: Helene Henke
: Die Trevelyan-Schwestern: Café der Liebe
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962151140
: 1
: CHF 1.80
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 121
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Rebecca Trevelyan ist die jüngste von drei Schwestern und träumt von der großen Liebe. Aber den Mann ihrer Träume wird sie ganz bestimmt nicht über Mutters private Partnervermittlung für Töchter aus adligem Hause finden. Begleitet von ihrer partyfreudigen Cousine Mia reist Rebecca nach Pisa, um dort Kunst zu studieren. Sie lernt Antonio kennen, einen heißblütigen Barista, der sie mit seinem Gehabe fürchterlich auf die Palme bringt - aber auch ihr Herz höher schlagen lässt. Als Rebecca sich schließlich doch auf ihn einlässt, der Schock: Antonio spielt ein falsches Spiel! Und auch Mia hat etwas zu verbergen ...

Helene Henke, geb. 1964, hat erst nach zwei verschiedenen Berufsausbildungen ihre wahre Leidenschaft entdeckt: das Schreiben. 2008 erschien ihr Debüt Die Totenwächterin, erster Teil der Vampirtrilogie Das Rote Palais im Sieben Verlag. Für den Verlag Droemer Knaur schrieb sie zwei Kriminalromane. Nachdem sie ein Gespür für kriminalistische Geschichten bekommen hatte, legte sich die Autorin kurzfristig ein berühmtes Pseudonym zu und schrieb einen Fall für die beiden FBI Inspektoren Jerry Cotton und Phil Decker. Jerry Cotton - Folge 3041: Ende einer Lüge, erschien im September 2015. Die Autorin ist ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden erwachsenen Söhnen in Krefeld.

2. KAPITEL


Im selben Rhythmus wie ihr wild schlagendes Herz eilte Rebecca über das unebene Kopfsteinpflaster der Via Roma, ohne sich umzuschauen. Ein Kribbeln in ihrem Nacken gab ihr für einen Moment das Gefühl, verfolgt zu werden. Doch einzig ihr schlechtes Gewissen schien ihr auf den Fersen zu sein. Beim Verlassen des Cafés hatte sie noch einen Seitenblick durch die Fensterscheibe geworfen und gesehen, wie sich Antonio mit einem Tuch das Gesicht abwischte, während ein Kollege auf ihn einredete.

Rebecca beschleunigte ihre Schritte und wäre am liebsten gerannt. Alles in ihr drängte sie, möglichst schnell hier wegzukommen. Immer noch raste ihr Puls. Was war bloß in sie gefahren? Nachdem ihre Wut verraucht war, machte sich Entsetzen über ihr Benehmen breit. Es hatte sich nur für einen nicht nennenswerten Moment gut angefühlt, diesen selbstgefälligen Kerl zum Schweigen zu bringen. Danach hatte sie nur noch versucht, ihre aufkeimende Reue vor ihm zu verbergen. Sie hatte vollkommen überreagiert, sich benommen wie eine dumme Pute. Wie konnte sie sich nur so gehen lassen? Es war überhaupt nicht ihre Art, in irgendeiner Form aggressiv zu reagieren.

Die Auslagen der Schaufenster rauschten an ihr vorbei, während sie die Straße entlanglief. Immer wieder tauchte Antonios Gesicht vor ihr auf, das schwarze Haar durchnässt von Kaffee. Rebecca presste die Lippen zusammen, um nicht laut aufzustöhnen. Endlich erreichte sie eine Seitengasse, in die sie schnell einbog und innehielt. Sie lehnte sich gegen eine Häuserwand und versuchte ihren Atem zu beruhigen. Schweiß rann ihr über den Rücken und zwischen die Brüste. Sie hätte sich gar nicht erst auf ein Gespräch mit ihm einlassen dürfen, sondern seine Avancen mit einem Lächeln abtun und mit ihrem Kaffee einen anderen Platz aufsuchen sollen. Doch irgendetwas an Antonio hatte sie gereizt und wenn sie ehrlich zu sich war, gab es diese Anziehung schon, bevor es zu dem Disput gekommen war. Sich jedoch auf ein Streitgespräch einzulassen, bei dem sie ohnehin am Ende den Kürzeren ziehen würde, war äußerst unüberlegt gewesen. Es gehörte nicht zu ihren Stärken, Diskussionen mit allzu viel Gegenwehr zu führen. Mehr als ein paar, wenn auch sehr treffende Argumente brachte sie selten zustande, bevor es ihr zu müßig wurde, andere von ihrem Standpunkt zu überzeugen. Mia bewunderte sie regelmäßig für ihre Wortgewandtheit, wenn es um Meinungsverschiedenheiten ging. Rebecca schnaufte bei dem Gedanken. Sie konnte durchaus austeilen, nur mit dem Einstecken klappte es nicht so ganz. Nicht umsonst war sie bemüht, ihr Leben in möglichst harmonische Bahnen zu lenken und Konfrontationen jeder Art aus dem Wege zu gehen.

Sie atmete tief durch und überquerte die Straße, um zu ihrem Hotel zu gelangen. Später würde sie Mia bitten, ihre offene Rechnung im Barings zu bezahlen. Erst als sie in der Hotelbar lustlos ihren Instantkaffee trank, fiel ihr ein, dass Mia sich für ein paar Tage davongemacht hatte. Entnervt rieb sich Rebecca mit beiden Händen durch das Gesicht. Sie fühlte sich immer noch aufgebracht und hätte das Ganze gerne ungeschehen gemacht. Dann blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als sich selbst um ihre Rechnung zu kümmern und sich bei Antonio entschuldigen.

Diese elitären Studentinnen sind doch alle gleich, dachte Antonio, während er sich im Waschraum das verschmutzte Polohemd über den Kopf zog. Sie kommen hierher und halten sich für besonders sozial, wenn sie sich unter das einfache Volk mischen. Doch wehe, ein einfacher Mann kommt ihnen zu nahe, dann ist es schnell vorbei mit der Solidarität und sie ziehen sich sofort in ihr vergold