Klara zu Hause am Schreibtisch, Zigarette im Mundwinkel, das rhythmische Tackern der Schreibmaschine, neben ihr das Magnetofon, weiterlaufen – stopp, weiterlaufen – stopp. Das Abtippen der Zeugenaussagen trieb ihr den Schweiß auf die Stirn, der Rauch der Zigarette die Tränen in die Augen. Gelegentlich hielt sie inne und dachte: Ist es nicht auch mal schön, den Fuß über das nackte Bein gleiten zu lassen?
Schwere Schritte auf der Treppe. Es klopfte an der Tür. Sie schaltete das Tonaufnahmegerät aus, breitete eine alte Ausgabe derVolkszeitung über die schon geschriebenen Protokolle und rief: »Herein!«
Sie stand auf.
»Guten Tag, Genossin!«
Weber. Meine antifaschistische Aktion, dachte sie und nickte knapp zur Begrüßung.
»Wie siehst du denn aus?«, fragte er mit ironischem Blick. »Was ist denn?«
»Du trägst ein Kleid.«
»Na und? Es ist Sommer, es ist heiß.«
»Wohl wahr.« Er nahm die Mütze ab