»Hier, das ist doch genau das Richtige für dich!«
Mariella Heinschmann, die gerade dabei war, die Küchenschränke sauber zu wischen, legte ihr Tuch beiseite, um zu hören, was ihre Studienkollegin Lena damit meinte. Lena, mit der sie sich die Wohnung teilte, hatte es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, Jobs für Semesterferien im Internet ausfindig zu machen.
Nachdem Mariella bereits die Vorschläge, in einer Fischmehlfabrik zu arbeiten oder in einem Nachtlokal zu tanzen für sich ausgeschlossen hatte, wartete sie mit einer gewissen Skepsis darauf, was für ein grandioses Angebot wohl nun folgen würde.
»Hör zu«, forderte Lena sie auf, der Mariellas misstrauische Miene nicht verborgen geblieben war. »Das klingt echt gut: Arbeit im Freien in landschaftlich herausragender Umgebung. Weingut am Bodensee sucht Erntehelferin. Unterkunft im Weingut möglich, Kost und Logis frei. Was hältst du davon? Wenn ich selbst die Semesterferien über nicht in Prag wäre, würde ich mich sofort für den Job bewerben. Du suchst doch immer eine Arbeit draußen in der freien Natur.«
»Das stimmt«, musste Mariella zugeben.
»Und denk doch nur an die vielen köstlichen Weintrauben, von denen du naschen kannst. Und Wein gibt es dort bestimmt auch jede Menge.« Die Begeisterung in Lenas Stimme war unüberhörbar.
Mariella ließ sich davon anstecken. »Das klingt wirklich nicht schlecht.« Sie trat an den Küchentisch, wo Lena ihren Laptop aufgeklappt hatte, und beugte sich über den Rücken ihrer Freundin, um mit auf den Bildschirm zu schauen.
Lena wandte sich zu ihr um. »Du kannst dich ja mal bewerben. Wollen wir das jetzt gleich tun?«, schlug sie, ganz personifizierte Tatkraft, vor.
»Tja, warum eigentlich nicht«, meinte Mariella, während sie eine blonde Strähne zurückstrich, die ihr ins Gesicht gefallen war. »Ich möchte diese Semesterferien ja auf alle Fälle Geld verdienen. Und Arbeit auf einem Weingut am Bodensee, das hört sich richtig romantisch an.«
»Finde ich auch«, bestätigte Lena. »Obwohl es vielleicht körperlich anstrengend ist.«
Mariella w