: Antje Herden
: Wir Buddenbergs - Der Schatz, der mit der Post kam Band 1
: Fischer Sauerländer Verlag
: 9783733650414
: Wir Buddenbergs
: 1
: CHF 6.50
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine verrückt-liebenswerte Familie - das erste Abenteuer der Buddenbergs Die neunjährige Mia hat die trubeligste Patchworkfamilie, die man sich vorstellen kann. Da gibt es ihren großen Grufti-Bruder, die wilden kleinen Zwillinge, ihre liebevoll-chaotische Mutter, den grummelig-gutmütigen Opa, diverse Väter und natürlich Mias Sozusagen-Schwester und beste Freundin Lisbeth. Kein Wunder, dass bei den Buddenbergs immer was los ist und sie von einem Abenteuer ins nächste stolpern! Um bei all dem Kuddelmuddel den Überblick zu behalten, zeichnet Mia alles auf Karten in ihr Tagebuch. Diese Geschichte beginnt eigentlich an dem Tag, an dem ein hundert Jahre alter Brief aus London bei Mia und ihrer Familie ankommt. Doch die Buddenbergs ahnen nicht, dass dieser Brief eine richtige Sensation ist. Deshalb geht er im normalen Buddenberg-Chaos auch fast verloren. Dabei führt er doch zu einem Geheimversteck in ihrer alten Villa - und zu einem echten Schatz ... Antje Herden erzählt von kleinen und großen Abenteuern, von Liebe und Zusammenhalt und von der Kunst, aus allem immer das Beste zu machen. »Eine sehr charmante Familiengeschichte - da steckt viel Liebe drin!« Tanya Stewner Mit vielen Bildern von Florentine Prechtel Alle Bände von ?Wir Buddenbergs?: Band 1: Der Schatz, der mit der Post kam Band 2: Das Geheimnis vor der Tür Band 3: Abenteuer machen keine Ferien Serie bei Antolin gelistet

Antje Herden, geboren 1971, reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang um die Welt. Es folgten ein Architekturstudium und weitere Auslandsaufenthalte. Im Anschluss machte sie sich als Redakteurin und als Schriftstellerin selbständig. 2018 wurde Antje Herden mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Darmstadt.

Die Torte


Diese Geschichte begann eigentlich an dem Tag, an dem der ururalte Brief aus London bei uns ankam. Doch wir ahnten erst einmal nichts von ihm, denn mein großer Bruder Joshua hatte ihn aus Versehen in die Altpapiertonne geworfen. Wir wussten noch nicht, dass dieser Brief eine richtige Sensation war und dass er uns zu einem echten Schatz führen sollte. Darum hatten wir an dem Tag auch noch überhaupt keine Ahnung, dass ein unheimlich spannendes und sehr besonderes Abenteuer auf uns wartete.

Wir sind übrigens Familie Buddenberg und ein ziemlich bunter Haufen, darum geben sich die Abenteuer quasi die verschnörkelte Klinke der Eingangstür unserer Villa in die Hand, und wir Buddenbergs purzeln von einem ins andere. Dieses Mal jedoch fiel sogar Mama aus allen Wolken.

Mama lässt sich sonst nicht so schnell aus der Ruhe bringen, denn sie hat einen tollen Trick. Egal, was passiert, Mama sagt immer, genau so soll es sein. Auch wenn sie eigentlich einen ganz anderen Plan hatte.

Joshua hat diesen Trick als Erster durchschaut. Klar, er ist ja der Älteste von uns vier Buddenbergkindern und schon siebzehn Jahre alt. Aber auch ich merke immer öfter, wenn Mama unser Leben ein bisschen zurechtbiegt. Ich finde das aber überhaupt nicht schlimm. Es macht mich sogar glücklich. Mama versucht nämlich immer, das Beste in allem zu sehen und aus allem zu machen. Und was soll daran schlimm sein?

Meine Zwillingsbrüder Luis und Lukas sind zu klein und merken das natürlich alles noch nicht. Und mein Opa, den wir alle Opipi nennen, sagt nichts dazu, sondern brummelt in solchen Momenten vor sich hin. Nur manchmal streiten Mama und er ein bisschen darüber, wenn sie denken, dass wir es nicht hören können. Opipi macht nämlich gern Pläne und hält sich auch daran. Aber etwas Streit kommt ja in allen Familien vor.

Mein Name ist übrigens Mia, und ich bin neun. Damit das ganze Kuddelmuddel bei uns zu Hause nicht zu einem Kuddelmuddel in meinem Kopf wird, zeichne ich Karten. Es ist nämlich nicht so leicht, alles im Leben zu verstehen. Karten können dabei helfen. Mir helfen sie. Ich zeichne sie in ein dickes Skizzenbuch, und weil ein Buch mit Karten ja ein Atlas ist, nenne ich dieses Skizzenbuch meinen Lebensatlas.

Joshua hat stattdessen seine Theaterstücke. Darin liest er jeden Tag, oder er spielt sie nach. Manchmal sogar auf der Bühne. Er hat mir erklärt, dass Theaterstückepoetische Anleitungen für das Leben sind. Ich glaube aber auch, dass sie so etwas wie seine Freunde sind. Denn im echten Leben hat Joshua nicht so viele davon.

Doch er hat ja uns. Mama, Opipi, Luis, Lukas und mich und eigentlich auch seinen Vater, den Seemann. Das ist schon eine ganze Menge.

Obwohl ich jetzt natürlich genau weiß, an welchem Tag der ururalte Brief in unserem Briefkasten landete, beginne ich diese Geschichte mit dem Tag davor. Es ist immer gut, den Überblick zu behalten. Darum stand Mama am Anfang auch auf einem Stuhl.

Sie hielt eine große Tüte voller Zuckersahnecreme in Grün in den Händen und schwankte wie ein Schiff hin und her. Der Seemann sagt zwar immer, dass Segelboote nicht umkippen können, aber Mama ist ja kein Boot.

»Pass auf!«, rief ich.

»Nicht in die Torte!«, schrie Joshua.

Im selben Moment fiel Mama vom Stuhl und landete, holterdiepolter, auf dem Küchenfußboden. Die Zuckersahnecremetüte zerplatzte. Für eine Sekunde war es schockstarrestill. Ich schaute erschrocken zu Mama runter. Alles war grün gesprenkelt: ihr T-Shirt, ihr entgeistertes Gesicht und ihre eigentlich braunen Haare, der Fußboden, die Küchenschränke und die Stühle.

»Aua! Mein Po!«, wimmerte M