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Was Sie nicht tun sollten, wenn Sie die Welt bereisen
Auf einem Langstreckenflug neben einem Zeugen Jehovahs sitzen
Unverblümt ausgedrückt: Lassen Sie es. Lassen Sie es einfach sein. Die Welt zu bereisen ist teuer, gefährlich, unbequem, verwirrend und letztendlich eine riesige Enttäuschung. Im Grunde wie die Ehe, aber ohne den unbedenklichen Sex.
Im Zeitalter von FOMO und YOLO (wer nicht weiß, was das ist, muss es nachschlagen) ist das sicher schwer begreiflich. Aber ganz im Ernst: Der Eiffelturm sieht auch im wahren Leben aus wie ein Gebilde aus einem riesigen Metallbaukasten, genau wie auf dem Facebook-Foto, das Sie eben gesehen haben. Der Grand Canyon ist nichts weiter als ein verklärtes Felsloch. Las Vegas ist genauso geschmacklos und kitschig, wie Sie es sich vermutlich vorstellen. Die brasilianischen Favelas und die Müllhalden in Kalkutta sind wirklich so trostlos, wie es die einfühlsamen Dokumentarfilme im Fernsehen vermitteln. Und seien wir ehrlich: Wereine Eisscholle in der Antarktis gesehen hat, kennt sie alle.
Dokumentarfilmer wie Stephen Fry, Michael Palin und David Attenborough stellen das zwar anders dar. Aber die bekommen ja auch enorme Summen dafür bezahlt, auf Scootern durch die Gegend zu fahren. Außerdem sind sie im Normalfall mit einem Profiteam unterwegs – nicht mit ihrer Familie.
Es darf bezweifelt werden, dass Leute, die im Fernsehen Reiseziele anpreisen, ständig mit Sätzen wie »Sind wir bald da?«, »Gibt es hier auch Pommes?« und »Ich will nach Hause!« bombardiert werden. Es sei denn, sie haben Kai Pflaume dabei.
Sind Sie der geborene Jetsetter?
Trotz seiner Allgegenwärtigkeit auf Wunschlisten ist das Vorhaben, die Welt zu bereisen, nicht für jeden das Richtige. Manche Menschen sind von der Natur einfach nicht mit der Forrest-Gump-artigen Gutmütigkeit und dem Lemmingverhalten ausgestattet, die nötig sind, um sich durch die verschiedenen Höllen auf Erden zu kämpfen. Mithilfe des folgenden Tests können Sie herausfinden, wie wohl Sie sich dabei fühlen, Ihre Komfortzone zu verlassen. Ein an den Rollstuhl gefesselter Clubanimateur, der in naher Zukunft keine Arschbomben in den flachen Bereich eines Hotelpools mehr machen wird, hat ihn exklusiv für dieses Buch zusammengestellt.
- Auf Fernreisen genieße ich es,
a.im Flughafen auf dem Boden zu schlafen.
b.mich im öffentlichen Verkehrsnetz zu verirren.
c.Leute zu fragen, ob sie Deutsch oder Englisch sprechen.
d.mich bei Daheimgebliebenen zu be