: Juliane Sartena
: Fürsten-Roman 2540 Du spielst für mich die Hauptrolle
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783732557899
: Fürsten-Roman
: 1
: CHF 1.80
:
: Erzählende Literatur
: German
: 64
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

'Uuuund Action!', schallt es durch den Innenhof von Schloss Schomburg.
Dann wiehern Pferde, knallen Schüsse und rufen viele Menschen gleichzeitig durcheinander. Ein Filmteam hat die Schlossanlage als Kulisse in Beschlag genommen.

Prinzessin Benedicta zweifelt noch ein wenig, ob sie wirklich ihr Einverständnis dazu hätte geben sollen, schließlich entsteht eine Menge Unruhe in dem sonst so stillen Gemäuer. Dass bald noch viel mehr Unruhe auf sie zukommen wird, ahnt Benedicta just in dem Moment, als sie dem berühmten Hauptdarsteller David Wiedemann zum ersten Mal in natura gegenübersteht. Ihr Herz schlägt einen Salto nach dem anderen, Schmetterlinge fliegen in ihrem Bauch, und David scheint es ähnlich zu gehen.

Doch kann man einem Schauspieler, der auf den romantischen Helden abonniert ist, wirklich glauben, wenn er flüstert: 'Du spielst für mich die Hauptrolle!'?

Benedicta Prinzessin von Schomburg fuhr gern Auto, vor allem Landstraßen. Und ganz besonders gern diesen gewundenen, von einer Apfelbaumallee gesäumten Weg, der zum Schloss ihres Großvaters führte.

Jetzt, im Frühherbst, waren die Äpfel in voller Reife. Benedicta sog durch das geöffnete Autofenster ihren Duft ein. Sie freute sich auf die Zeit, die sie hier auf dem Land verbringen würde, denn sie liebte das Schloss ihres Großvaters, den Stammsitz der von Schomburgs. Hier hatte sie bereits als Kind spannende Ferientage verlebt und gemeinsam mit den Dorfkindern um Mitternacht Gespensterjagden veranstaltet, die zwar immer erfolglos geblieben waren, aber allen einen Heidenspaß gemacht hatten.

Nun freilich war sie eine erwachsene junge Frau, die gerade ihr Studium der Tiermedizin abgeschlossen hatte. Sie kam auch nicht hierher, um Ferien zu machen, sondern um das Haus zu hüten – oder sollte man in diesem Fall besser sagen »Schloss zu hüten« –, da ihr Großvater einige Wochen in Rom verbringen wollte.

Der alte Herr forschte als Privatgelehrter mit großem Eifer auf dem Gebiet mittelalterlicher Handschriften und unternahm in dieser Mission immer wieder Reisen ins Ausland. Um ganz ehrlich zu sein, Benedicta konnte sich kaum etwas Langweiligeres vorstellen, gleichzeitig freute sie sich für ihren Großvater, dass er Vergnügen daran fand und die Gabe hatte, ganz in dieser Sache aufzugehen.

Noch eine kleine Kurve und jetzt konnte sie bereits den burgartigen Turm des Schlosses sehen.

Benedicta lenkte den Wagen in den Innenhof der Schlossanlage.

Der Turm sowie der weitere efeuumrankte Anbau des Schlosses waren auf Mittelalter getrimmt. Doch Benedicta wusste, dass diese Anbauten aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammten, also noch keine 150 Jahre alt waren. Irgendein romantisch veranlagter Ahnherr ihrer Familie hatte sie dem ursprünglichen Bau hinzugefügt.

Der Kies knirschte unter den Reifen ihres Austin Minis, als sie diesen zum Stehen brachte. Rasch holte sie ihr Gepäck aus dem Kofferraum und ging zum Schlossportal, um den altmodischen Klingelzug zu betätigen.

Es dauerte einen Augenblick lang, bis ihr geöffnet wu