskomitee der Burgdorfer Krimitage. Bislang erschienen von ihr 'Das Tantenerbe' (2012) sowie die CRiMiNA-Titel 'Die Liebsten' (2015) und 'Denn vom Trauern kommt der Tod' (2013, alle Helmer).

1. Kapitel


Such a lonely day and it’s mine.
The most loneliest day of my life
Such a lonely day should be banned.
It’s a day that I can’t stand

SYSTEM OF A DOWN

Regen prasselte gegen die Autoscheiben. Es war bereits dunkel. Scheinwerferlicht strich über mich, ich saß da und starrte in die Nacht. Meine nassen Haare hingen mir ins Gesicht, das T-Shirt klebte an meinem Körper. Mir war kalt, leise schlotterte ich vor mich hin. Was für ein seltsamer Tag! Ich fühlte mich leer und allein, aber trotzdem erleichtert. Endlich! – Seit Wochen hatte ich mit der Entscheidung gekämpft. Sollte ich? Sollte ich nicht? Dann verpasste sie mir den letzten schmerzhaften und entscheidenden Kick. Da überkam mich die Traurigkeit, die Einsamkeit schnürte mir die Kehle zu. Wenn ich nicht untergehen wollte, musste ich handeln; die Zeit für den Neustart war da.

Also bin ich gegangen.

Wann würde sie merken, dass ich weg war? Nervös trommelte ich auf das Steuerrad. Hatte ich ihren Anruf überhört?

Ich tastete auf dem Nebensitz nach dem Handy. Fehlanzeige. Ach, da lag es ja, auf dem Boden. Mit langem Arm angelte ich nach dem Gerät und warf einen Blick darauf. Nichts. Ihre letzte SMS war immer noch die von gestern Morgen.

MUSS LÄNGER BLEIBEN, VERKAUF IST KOMPLIZIERT. MELDE MICH. KUSS, KATJA

Jedes Wort eine Lüge, der Kus