: Linus Geschke
: Die Akte Zodiac - Gesamtausgabe Thriller
: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
: 9783955309602
: 1
: CHF 5.40
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 314
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wenn der Maskenmann kommt, sterben Liebespaare. Meist nachts, meist auf abgelegenen Parkplätzen. Das Ermittlerteam um Kommissarin Eva Lendt und den Fallanalytiker Marco Brock steht vor einem Rätsel, bis es merkt, dass die Morde den Taten eines berüchtigten Killers gleichen, der Ende der sechziger Jahre in der San Francisco Bay Area gewütet hat. Der ZODIAC gehört zu Amerikas berühmtesten Serienkillern. Hollywoodfilme wurden über ihn gedreht, unzählige Bücher geschrieben, und dennoch liegt seine Identität bis heute im Dunklen verborgen. Eva Lendt und Marco Brock ahnen, dass sie den jetzigen Killer nur fassen können, wenn sie die Taten des damaligen verstehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

Der 1970 geborene Linus Geschke arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Für das Special-Interest-Magazin 'unterwasser' verfasst er Tauch- und Reisereportagen, für die der gebürtige Kölner bereits mehrere Journalistenpreise gewonnen hat.

Fünf Monate zuvor
Gerolstein/Eifel


Tim war verrückt nach Lena, und sie war verrückt nach ihm. Die beiden hatten sich auf dem Schulhof des St. Matthias-Gymnasiums kennengelernt, das sie beide besuchten und wo er in der Abschlussklasse war, sie eine darunter.

Vor zwei Monaten hatten sie sich dann zum ersten Mal verabredet, in einem kleinen Café im Zentrum ihres Heimatortes. Tim hatte bei dem Treffen nur belanglosen Small Talk zustande gebracht, aber als er Lena später die Autotür seines Wagens öffnete, um sie nach Hause zu fahren, hatte sie ihn auf die Wange geküsst.

Am nächsten Tag hatten sie sich erneut getroffen. Wieder in dem gleichen Café, wieder endete es mit einem Kuss. Dieses Mal jedoch hatten ihre Lippen sich berührt, die Zungen sich umschlungen, und von dem Moment an waren sie ein Paar gewesen. Sie hatten anfangs niemandem davon erzählt, ihren Freunden nicht, ihren Eltern nicht. Eine Woche lang klappte das, dann waren ihre Gefühle für jeden, der nicht blind war, offensichtlich. Die Blicke. Die Funken, die zwischen ihnen sprühten. Die errötenden Wangen, wenn einer auf den anderen angesprochen wurde. Seitdem war kaum ein Tag vergangen, an dem sie sich nicht getroffen hatten, und auch an diesem frühen Freitagabend, dem 20. Dezember, konnten sie es kaum erwarten, sich zu sehen.

Wie immer fuhr Tim pünktlich auf die Minute vor Lenas Elternhaus vor. Ihre Eltern mochten den blonden und groß gewachsenen Jungen, der vor einem halben Jahr volljährig geworden war. Er war höflich, hatte keine wilden Tätowierungen, sah immer wie aus dem Ei gepellt aus und es war offensichtlich, dass er ihre Tochter vergötterte.

Lenas Vater begrüßte ihn an der Haustür. Tim trug an diesem Abend eine dunkle Jeans, einen gestreiften Pullover und eine schwarze Jack-Wolfskin-Jacke, deren Kapuze mit einem künstlichen Fellbesatz versehen war. Sein frisch gewaschener Opel Corsa glänzte auf dem Bordstein hinter ihm.

Dieses Auto beruhigte Lenas Vater ungemein: Seiner Meinung nach verhinderte es, dass Tim zu viel Alkohol trank, und gleichzeitig war der Wagen auch eine Garantie dafür, dass seine Tochter trotz der Kälte warm und sicher nach Hause kommen würde.

Dann stürmte Lena an ihrem Vater vorbei, schlang die Arme um Tim und küsste ihn – ein Anblick, der ihrem Vater immer noch Magengrummeln bereitete. Die Wangen der 17-Jährigen glühten dabei vor Freude und ihre braunen Augen blitzten. Sie trug ebenfalls eine Jeans, dazu einen weißen, eng anliegenden Rollkragenpullover und eine dicke Daunenjacke. Es war in den letzten Tagen empfindlich kühl geworden, die Temperaturen fielen nachts jetzt häufig deutlich unter den Gefrierpunkt.

Um halb sieben machte sich das junge Paar auf den Weg, um in einer Pizzeria noch einen Happen zu essen. Beide tranken dazu ein Glas Bier, Lena anschließend noch einen Ramazotti. Gegen 20 Uhr erreichten sie dann ihr Stammlokal, wo sie sich mit einem anderen Pärchen verabredet hatten.

Es wurde ein großartiger Abend.

Lena trank vielleicht ein bisschen viel, war aber nicht betrunken. Die beiden Pärchen s