: Richard Dübell
: Das Spiel des Alchimisten
: beTHRILLED
: 9783732555284
: Peter Bernward
: 1
: CHF 4.50
:
: Historische Kriminalromane
: German
: 573
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Der vierte Fall für Peter Bernward

Augsburg, 1478. Ein skrupelloser Mörder versetzt die Stadt in Angst und Schrecken: Innerhalb weniger Tage wurden zwei Angehörige der Familie Hoechstetter getötet. Die Stimmung ist angespannt, die Gewaltbereitschaft groß und jeder Fremde sofort verdächtig. Das bekommt auch der ehemalige Kaufmann Peter Bernward zu spüren, der in der Stadt nach seiner Tochter Maria sucht. Als er den Hinweisen eines undurchsichtigen Alchimisten folgt, kommt ihm der furchtbare Verdacht, dass zwischen Maria und den Verbrechen eine Verbindung bestehen könnte ...

Ausgezeichnet mit dem Kulturförderpreis der Stadt Landshut.

Peter Bernward ermittelt weiter bei beTHRILLED:Der Sohn des Tuchhändlers.

Books von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



<p><b>Richard Dübell</b>, geboren 1962, lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Niederbayern und ist Träger des Kulturpreises der Stadt Landshut. Er zählt zu den beliebtesten deutschsprachigen Autoren historischer Romane. Seine Bücher standen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurden in 14 Sprachen übersetzt. Mehr Informationen über den Autor finden Sie auf seiner Homepage:<a href="http://www.duebell de/" target="_blank"> ww.duebell.de</a></p gt;

2.


Die Wachen bewegten sich mit der Grobheit von Männern, die in ihrer Arbeit geübt sind; schon von daher konnten sie keine Ratsbüttel sein. Sie trugen das Rot des Bischofs und kurze, neu wirkende Spieße, mit denen sie uns – so ruppig, wie es offenbar sein musste – zu den Pulten der Schreiber drängten. Sie waren fünf; die übliche Anzahl für Patrouillengänge. Mit ihnen kam der ranzige Geruch von Kleidung herein, in der zu lange gestanden, gelaufen, gegessen und geschlafen worden ist. Ich fand die Anzahl, in der sie auftraten, übertrieben, bis ich einen längeren Blick in die Augen warf, die im Schatten ihrer Eisenhüte funkelten, und die nervöse Spannung darin sah. Auch die Wachen hörten den dumpfen Trommelschlag der Angst. Ihr Anführer baute sich vor der Tür zu Stinglhammers Stube auf, die anderen stellten sich in einem lockeren Kordon um uns herum. Der Truppführer berührte mit der Stiefelspitze den frischen Fleck auf dem Boden, der das gewesene Morgenmahl des stotternden Schreibers darstellte, und warf uns einen verächtlichen Blick zu. Dann trat er in die Tür und spähte in die Stube. Wir hörten das Frettchen, das sein Revier fauchend verteidigte, und ich sah eine gewisse Genugtuung auf dem Gesicht des Stotterers, als der Truppführer zurückzuckte.

»Was ist das für ein Vieh?«, rief er ärgerlich.

»Das ist ein F-f-f-f… das gehört H-h-h-h… wir hörten es t-t-t-t…«

»Das ist Stinglhammers Frettchen«, sagte ich. »Der Bau hier ist wahrscheinlich von Mäusen verseucht. In der Ecke, beim Kamin, steht sein Käfig.«

»Was mischen Sie sich hier ein?«

»Der Käfig ist offen.«

»Wer zum Teufel sind Sie überhaupt?«

»Ein Durchreisender.«

»Dann halten Sie den Mund, wenn Sie nicht gefragt werden.«

Ich zuckte mit den Schultern und versuchte, mich nicht zu ärgern. Der Truppführer betrachtete mich aufgebracht und trat dann von der Tür zurück. Er hatte den Fuß nicht über die Schwelle gesetzt. Anscheinend erwartete er jemand Höherstehenden, dem der erste Schritt gebührte; und er war sicher nicht unglücklich darüber, dass er die Kammer mit dem Toten darin nicht als Erster betreten musste.

»Was für eine Sauerei ist hier passiert?«, fuhr er die Schreiber an.

Der Stotterer mühte sich ab, das Wenige zu erklären, das ihm klar war: die verschlossene Stube, der nicht auffindbare Stinglhammer, die aufgebrochene Tür. Der Wachführer blickte in meine Richtung, aber ich beachtete ihn nicht. Der Begleiter des schwachsinnigen Jungen starrte den Bäcker an.

»Was haben Sie gesagt?«, flüsterte er.

»Der Todesengel«, grollte der Bäcker. »Er geht wieder um.«

»Was meinen Sie damit?«, fragte ich.

»Ulrich Schwarz am Galgen, das war nicht genug. Er geht wieder um und erschlägt die Sünder.«

»Was war mit Ulrich Schwarz?«

»Er war der Bürgermeister. Er …«

»Ruhe«, befahl der Truppfü