: Richard Dübell
: Der Sohn des Tuchhändlers
: beTHRILLED
: 9783732553990
: Peter Bernward
: 1
: CHF 4.50
:
: Historische Kriminalromane
: German
: 461
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Peter Bernward in seinem größten Abenteuer

Krakau, 1486. Der Tuchhändler Peter Bernward führt mit seiner Lebensgefährtin Jana Dlugosz in deren Heimatstadt ein beschauliches Familienleben. Doch die Ruhe währt nicht lange: Als Bernward versucht, einem befreundeten jüdischen Bankier zu helfen, sticht er in ein Wespennest. Die antijüdische Stimmung in Krakau heizt sich auf, und es kommt zu Ausschreitungen. Als auch Janas Adoptivsohn Paolo in Gefahr gerät und nur mit knapper Not entkommt, wird Bernward bewusst: Das Feuer leckt bereits an dem Pulverfass, auf dem sie alle sitzen ...

Weitere historische Romane von Bestsellerautor Richard Dübell bei beTHRILLED:Im Schatten des Klosters,Die Tochter des Bischofs undDie Braut des Florentiners.

Books von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.



<p><b>Richard Dübell</b>, geboren 1962, lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Niederbayern und ist Träger des Kulturpreises der Stadt Landshut. Er zählt zu den beliebtesten deutschsprachigen Autoren historischer Romane. Seine Bücher standen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurden in 14 Sprachen übersetzt. Mehr Informationen über den Autor finden Sie auf seiner Homepage:<a href="http://www.duebell de/" target="_blank"> ww.duebell.de</a></p gt;

KAPITEL 1


25. Tag des Lenzmonats, 1486A.D.

Verkündigung des Herrn

Judex crederis esse venturus

In te, Domine, speravi

Non confundar in aeternum

Salvum fac populum tuum

Judex crederis

»GOTT DER HERR BLICKT AUF DIESE STADT«, brüllte der Mönch. »Und GottWEINT

Die Anzahl seiner Zuhörer war beträchtlich. Er stand in taktisch günstiger Position gleich außerhalb des Hauptportals der Sankt-Andreas-Kirche mitten in der Vorstadtgasse, und alles, was es gebraucht hatte, um die Zuhörermenge zu bannen, waren ein paar Dutzend Neugierige, die stehen blieben und die Eingänge der nächstgelegenen Gassen verstopften. Dafür, dass es Neugierige gab, hatte der Mönch gesorgt: Er stand auf einer schwankenden Staffelei, die von zwei Chorknaben aus dem Dom nur mangelhaft stabilisiert wurde; und als die ersten Messbesucher ins Freie gestrebt waren, hatte er sich die Kutte bis zum Bauchnabel aufgerissen und laut zu kreischen begonnen wie einer, der auf dem Scheiterhaufen steht und merkt, dass das Ganze kein Spaß mehr ist.

Die Leute blieben stehen und gafften. Die Nachfolgenden strömten aus der Kirche und drängten die Gaffer beiseite, aber da diese ihr Recht zu gaffen behaupteten und sich gegen den Andrang wehrten, wurde aus der Menge bald ein unentwirrbarer Knäuel Leiber, der Schimpfwörter und Flüche absonderte und ganz allgemein die Energie für eine baldige Prügelei ansammelte.

Friedrich von Rechberg und ich waren mittendrin.

»Das muss dieser Kapuzinermönch aus Italien sein«, schrie ich Rechberg ins Ohr. »Er hat sich durch das ganze Reich bis hierher gepredigt und soll seit einer oder zwei Wochen beim Kardinal leben. Fryderyk Jagiello hat scheinbar einen Narren an ihm gefressen.«

»Und was predigt er?«, schrie Rechberg zurück.

»Die frohe Botschaft der Christenheit …«

»Gott der HerrWEINT bittereTRÄNEN!«, donnerte der Mönch.

Die Gesichter der Menschen um uns herum wirkten in der Mehrzahl ungeduldig. Die meisten wandten die Köpfe, um nach einem Ausweg aus der Menge zu suchen; ein paar Glückspilze am Rand schafften es, sich abzusetzen. Sie hatten bis gerade eben eine Stunde lang den Rücken des Priesters der Sankt-Andreas-Kirche betrachtet, dessen Eigenart es war, die Messe flüsternd zu halten und selbst die Wandlung mit so sparsamen Bewegungen auszuführen, dass ein unaufmerksamer Beobachter