: Mariella Loos
: Gipfelglück für Anfänger
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962151386
: 1
: CHF 0.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 120
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Teil 4 der Gipfelliebe-Reihe Auf dem Bergbauernhof von Marie und Georg ist nach der Hochzeit Ruhe eingekehrt. Der Umbau zum Biobetrieb läuft erfolgreich, Marie ist glücklich mit ihrem Leben als Mutter und Teilzeit-Pferdewirtin. Warum nur wird Georgs Laune immer schlechter? Er vernachlässigt den Hof, schreit Marie an und fährt sein Auto zu Schrott. Reden will er auf keinen Fall, was gibt es schon zu sagen? Dann kommt er nachts nicht nach Hause und Marie findet ihn am nächsten Morgen betrunken neben dem Feldweg. So kann es nicht weitergehen - Marie macht sich auf die Suche nach Erklärungen. In einer dunklen Ecke von Georgs Elternhauses findet sie eine erschreckende Antwort, die sich als Bedrohung für ihre Liebe und das gemeinsame Leben entwickelt.

Mariella Loos ist das Pseudonym eines erfolgreichen Autors romantischer Geschichten. Im wirklichen Leben arbeitet er als Finanzdirektor bei einer renommierten amerikanischen Firma. Liebesgedichte schreibt er, seit er fünf Jahre alt ist. Je erfolgreicher 'Mariella' in seinem Job wurde und je mehr die Zahlenwelt ihn in Beschlag nahm, desto mehr sehnte er sich nach einem Ausgleich für seine Seele. Heute findet er ihn im Schreiben von Liebesromanen. Am liebsten ist er in den Bergen und lässt seine Helden und Heldinnen dort die wahre Liebe suchen und finden. Das Problem ist nur: Vielleicht stimmt diese Geschichte nicht und Mariella Loos ist jemand anderes. In jedem Fall ist Mariella die Autorin der Gipfelliebe-Reihe. Besucht sie auf seiner oder ihrer Facebook-Seite und findet mehr heraus.

3


Marie saß bei ihren Eltern in der Küche und gähnte. Sie hatte wenig Lust, den Heimweg anzutreten. Es war einfach zu warm und zu gemütlich hier. Sie und Sophie waren in der Eisdiele gewesen und auf dem Rückweg bei Maries Eltern, Gabriele und Werner, eingekehrt. Sophie hatte ihren Nachmittagsschlaf gerade beendet, saß mit roten Backen auf Gabrieles Schoß und stopfte sich einen Keks nach dem anderen in den Mund. Marie spähte aus dem Fenster. Draußen wurde es allmählich dunkel. Sie mussten wohl oder übel aufbrechen. Noch einmal gähnte Marie, dann stand sie auf und klopfte sich die letzten Kuchenkrümel von der Hose. „Also, wir müssen los.“

Es dauerte weitere fünfzehn Minuten, bis sie Sophie eingepackt, die letzten Worte mit ihren Eltern gewechselt und sich verabschiedet hatte.

„Ab morgen sind wir unterwegs. Du schaust nach den Blumen und der Post, ja?“, vergewisserte sich Gabriele. Sie und Werner wollten am nächsten Tag eine ausgedehnte Städtetour beginnen.

„Na klar“, versprach Marie.

„Soll ich euch ein Stück fahren?“, fragte Werner noch.

Marie grinste in sich hinein. Seit Sophie auf der Welt war, hatte Werner seinen väterlichen Beschützerinstinkt wieder aktiviert. „Nein, auch heute musst du uns nicht fahren, danke.“

Sie und ihr Vater wussten beide, dass es schneller ging, wenn Marie mit Sophie direkt losmarschierte, als wenn Werner Sack, Pack und Kinderwagen in den Wagen hievte und auf halbem Weg wieder auslud, dort, wo der Weg für Autos zu eng wurde.

Ihr Vater zuckte die Schultern. „Wie du meinst.“

Also setzte Marie ihre Tochter in den Kinderwagen und machte sich durch die Dämmerung auf den Heimweg. Auf den ersten Metern plapperte Sophie fröhlich vor sich hin. Auch wenn das meiste nicht eindeutig war, glaubte Marie, die Worte Oma und Opa herauszuhören. Das Haus ihrer Eltern lag am Rand von Josefszell, sodass Marie und Sophie nach wenigen Minuten die Dorfgrenze erreicht hatten und in den Pfad einbogen, der am Bach entlangführte. Nach ein paar Schritten blieb Marie stehen und holte ihr Handy aus der Tasche. Georg hatte sich den ganzen Tag nicht gemeldet, das war ungewöhnlich. Vor allem, weil sie mehrmals versucht hatte, ihn zu erreichen. Auch jetzt gab es keine verpassten Anrufe in der Liste. Wahrscheinlich ist er so beschäftigt mit seinem neuen Lieblingswerkzeug, dass er mich vergessen hat, dachte sie. Oder er ist schon daheim und hat sich kurz hingelegt und das Telefon nicht gehört.

Die Luft war kalt, und der erste Nebel zog auf. Dennoch fror Marie nicht, denn der Weg nahm schnell an Steigung zu, und sie musste sich mit dem schweren Kinderwagen gehörig anstrengen. Sophie hatte aufgehört zu plappern und schien es zu genießen, wohlig warm eingewickelt durch die Natur geschoben zu werden. Nach dem kurzen Stück durch den Wald wurde der Weg noch steiler. Zum Glück hatte Marie Übung und genug Kraft vom häufigen Kinderwagenschieben, sodass sie bald darauf am Tor des Sonnhofs ankamen.

Inzwischen war die Dunkelheit weit fortgeschritten, und die ersten Sterne leuchteten am Himmel auf. In ihrem Schein konnte Marie erkennen, dass der Traktor im Unterstand parkte. Georg musste daheim sein. Marie seufzte erleichtert. Sie schob den Kinderwagen bis zum Haus und stellte ihn unter dem kleinen Vordach ab. Von hier aus konnte sie sehen, dass die Weide vor der Pferdepension leer war, die Tiere hatten sich wohl nach drinnen zurückgezogen. Sie hob Sophie aus dem Wagen und drückte die Haustür mit der Schulter auf. Wie immer war nicht abgeschlossen.

Zu ihrem Erstaunen war von Georg keine Spur, in der Wohnung brannte kein Licht. Marie schälte Sophie aus ihrem Skianzug und stellte sie im Kinderzimmer auf den Boden, wo die Kleine sofort anfing, einen Eimer mit Bauklötzen auszuleeren. Nebenan im Schlafzimmer war es auch dunkel. Marie wollte schon weiter in die Küche laufen, da zo