: Terry Brooks
: Die Shannara-Chroniken: Die Erben von Shannara 3 - Elfenkönigin Roman
: Blanvalet
: 9783641212780
: Die Shannara-Chroniken: Die Erben von Shannara
: 1
: CHF 8.90
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: Fantasy
: German
: 560
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach dem großen Erfolg der TV-Serie: Die Saga geht weiter!
Die Aufgaben, die der Geist des Druiden Allanon den Nachfahren der Ohmsfords übertragen hat, erweisen sich als nahezu unerfüllbar. Walker Boh verliert auf der Suche nach dem schwarzen Elfenstein fast sein Leben - der Elementgeist Quickening kann ihn gerade noch rechtzeitig retten. Gemeinsam ziehen sie in das Reich der Zwerge, um das Juwel zu bergen. Währenddessen hat Wren Ohmsford endlich die verschollenen Elfen auf einer einsamen Insel entdeckt. Doch deren neue Heimat ist in großer Gefahr, ein grausamer Dämon will die Elfenkönigin und ihr Volk für immer vernichten ...

Dieser Roman ist bereits geteilt in zwei Bänden erschienen unter den Titeln 'Die Elfenköngin von Shannara' und 'Die Verfolgen von Shannara'.



Im Jahr 1977 veränderte sich das Leben des Rechtsanwalts Terry Brooks, geboren 1944 in Illinois, USA, grundlegend: Gleich der erste Roman des begeisterten Tolkien-Fans eroberte die Bestsellerlisten und hielt sich dort monatelang. Doch 'Das Schwert von Shannara' war nur der Beginn einer atemberaubenden Karriere, denn bislang sind mehr als zwanzig Bände seiner Shannara-Saga erschienen.

1

Feuer.

Die Öllampen, die einsam in den Fenstern und über den Eingängen zu den Unterkünften ihres Volkes hingen, rußten. Die Pechfackeln an Straßenkreuzungen und Toren flackerten und zischten. Zwischen den belaubten Zweigen der uralten Eiche und des Walnussbaumes schimmerte es rot glühend, wo verglaste Laternen die Alleen säumten. Die Flammen wirkten wie kleine Lebewesen und drohten, die Nacht zu erobern und zu verschlingen.

Wie auch uns, dachte sie.

Wie die Elfen.

Ihr Blick schweifte aufwärts, hinüber zu den Gebäuden und Mauern der Stadt, und dann dorthin, wo Killeshan Dampf ausstieß.

Feuer.

Rötliches Glühen stieg aus dem zerklüfteten Schlund des Vulkans auf, das Leuchten des geschmolzenen Kerns spiegelte sich in den Wolken aus Vog – vulkanischer Asche –, die sich düster am leeren Himmel ballten. Killeshan ragte bedrohlich darüber auf, gewaltig und eigensinnig, ein Phänomen der Natur, dem Elfenmagie nichts entgegenzusetzen hatte. Schon seit Wochen war das Grollen aus den Tiefen der Erde zu hören, hungrig und entschlossen. Es war ein Anzeichen für den Druck, der sich mehr und mehr aufbaute und schließlich nach Befreiung drängen würde.

Unterdessen grub sich die Lava durch Risse und Spalten im Mantel des Vulkans, floss in gewundenen Rinnsalen den langen Weg hinab zum Ozean und verbrannte den Dschungel und seine Bewohner. Eines nicht mehr fernen Tages würden diese Abflüsse nicht mehr ausreichen und Killeshan würde in einer Feuersbrunst ausbrechen, die sie alle vernichten würde.

Wenn bis dahin überhaupt noch jemand von ihnen übrig war.

Sie stand am Rande des Gartens des Lebens, nahe am Ellcrys. Der uralte Baum wuchs himmelwärts, als wolle er sich durch den Vog kämpfen und die saubere Luft einatmen, die darüber lag. Seine silbernen Zweige schimmerten schwach im Licht der Laternen und Fackeln, und scharlachrote Blätter warfen das dunkle Glühen des Vulkans zurück. Verstreute Funken tanzten in seltsamen Mustern zwischen den Bäumen hindurch, als wollten sie ein Bild formen. Sie beobachtete, wie die Bilder auftauchten und verblassten, ein Spiegel ihrer Gedanken und der Traurigkeit, die sie zu überwältigen drohte.

Was soll ich tun?, fragte sie sich.Welche Wahl bleibt mir?

Keine, wie sie wusste. Keine. Sie konnte nur warten.

Sie war Ellenroh Elessedil, die Königin der Elfen, und sie konnte nur eine einzige Sache tun: abwarten.

Sie umklammerte den Ruhkstab und blickte mit verzweifeltem Gesicht gen Himmel. In dieser Nacht waren weder Mond noch Sterne zu sehen. Seit Wochen ließen sie sich kaum noch blicken, nur der Vog war allgegenwärtig, dicht und undurchdringlich, ein Leichentuch, das darauf wartete, sich über sie zu senken, ihre Körper zu bedecken, sie alle zu umschließen und für immer einzuhüllen.

Wie erstarrt stand sie da, als ein heißer Windzug über sie hinwegwehte und ihr Gewand aus edlem Leinen aufwallen ließ. Ellenroh war groß, hager und hatte lange Beine. Die Knochen ihres Gesichts traten hervor und formten Züge, die man nicht so leicht vergaß. Ihre Wangenknochen lagen hoch, ihre Stirn war breit und ihr Kinn unter dem breiten, dünnen Mund scharf geschnitten und glatt. Ihre Haut spannte sich über ihr Gesicht, was ihr das Aussehen einer Skulptur verlieh. Flachsblonde Locken fielen ungebändigt auf ihre Schultern. Ihre Augen waren