: A.E. Vogt
: Die Expedition der Space Beagle Roman - Meisterwerke der Science Fiction
: Heyne Verlag
: 9783641226992
: 1
: CHF 2.70
:
: Science Fiction
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Zukunft: Längst haben die Menschen die Erde hinter sich gelassen und sich aufgemacht, neue Welten zu entdecken. So wie die fast tausendköpfige Besatzung der Space Beagle, eines gewaltigen Forschungsraumschiffes, das von Planet zu Planet reist, um neue Kulturen zu erforschen. Einer von ihnen ist Dr. Elliott Grosvenor. Grosvenor ist ein Nexialist, ein Universalgelehrter, für den die Reise zu den Sternen die Krönung seiner wissenschaftlichen Karriere ist. Fremde Planeten und feindlich gesinnte Aliens machen die Expedition für ihn zum größten Abenteuer seines Lebens ...

Alfred Elton van Vogt wurde am 26.4.1912 Winnipeg, Manitoba geboren. Während der Jahre der Großen Depression arbeitete er in den verschiedensten Gelegenheitsjobs und begann nebenher zu schreiben. Als er sich Ende der Dreißigerjahre der Science-Fiction zuwandte, gab er dem Genre neue und wichtige Impulse.Die Expedition der Space Beaglezählt zu den Klassikern der Science-Fiction. A.E. Vogt starb am 26.1.200 in Hollywood, Kalifornien. Er hinterließ ein umfassendes Lebenswerk.

1

Weiter und immer weiter streifte Cœurl. Die schwarze, mondlose, fast sternenlose Nacht wich zögernd einer Unheil kündenden rötlichen Dämmerung, die zu seiner Linken heraufkroch. Ein trübes, unbestimmtes Licht, das keinVorgefühl nahender Wärme vermittelte, kein Behagen, nichts als matte, kalte Helligkeit, die langsam eine Albtraumlandschaft enthüllte.

Schwarzes, gezacktes Felsgestein und ein schwarzes, lebloses Plateau nahmen Gestalt um ihn an, als endlich eine fahle rote Sonne über den grotesken Horizont stieg. Kalte Lichtfinger tasteten sich in die Schatten vor. Und noch immer war von der Familie der Id-Kreaturen, deren Spuren er jetzt schon seit fast hundert Tagen folgte, kein Anzeichen zu sehen.

Schließlich blieb er stehen, und die jähe Erkenntnis der Wirklichkeit überkam ihn wie ein kalter Schauer. Seine mächtigen Vordertatzen – doppelt so lang wie seine Hinterbeine – zuckten in einer konvulsivischen Bewegung, die jede einzelne seiner rasiermesserscharfen Krallen krümmte. Die wuchtigen Tentakel, die aus seinen Schultern sprossen, stellten ihre schlängelnde Bewegung ein und versteiften sich. Er wandte seinen großen Katzenkopf von einer Seite zur anderen, während die haarähnlichen Fühler, die seine Ohren bildeten, fieberhaft vibrierten und jeden wandernden Hauch, jeden Pulsschlag im Äther prüften und untersuchten.

Doch keine Reaktion stellte sich ein. Kein rasches Prickeln durchlief sein kompliziertes Nervensystem. Nirgendwo war auch nur das leiseste Anzeichen festzustellen, das auf die Anwesenheit der Id hingedeutet hätte, jener Wesen, die auf diesem öden Planeten seine einzige Nahrungsquelle bildeten. Hoffnungslos kauerte sich Cœurl zusammen, eine gewaltige, katzenähnliche Gestalt, deren Umriss sich gegen den mattroten Himmel abhob, wie das Zerrbild eines schwarzen Tigers auf einem dunklen Granitblock in einer Schattenwelt. Was ihn vor allem bestürzte, war die Tatsache, dass ihm jegliches Kontaktgefühl verloren gegangen war. Er verfügte über eine Sensorik, die es normalerweise erlaubte, organisches Id über meilenweite Entfernungen hinweg wahrzunehmen. Er erkannte, dass er nicht länger normal war. Dass er über Nacht den Kontakt verloren hatte, wies auf einen physischen Zusammenbruch hin. Dies also war die tödliche Krankheit, von der er gehört hatte. Siebenmal war er im vergangenen Jahrhundert auf Cœurls gestoßen, die sich aus reiner Schwäche nicht mehr bewegen konnten und deren sonst unsterbliche Körper ausgezehrt und aufgrund des Nahrungsmangels dem Tode geweiht waren. Begierig hatte er dann ihre wehrlosen Körper zerschmettert und den letzten Rest Id zu sich genommen, der sie noch am Leben erhielt.

Cœurl erschauerte vor Erregung, als er an jene Festmähler dachte. Dann knurrte er vernehmlich, ein trotziger, bösartiger Laut, der in der Luft nachbebte, zwischen den Felsen widerhallte und in jeder Nervenfaser seines Körpers nachzitterte. Es war ein instinktiver Ausdruck seines ungebändigten Lebenswillens.

Und dann erstarrte er abrupt.

Hoch über dem fernen Horizont erblickte er einen winzigen glühenden Punkt. Er kam näher. Er wuchs rasend schnell,