: Emily Byron
: Die Linie der Ewigen Band I-III
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783962150389
: 1
: CHF 8.90
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: Fantasy
: German
: 1171
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die komplette Trilogie in einem Band Auserwählt Die junge Aline Heidemann hat keine Ahnung, wer der attraktive Fremde ist, den sie zufällig im Park kennenlernt. Der sie nachts zu Hause besucht. Und dessen Haut so verführerisch nach Erde und Wald duftet. Sie hat keine Ahnung, weshalb dieser Mann so eine unglaubliche Anziehungskraft auf sie ausübt. Bis zu dem Tag, an dem einer seiner Brüder versucht, ihr Gewalt anzutun. Da nämlich muss Aline erkennen, dass nichts, woran sie bisher geglaubt hat - Himmel und Hölle, Gott und Teufel, Leben und Tod -, mehr so sein wird, wie es einmal war. Aline erfährt, dass sie eine Bewahrerin ist. Auserwählt, die nächste Generation der Ewigen zur Welt zu bringen. Doch bis es soweit ist, muss sie nicht nur alles hinter sich lassen, was sie bisher als normal betrachtet hat. Sie muss auch erkennen, dass ihr geliebter Daron, ein Ewiger, weitaus mehr vor ihr verbirgt, als sie ahnt. Ohne Vorwarnung findet Aline sich mitten in einem Machtkampf wieder, der nicht nur den Fortbestand der Ewigen gefährdet, sondern auch ihr eigenes Leben und das ihrer Freunde. Ein Kampf, an dessen Ende sich entscheiden wird, wen Aline retten wird: sich selbst oder ihre große Liebe. Verraten Vorstellungstermin bei der Familie des Zukünftigen - meistens der Alptraum aller Schwiegertöchter in spe... Doch Aline Heidemann nimmt es sportlich; scheint doch das bevorstehende Treffen mit dem Clan der McEags vergleichsweise einfach, gemessen an den Turbulenzen der vergangenen Wochen. Womit Aline allerdings nicht gerechnet hat: dass dieser kalte Dezemberabend ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellen und sie in ein noch größeres Abenteuer stürzen wird! Denn plötzlich sieht sie sich nicht nur den erwarteten Anfeindungen aus den Reihen der Ewigen ausgesetzt. Diesmal scheint es überraschenderweise nicht Darons Bruder Mael zu sein, der ihr übel mitspielen will. Bestürzt muss Aline feststellen, dass ihre große Liebe zu Daron abermals auf eine harte Probe gestellt und dass sie unerwartet in die dunklen Abgründe der Familiengeschichte gerissen wird. Und dabei eine Intrige aufdeckt, deren Bösartigkeit so tief geht und so lange währt wie die Existenz der Ewigen selbst. Einmal mehr liegt es allein an ihr, das Chaos zu ordnen und dabei jene zu retten, die sie am meisten liebt. Und als wäre das noch nicht anstrengend genug, plagt sie morgens seit Kurzem auch noch eine merkwürdige Übelkeit... Entfesselt Die ersten Wochen einer Schwangerschaft sind bekanntlich die schönsten. Auch die junge Aline Heidemann beginnt nach dem finalen Kampf gegen Mael, den Bruder ihres geliebten Daron, sich endlich auf ihr bevorstehendes Mutterglück zu freuen. Doch lange währt die Freude nicht: Ein weiterer unerwarteter Schlag des Schicksals lässt die Bewahrerin von einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen verlieren, und sie stellt fortan all ihr bisheriges Handeln in Frage. Kurz darauf muss Aline dann erfahren, welche Bürde sie als Bewahrerin an der Seite ihres 'reinen Todes' Daron tatsächlich trägt - und welche fatalen Konsequenzen dies für die ihr nahe stehenden Personen birgt. Da sieht sich Aline plötzlich in einem Käfig aus übernatürlichen Bestimmungen gefangen, aus dem ihr das Schicksal diesmal keinen Ausweg zu weisen scheint. Noch während sie mit dem Mut der Verzweiflung für sich und ihre Lieben gegen ein System antiquierter Überlieferungen kämpft, wird Darons Familie mit einem mysteriösen Erpresser konfrontiert, der droht, die wahre Identität der Ewigen an die Öffentlichkeit zu bringen. Und inmitten dieses Chaos meldet sich dann auch noch Mael zurück. Und was er diesmal fordert, wird Alines Leben für immer verändern ...

Emily Byron, geb. 1976 in München. Bereits im Kindergartenalter stahl sie sich im Supermarkt - zum Leidwesen ihrer Eltern - immer wieder heimlich zum Zeitschriftenregal mit den Fantasycomics für Erwachsene. Ihre eigenen Gedanken hielt sie zunächst in Zeichnungen, später auch in ersten Kurzgeschichten fest. Im Zuge einer lebensverändernden Erfahrung überkam die Soziologin Ende 2009 wie aus dem Nichts die Idee zu ihrem ersten Buch 'Auserwählt - Die Linie der Ewigen', das eine ganze Trilogie begründen sollte. Neben ihren Büchern veröffentlichte die Autorin seither zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte und Gastartikel auf diversen sozialen Plattformen. Emily Byron lebt mit ihrem Freund sowie ihren Haustieren München.
1
Ich begegnete ihm zum ersten Mal an einem regnerischen Novemberabend.
Die Tropfen prasselten herab auf meinen kleinen, pinkfarbenen Taschenschirm, als ich vom Büro zur nächsten Bushaltestelle eilte. War mal wieder klar, dachte ich. Die Wolken hätten sich ja noch so lange geschlossen halten können, bis ich im Bus sitze, aber nein, wer ewig arbeitet, wird auch noch entsprechend bestraft. So wie immer halt.
Dunkelheit und kalte Nässe waren zwei Dinge, die ich beide alleine für sich schon nicht mochte, denn ich war eher ein sonniger Wüstentyp, dem es gar nicht trocken und heiß genug sein konnte. Eine Kombination aus Beidem glich somit einem gekonnt ausgeführten Faustschlag in mein Gemüt. Knock out in der ersten Runde. Im November ging ich mental öfter mal zu Boden. Da trösteten auch die ersten Lebkuchen der nahenden Weihnachtssaison nicht, die ich mal wieder unangetastet mit nach Hause trug, weil ich auf der Arbeit nicht zum Essen gekommen war.
Ich arbeitete als Reklamationssachbearbeiterin in der Münchner Zweigstelle eines großen amerikanischen Zigarettenimperiums. Reklamationen an sich waren bereits eine Herausforderung, und Zigaretten in Deutschland ein heikles Thema. Aber ich mochte meinen Job und verdiente auch nicht gerade schlecht damit. Sicher war es oftmals stressig, und es gab Tage, da hätte ich das unaufhaltsam klingelnde Telefon mit unzufriedenen Kunden am anderen Ende der Leitung gerne mal gepflegt an die Wand gepfeffert, doch – ganz ehrlich – wo gab es das nicht? Zudem schätzte ich meine Kollegen sehr. Stimmte das Team, war jeder Stress nur halb so schlimm.
Ich hatte auf meinem Tisch noch schnell das letzte Post-it für den morgigen Tag befestigt mit der Notiz, Harry Steet anzurufen, und dann nach draußen geblickt, was ich mir eigentlich hätte sparen können. Wenn man vom Licht ins Dunkel guckte, sah man nämlich – nichts. Nur eine schwarze Wand, die direkt hinter den schon nicht mehr ganz so toll isolierten Fensterscheiben begann. Als hätte während des letzten Telefonats jemand eine Studiokulisse vor mein Bürofenster geschoben oder einen Vorhang zugezogen. Allerdings ziemlich unwahrscheinlich im dritten Stock. Mein Gott, warum war es bloß wieder so schnell Nacht geworden? Es war doch erst neunzehn Uhr.
In diesem Moment hatte ich sie gehört – die kleinen nassen Boten des Himmels, wie sie mit einem besonders zynischen Gruß für Aline Heidemann an die Scheiben klatschen. Als wären sie flüssige Kamikazeflieger, die nur geschickt wurden, um nach Übermittlung ihrer Botschaft – zu lang gewartet, Pech gehabt! – milliardenfach auf Straßen und Fensterscheiben zu zerschellen.
Und auf meinem pinkfarbenen Taschenschirm. Ich liebte den kleinen knalligen Helfer gegen die Armee der Regentropfen. Es tat einfach gut, ein wenig Farbe mit sich herumzutragen. Gerade wenn das Wetter schlecht war. Probieren Sie das mal aus!
Natürlich nahm ich auf meinem Weg zur Haltestelle gleich die erste große Pfütze, die mir in die Quere kam. Zack!, und rein mit dem rechten Fuß. Da halfen auch keine gefütterten Winterschuhe mehr, des Fußes Schicksal war besiegelt. Und das der dazugehörigen Socke auch. Voll eingetunkt – na super!
Über meine Unachtsamkeit fluchend überquerte ich die viel befahrene Hauptstraße an der dafür erst kürzlich installierten Fußgängerampel. Die Bushaltestelle lag gleich fünf Schritte rechts daneben – ein Glück! Ein Blick auf den Fahrplan: Der nächste Bus fuhr erst in siebzehn Minuten – kein Glück! Aber daran war ich bereits gewöhnt. Mein Timing war schon immer lausig gewesen.
Wenigstens war das Haltestellenhäuschen überdacht und bot ganze vier Sitzgelegenheiten. Von denen waren aktuell drei mit diversen Fast-Food-Pappschachteln vermüllt. Nein danke, ich hatte den ganzen Tag im Büro gesessen, ein wenig Stehen würde mir nun sicher nicht schaden. Bei der Wahl meiner Sitznachbarn – sofern man denn im öffentlichen Nahverkehr eine hatte – war ich, ehrlich gesagt, pingelig. Manche rochen etwas streng. Da nahm ich dann lieber Abstand und einen halbstündigen Stehendtransport in Kauf. Jeder hatte so seine Prioritäten. Und wenn es nur Pappschachteln waren.
Während ich meinen Schirm ausschüttelte und ein wenig Abstand zwischen die vorbeifahrenden Autos und mich brachte – große Pfützen plus schnelle Wagen hoch zwei ergaben einen nassen Passanten – ließ ich meinen Blick ein wenig über die Bäume und Sträucher des direkt hinter dem Wartehäuschen beginnenden Parks schweifen. Im Sommer war dieser Park eine reine Oase der Ruhe. Ich verbrachte dort so gerne meine Mittagspause unter meinem Lieblingsbaum, einer stattlichen Pappel. Meiner Mutter waren Pappeln nie geheuer gewesen, man hatte ihr als Kind einst eine Gruselgeschichte von einer Prinzessin erzählt, die nachts auf der Flucht mit ihrer Kutsche ins Moor gestürzt war, während der Wind klagend durch die umstehenden Pappeln rauschte. Seitdem bedeuteten Pappeln für sie Unheil und Tod. Ich konnte diesen Glauben nicht teilen. Vielmehr hatte gerade diese Geschichte meinem Lieblingsbaum noch einen weiteren mystischen Hauch verliehen. Es war bisher nicht eine Mittagspause unter meiner Pappel vergangen, in der ich nicht an diese Geschichte dachte. Nennen Sie mich ruhig morbide. Mir gefiel das.
Von der Bushaltestelle aus war die Pappel relativ gut sichtbar, in einiger Entfernung befand sich zudem eine kleine Parklaterne, die den tagsüber gut benutzten Teerweg ein wenig erhellte. Jetzt allerdings war kein Mensch mehr unterwegs, selbst die Gassigeher hatten ihre Fiffis offenbar gebeten, sie mögen ihr Geschäftchen doch im heimischen Garten erledigen oder gnädigerweise um ein, zwei Stunden nach hinten verschieben. Manchmal jagt