Die Zuschauer klatschten begeistert Beifall, als Beate Langer auf das Siegertreppchen stieg und strahlend die Trophäe entgegennahm. Wieder einmal war es ihr gelungen, ihre Gegnerinnen in einem Tennisturnier zu schlagen.
Das Glück war ihr in den letzten Wochen treu geblieben. In der Presse rühmte man sie bereits als »aufsteigenden Stern am Tennishimmel«, und viele sprachen von einer glanzvollen Zukunft.
Beate war glücklich über ihren Sieg. Sie liebte ihren Beruf als Tennisspielerin und setzte ihren ganzen Ehrgeiz und ihr Können ein, um auf der Leiter des Erfolgs stetig nach oben zu steigen.
Doch Beate freute sich jetzt auch, dass die anstrengenden Pokalspiele zu Ende waren, die sie um die halbe Welt geführt hatten. In den nächsten Wochen war sie endlich einmal ohne Verpflichtungen. Von heute an hatte sie Zeit für sich und ihren Verlobten, Jan Wegener. Die Trennung von ihm wurde ihr von Tag zu Tag unerträglicher.
Erschöpft strich sich Beate eine Locke ihres rotblonden Haares aus der Stirn. Sie blinzelte ins grelle Sonnenlicht und war in Gedanken bei Jan.
Die Ausführungen des Sprechers, der wortreich ihre Geschicklichkeit und ihren präzisen Aufschlag lobte, rauschten an ihren Ohren vorüber. Sie sehnte sich danach, das Siegertreppchen verlassen zu dürfen, um im Hotelzimmer endlich zur Ruhe zu kommen. Sie wollte Jan anrufen, seine Stimme hören.
Beate lächelte versonnen. Schon in der nächsten Woche würde sich ihr Leben entscheidend ändern. Dann würde sie die Ehefrau des bekannten Rechtsanwalts Dr. Jan Wegener werden. Die Hochzeitsvorbereitungen waren schon im vollen Gange.
Beate atmete tief durch. Das Blitzlichtgewitter der Fotografen zerrte an ihren Nerven. Doch sie wusste, was sie ihrem Erfolg schuldig war, und lächelte freundlich. Mit beiden Händen hob sie den Pokal in die Höhe, bedankte sich bei dem jubelnden Publikum und verließ dann mit schnellen Schritten den Center Court.
In ihrem Hotelzimmer angekommen, stellte sich Beate sofort unter die Dusche. Das warme Wasser löste die Anspannung, und ein wohliges Gefühl zog durch ihre müden Glieder, bis das Summen des Handys sie in die Gegenwart zurückbrachte. Hastig griff sie nach dem Handtuch, rubbelte sich notdürftig trocken und schlüpfte in ihren Bademantel. Dann eilte sie ins Zimmer und meldete sich gerade noch rec