: Miriam Traut
: Im Land der Kangaroos
: hansanord Verlag
: 9783947145126
: 1
: CHF 5.40
:
: Australien, Neuseeland, Ozeanien
: German
: 200
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Jahr lang hat die 20-jährige Miriam als Au-pair-Mädchen bei einer Gastfamilie in den USA verbracht, doch kaum ist sie zurück in der Heimat, plagt sie das Fernweh.
Schon bald verspürt die junge Frau den Drang, aufs Neue in die große, weite Welt hinauszuziehen.
Hals über Kopf kehrt sie Deutschland den Rücken und macht sich auf den Weg nach Australien, wo sie sieben Monate lang an einem Berufscollege in Brisbane studiert.
Miriam bereist das Land der Kängurus, lernt viele neue, interessante Menschen kennen, schwimmt mit Schildkröten im Meer, feiert Weihnachten unter Palmen und macht Bekanntschaft mit giftigen Tieren.
Down Under - 212 Tage Abenteuer

Erster Teil


Wie alles BEGANN ...


Mein Name ist Miriam, ich bin zwanzig Jahre alt und die letzten dreihundertfünfundsechzig habe ich in einer New Yorker Upper-Class-Familie gelebt und mich um deren vierjährigen Sohn namens Cornelius gekümmert. Meine Gastmutter war zwar eine Zicke, das Kind anfangs ein verwöhnter Fratz und ich selbst hatte vor meiner Abreise gerade mal eine Vier in Englisch, dennoch wurde es zum bisherbesten Jahr meines Lebens: Meine Englischkenntnisse verbesserten sich im Nu, ich lernte wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennen, feierte ausgelassene Partys, reiste viel herum und auch die Männerwelt ließ mich nicht kalt. Ich verliebte mich in einen jungen Amerikaner namens Marc, einen neunzehnjährigen gutaussehenden Mann mit ecuadorianischen Wurzeln.

Ich durfte in dem einen Jahr als Au-pair-Mädchen extrem viele neue Erfahrungen sammeln. Das vermisse ich hier – in Deutschland – sehr. Seit fünf Wochen bin ich nun wieder zurück in der Heimat, doch mir ist, als wäre die Zeit während meiner Abwesenheit stehen geblieben. Ich selbst habe mich verändert und scheine nicht mehr indiese Welt zu passen. Selbst mit meinen besten Freundinnen ist es nicht mehr so, wie es einst war. Wir haben uns auseinandergelebt, die Interessen sind nicht mehr dieselben.Was ist nur geschehen?, frage ich mich viel zu oft und sehne mich nach meinem alten Leben in New York zurück. Ist das der sogenannte Reverse-Kulturschock, von dem ich gelesen habe? Die Rückkehr sei nach solch einem mehrmonatigen Auslandseinsatz das Komplizierteste von allem, heißt es, da die Wiedereingliederung in die eigene Kultur eine schwierige psychologische Erfahrung darstelle.

Die Frage, wie es jetzt weitergehen soll, bekomme ich in letzter Zeit viel zu oft zu hören. Ich müsse mich allmählich entscheiden und die ersten Bewerbungen schreiben, sagen meine Eltern fast tagtäglich beim gemeinsamen Abendbrot, denn mit meinen zwanzig Jahren wäre es allerhöchste Zeit, dass ich endlich eine Berufsausbildung oder ein Studium beginne. Da haben sie womöglich recht.

In die engere Auswahl kommen: ein Tourismus-Studium oder eine Ausbildung zur Erzieherin.Aber ... eigentlich will ich einfach nur zurück nach New York. Selbstverständlich