*** Brautmyrte***
Der immergrüne, weitverzweigte Strauch kann eine Höhe von bis zu 5 Meter erreichen. Von Mai bis August zieren etwa 3 cm große, weiße Blüten die Brautmyrte.
Schon die Griechen und Römer verwendeten die Myrte als Brautschmuck. Der Brauch, einen Zweig aus dem Brautstrauß in die Erde einsetzen und bewurzeln zu lassen, fand später auch im deutschsprachigen Raum Anwendung.
1736 erhielt die Erzherzogin Maria Theresia vom osmanischen Sultan zu ihrer Vermählung ein Myrtenbäumchen, das noch heute in der Orangerie im Schlosspark Schönbrunn aufbewahrt und gepflegt wird.
»Schwesterherz, ich brauche Blumen.«
»Dir auch einen guten Morgen, Clemens«, sage ich, ohne aufzusehen. Stattdessen widme ich mich den gelben, orangen und roten Gladiolen, die in einem mit Wasser gefüllten Zinkkübel auf dem Verkaufstresen stehen. An den unteren Enden blühen bereits die farbenfrohen, trichterförmigen Blüten, und nach oben hin reihen sich die Knospen, deren bunte Spitzen sich bald öffnen werden. Zumindest, wenn ich ein bisschen nachhelfe. Deshalb knipse ich die obersten Knospen vorsichtig mit einer Gartenschwere weg. Das ist ein alter Trick, den ich schon als kleines Mädchen von meiner Mutter gelernt habe.
»Vielleicht Rosen oder Nelken.«
»Ich kann mich nicht erinnern, wann du zuletzt hier gewesen bist.«
Nicht, dass ich ihn hier öfters zu Gesicht bekommen wollte.Ritas Blütenzauber ist ganz und gar mein Reich. Es genügt, dass ich mir ein Stockwerk darüber eine Wohnung mit meinem Bruder teilen muss.
Ich schiebe den Grünschnitt zusammen und lasse ihn in einen Korb fallen, der direkt unter der Arbeitsfläche bereitsteht.
»Komm schon, Rita. Gib mir irgendetwas Nettes. In Rot oder Pink oder was weiß ich.«
Clemens seufzt und lehnt sich an den Tresen, als wäre es eine Bar, an der er herumlungern könnte.
Ich werfe einen flüchtigen Blick hinüber zu meiner Großmutter, die gerade auf der anderen Seite des Geschäfts eine Kundin berät, ehe ich meinen Bruder von dem Tresen wegschiebe.
»Letztens hast du noch gesagt, ich verkaufe hier überteuertes Unkraut«, zische ich leise, damit nur er mich hören kann.
»Das war doch bloß ein Spaß«, verteidigt Clemens sich grinsend. »Ich sag das auch nie wieder, versprochen! Bitte, ich muss gleich zu Conny und will ihr einen kleinen Strauß mitbringen.«
»Also gut.«
Als hoffnungslose Romantikerin kann ich es keinem M