: Patricia Schröder
: Plötzlich Pony Eine Freundin zum Pferdestehlen
: Coppenrath Verlag
: 9783649629030
: 1
: CHF 7.10
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 300
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Pia hat eine neue Freundin: Penny. Oder Pony. Je nachdem, ob gerade jemand gewiehert hat. Denn Penny, das neue Nachbarsmädchen, verwandelt sich leider bei jedem Wiehern in ein Pony. Echt anstrengend! Aus lauter Verzweiflung hat Pennys Mutter ihr eine Box in einem Reitstall gemietet. Zu dumm, dass Penny-Pony dort einem hoffnungsvollen Turnierpony in die Quere kommt, dessen Besitzerin vor nichts zurückschreckt. Pia und Penny beschließen, der arroganten Reitstallclique gründlich die Tour bzw. das Turnier vermasseln! Pias einzige Sorge ist, dass ihre Ponyfreundin sich mitten auf dem Parcours in Penny zurückverwandeln könnte ... Ein schräger Comic-Roman für alle Pony-Mädchen, wild und witzig erzählt und reich illustriert!

Patricia Schröder, 1960 geboren, lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und einer Handvoll Tieren auf Eiderstedt, wo sie als freie Autorin arbeitet. Sie begann mit Rundfunkessays, später kamen Texte für Anthologien dazu. Inzwischen sind von ihr zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht und in andere Sprachen übersetzt worden.

Es passiert an einem Donnerstag um 13:13 Uhr mittags. Meine Freundin Moppie und ich(Pia) kommen gerade von der Schule nach Hause(also zu MIR nach Hause). Wir stapfen die Stufen in den Stock hinauf und trällern dabei den neuesten Hit von unserem Lieblingssänger Mark Forster.

Plötzlich erschüttert ein Wiehern die Wände.

Vor Schreck rutscht mir diePerücke über die(Ja, ich trage eine Perücke!Erkläre ich später!) Unten schnappt die Haustür ins Schloss. Danach ist alles still. IchRÜCKE meine PeRÜCKE zurecht. Moppie bleibt wie stehen und rollt mit den Augen, was sie immer tut, wenn sie Angst hat oder total aufgeregt ist.

„Was war das denn?“, stößt sie hervor. „Wohnt hier etwa einPferd?“

„Klar“, sage ich. „Es ist letzte Woche eingezogen. In die Wohnung auf der vierten Etage ganz links. Meistens benutzt es den Aufzug.“

„Ist nicht wahr!“ Moppie kratzt sich am Kopf. Das macht sie besonders häufig, und zwar mit allem, was ihr zwischen die Finger gerät: Gelstifte, Zahnbürsten, ihreSchildkröte Caruso und so weiter.

„Wieso nehmen wir den Aufzug eigentlich nie?“, will sie wissen.

„Weil er klemmt“, sage ich und erklimme die nächste Stufe. „Jetzt komm, sonst werden die Hotdogs kalt.“

Moppie sagt übrigens immerHÖTDÖGS zu den Wurstbrötchen. Wahrscheinlich denkt sie, das hört sich nochenglischer an.

„Aber …“, stammelt sie.

„Das Pferd ist drin stecken geblieben“, erkläre ich ihr und muss jetzt dochKICHERN.

Vor Entsetzen wird Moppie so bleich wie ein

„Wo? Im Aufzug?“, keucht sie.

Ich nicke:

„Kapier ich nicht.“ Moppie macht ein Gesicht, als hätte ihr jemand dasGehirn geklaut.

„Ich dachte, das Pferd wohnt erst seit einer Woche hier.“

„Deshalb kann es doch trotzdem im Aufzug stecken geblieben sein“, sage ich grinsend.

„Stimmt“, grummelt sie. „Und warum holt es niemand da raus?“

„Keine Ahnung“, erwidere ich.

„Vielleicht hat der Hausmeister vergessen, denTechniker anzurufen.“

„Aber man kann das Pferd doch nicht einfach im Aufzug stehen lassen!“, keift Moppie los.

„Quark“, sage ich. „Bevor es erstickt, ist es längst verdurstet.“

Moppies Augen werden so groß wie Salamischeiben.

brüllt sie mich an.

„Moppie“, sage ich lachend, „reg dich ab. In diesem Haus gab es noch nie einen Aufzug.“

Jetzt guckt meine Freundin mich an, als hätte sie nochNIE ein Gehirn besessen.

„Es war einWitz“, sage ich.

„Wir dürfen hier nicht mal einen Floh halten. Das weißt du doch. Das Wiehern war bestimmt die Hufstedt. Die wohnt im Erdgeschoss und dielacht immer so.“

In diesem Moment wiehert es zum zweiten Mal. Und dann ist da noch ein Geräusch. Es klingt ein bisschen wie das Klappern vonPferdehufen auf Steinfußboden.

denke ich.

Frau Hufstedt lacht vielleicht(nein, ganz sicher!) wie ein Pferd, aber mit den Hufen,, hat sie noch nie geklappert.(Wahrscheinlich, weil sie keine Stöckelschuhe, sondern immer Korksandalen trägt???)

Ich denke an die langsam kalt werdendenHotdogs und will mich gerade wieder in Bewegung setzen, als Moppie ein Schrei entfährt.

„Das warkein WITZ!“, kiekst sie und krallt ihre Hand in meinem Rucksack fest. „Du hast mich angelogen!“ Bevor ich empört widersprechen kann, ruft eine Stimme, die ich noch nie gehört habe und die auch ganz sicher nicht von Frau Hufstedt kommt:

Außerdem ist da wieder dieses komische Geräusch.

Einen Atemzug später sackt Moppie ohnmächtig neben mir zusammen.

„Verfluct!“,fluche ich. „Was ist denn jetzt wieder los?“ Erschrocken drehe ich mich zu meiner Freundin um und dabei fällt mein Blick auf ein weißesPONY mit glänzendem schwarzem Schweif, schwarzer Mähne und bernsteinfarbenen Augen.

Es steht ein halbes Stockwerk weiter unten auf der Zwischenetage und damit nur ungefähr zehn Treppenstufen von mir entfernt.

„Hallo“, sagt es schüchtern. „Es tut mir leid, wenn ich euch erschreckt habe.“

Ich überlege, ob ich ebenfalls schreien und ohnmächtig werden soll.

(Und wer, bitte schön, soll dann mit dem Pony reden)

„Ach so, stimmt ja“, murmele ich und schüttele mich kurz. Als ich wieder hinschaue,ist das Pony verschwunden.

An seiner Stelle steht dort nun ein Mädchen mit langem schwarzem Pferdeschwanz und geradezu magischen, goldschimmernden Augen.

„Entschuldigung“, sagt es. „Tut mir wirklich leid. Jetzt komme ich aber auch alleine klar. Und … verratet mich bitte nicht!“

Das Mädchen dreht sich auf dem Absatz um und hastet so schnell die Stufen hinunter, als wäre eine Horde wutschnaubender Wildpferde hinter ihm her.

Und ich,Pia Pohlmeister, stehe da wie vom Donner gerührt.

Ich klappe den Mund auf und zu und dann noch einmal auf und wieder zu. Genau wie die Fische in PapasAquarium!

Die Schritte des Mädchens verhallen im Erdgeschoss.

Kurz darauf fällt die Haustür ins Schloss.

Danach dauert es noch eine ganze Weile, bis meine Muskeln sich daran erinnern, wozu sie da sind.(Meine Oma Trudi hätte in derselben Zeit vermutlich drei Torten gebacken.)

Ich stürze auf die Zwischenetage hinunter, um dort zum Fenster hinauszusehen, aber dasPonymädchen ist natürlich längst über alle Berge.

Und dann fällt mir ein, dass Moppie auf den eiskalten und extrem harten Treppenstufen liegt und es wahrscheinlich überhauptNICHT hat. Hektisch renne ich zu ihr.

„Was ist passiert?“, stöhnt Moppie. „Wieso liege ich hier, als ob ich meine Schildkröte Caruso wäre?“

(Sie ist nämlich voll mit dem Gesicht voran auf den Boden geknallt.)

„Och, Moppie! Du bist doch keineSchildkröte!“, sage ich und helfe ihr auf die Füße.

„Und wieso liege ich dann hier?“, fragt sie erneut.

„Tust du doch gar nicht … mehr“, sage ich und betrachte sie forschend.

Ihr Gesicht ist schneeweiß und ihrePupillen flackern.

Außerdem hat sie dreiriesige(mindestens so groß wieTischtennisbälle) auf der Stirn. Doch zum Glück blutet sie nicht.

„Kannst du dich echt nicht erinnern?“, frage ich besorgt.

„Nö.“ Moppie schüttelt den Kopf und schneidet im selben Moment eine schmerzvolle Grimasse.

, stöhnt sie, „ich glaub, ich krieg ’ne Beule.“ „Hast du schon“, versichere ich ihr. „Und nicht nur eine, sondern drei … Aber es steht dir“, füge ich hastig hinzu, bevor sie richtig zu jammern anfängt.

Für Moppie ist es nämlich unheimlich wichtig, dass sie immer...