: Nina Hansen
: Sommer der Erdbeerblüten Ein Roman über die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Freundschaft, Liebe - und Erdbeermarmelade.
: beHEARTBEAT
: 9783732548927
: Die schönsten Romane für den Sommer und Urlaub
: 1
: CHF 4.50
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 305
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Als Flora bemerkt, dass ihr Freund eine Affäre hat, bricht für sie die Welt zusammen - denn sie leben nicht nur zusammen, sie arbeitet auch in seinem Unternehmen. Zu allem Unglück stirbt auch noch ihre Großmutter. Flora beschließt, im Landhaus ihrer Oma Lotte ein neues Leben anzufangen und eine Marmeladenmanufaktur zu eröffnen. Denn im weitläufigen Garten ihrer Großmutter wachsen tonnenweise Obst und Gemüse, und nichts erinnert sie mehr an glückliche Momente, Geborgenheit, Gänseblümchenkränze und ihre Oma Lotte als Marmelade. Sie hat nicht mit Tom gerechnet, dem attraktiven Nachbarn und zudem - zu ihrer großen Enttäuschung - Erben von Oma Lottes Haus.

Ein berührender Wohlfühlroman über Neuanfänge und den Mut zur Liebe.
STIMMEN ZUM BUCH
'Eine schöne Sommerlektüre, welche gelesen werden sollte. Mit herzhaften Charakteren und anschaulichen Landschaften macht dieses Buch einfach Spaß!' (Zuzi1989, Lesejury)
'Der Roman glänzt durch liebevoll in Szene gesetzte Details , wirkt dadurch echt und authentisch und lässt mich so gerne meine Zeit im Liegestuhl verbringen, um genüßlich Seite um Seite umzublättern und der lockeren Liebesgeschichte zu folgen.
Einfach ein echtes Sommer-Sonne-Gute-Laune-Buch. (kati-katharinenhof, Lesejury)
'Ich mag das Buch wirklich sehr. Flora macht eine Entwicklung durch die ich bewundere und hach... Das Buch riecht nach Sommer, frischer Marmelade, Erdbeeren und Landleben. Ein Roman zum Entspannen und Verlieben.' (booklover, Lesejury)

A le Geschichten dieser Reihe zaubern dir den Sommer ins Herz und bringen dir den Urlaub nach Hause. Die Romane sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.




1


Katastrophen kündigen sich in der Regel früh an, durch dunkle Gewitterwolken und ein fernes Donnergrollen, das allmählich lauter wird. Oder durch einen hartnäckigen Husten, der selbst dem unbedarftesten medizinischen Laien klarmacht, dass eine ernste Erkrankung vorliegt.

Flora Roth hatte nichts bemerkt. Kein Donnern, kein Wackeln der Bücher im Regal – irgendetwas, das auf das Erdbeben hindeutete, das ihr Leben schon bald erschüttern sollte. Später fragte sie sich, warum sie so blind und taub gewesen war. All die Anzeichen der nahenden Katastrophe hatten buchstäblich vor ihren Füßen gelegen – aber Flora war achtlos über sie hinwegspaziert wie über welkes Laub.

Auch an jenem Dienstag im April konzentrierte sie sich voll auf ihre Aufgabe als Beraterin und hatte nur das Interesse der Firma im Sinn. Sie gab sich Mühe, souverän zu wirken, was ihr an diesem Abend nicht leichtfiel.

»Warum gibt es diese Lunchboxen eigentlich nicht in anderen Farben?«, fragte die Dunkelhaarige mit der großen Nase. Ihr mürrischer Blick, den sie schon den ganzen Abend zur Schau trug, verhieß nichts Gutes.

Flora saß zwischen acht Frauen im Wohnzimmer ihrer Freundin Vanessa. Stumm starrte sie auf die kleine und die große Plastikdose vor sich auf dem Tisch, beide in Apfelgrün, wie die Farbe offiziell hieß. Sie sollte Frische und Gesundheit vermitteln und den Kunden das Gefühl geben, sich etwas Gutes zu tun, wenn sie ihr Mittagessen nicht an der Imbissbude um die Ecke einnahmen, sondern sich Obst und belegte Brote von daheim mitbrachten – transportiert in der apfelgrünen Lunchbox von Florabox, wie das Unternehmen hieß. Wobei es genau genommen gar nicht Floras Unternehmen war, sondern Patricks. Sie hatte ihm nur ihren Namen geliehen. Patrick hatte gesagt, Flora klinge so schön nach Natur und Nachhaltigkeit, nach Frische und Leben. Sie fand immer noch, das sei eine wunderbare Liebeserklärung.

Flora blinzelte und setzte ihr professionellstes Lächeln auf. »Welche Farben würden dir denn gefallen?«

»Was Dezentes. Nicht so ein Quietschgrün. Da fühlt man sich ja wie im Kindergarten.« Die Frau kräuselte die Nase. »Braun vielleicht.«

Braun? Ja, das passte zu ihr. Dumpf und dunkel wie Schlamm. Wer wollte schon seine Butterbrote in einer Dose aufbewahren, die an Schlamm erinnerte? Andererseits …

Floras Lächeln wurde breiter. »Du meinst so ein cremiges Braun, das wie flüssige Schokolade aussieht?«

»Ja, warum nicht?« Der Blick der Dunkelhaarigen blieb abweisend, aber ihre Stimme wurde weicher.

»Ich fände andere Farben auch toll«, meldete sich eine Frau mit einem herausgewachsenen Pagenschnitt zu Wort. »Lila zum Beispiel.« Sie griff nach ihrem Glas Prosecco, den Vanessa entgegen Floras Verbot bereits ausgeschenkt hatte, bevor der Verkaufsteil vorbei war.

»Ich will nicht, dass es hinterher heißt, die Leute seien betrunken und deshalb nicht geschäftsfähig gewesen. Dann haben wir nachher lauter Stornierungen«, hatte sie Vanessa vor der Party eingeschärft. Typisch für ihre Freundin, dass sie sich einfach darüber hinweggesetzt hatte.

»Ja, Brombeere!«, rief Vanessa begeistert, und ihre Nachbarin ergänzte: »Mit cremefarbenen Tupfern. Wie bei Sahneeis.«

»Schlichtes Schwarz wäre auch nicht schlecht«, meldete sich die Dunkelhaarige mit dem mürrischen Blick erneut zu Wort. »Knallige Farben passen nicht in jedes Unternehmen.«

Vanessa hob die Augenbrauen. »Also, ich möchte nicht in einer Firma arbeiten, in der man auffällt, wenn man seine Pausenbrote in einer bunten Dose transportiert.«

Der Blick der Dunkelhaarigen wurde noch finsterer.

Flora starrte die Frauen an. Eigentlich hätte sie hier eine professionelle Verkaufsshow abziehen sollen, aber sie geriet zunehmend aus dem Konzept. Hastig richtete sie sich auf. Streitereien unter Kunden hatten ihr gerade noch gefehlt.

»Ich verstehe gut, dass ihr mehr Vielfalt möchtet«, sagte Flora. »Es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein, das finde ich auch. Ich werde es an unsere Entwickler weitergeben. Eure Wünsche liegen uns