: Andreas Schlüter
: Survival - Verloren am Amazonas Band 1
: Fischer Sauerländer Verlag
: 9783733649531
: Survival
: 1
: CHF 6.50
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sie haben den Flugzeugabsturz überlebt. Doch jetzt sind sie verloren im Dschungel! Band 1 der neuen Abenteuerserie von Erfolgsautor Andreas Schlüter: actionreich und atemberaubend spannend! Mit vielen coolen Survival-Tipps und -Tricks! Der dreizehnjährige Mike kommt nach einer Bruchlandung im Dschungel langsam zu Bewusstsein. Wo ist seine kleine Schwester Elly? Und was ist mit seinen Freunden Matheus und Gabriel, die ebenfalls im Flugzeug saßen? Alle sind am Leben - noch. Denn der Dschungel birgt viele Gefahren. Schlangen, Raubkatzen, unerbittliche Naturgewalten - im wilden Amazonien können nur die Stärksten überleben. Hungrig und wild entschlossen, am Leben zu bleiben, machen sich die Kinder auf den gefährlichen Weg durch den Urwald. Alle Bände der Serie: Band 1: Survival - Verloren am Amazonas Band 2: Survival - Der Schatten des Jaguars Band 3: Survival - Im Auge des Alligators Band 4: Survival - Unter Piranhas Band 5: Survival - Im Netz der Spinne Band 6: Survival - Der Schrei des Affen Band 7: Survival - Von Haien umzingelt Band 8: Survival - In den Krallen des Leguans Serie bei Antolin gelistet

Bevor Andreas Schlüter, geboren 1958, mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. 1994 feierte er mit dem Kinderroman »Level 4 - Die Stadt der Kinder« einen fulminanten Erfolg. Seit über dreißig Jahren ist er als Autor tätig.

Abgestürzt


Jetzt lag Mike hier. Irgendwo im Dickicht. Wo waren die anderen? Bisher hatte er nur die Stimme seiner Schwester gehört. Er kroch in ihre Richtung, musste hier und da ein paar wilde Sträucher beiseitedrücken, und dann sah er – nicht nur Elly.

Im Hintergrund, aber bestimmt mindestens hundert Meter entfernt, entdeckte er das Flugzeug, verbeult und zerschellt. Es steckte mit der Nase schräg in der Erde, das Heck qualmte und kokelte noch vor sich hin.

Der Boden war feucht, die Pflanzen nass. Ebenso wie seine Kleidung, wie Mike erst jetzt bemerkte. Es schien geregnet zu haben. Möglicherweise stand nur deshalb der Urwald um sie herum nicht lichterloh in Flammen.

Mike krabbelte auf seine Schwester zu.

»Zeig mal!« Vorsichtig hob er ihren Fuß an.

Elly zuckte vor Schmerz zusammen. Das ganze Bein war mit blutigen Kratzern übersät, die Hose zerrissen. Aber … Mike hob ihren Fuß nur mit seiner rechten Hand noch ein Stückchen an. Um ihn zu drehen, benötigte er auch seine zweite Hand, doch der linke Arm schmerzte entsetzlich. Dennoch biss er die Zähne zusammen und drehte langsam und vorsichtig ihren Fuß. Fragend sah er sie an.

»Die Wunden brennen«, antwortete Elly. »Aber ich glaube nicht, dass etwas gebrochen ist.«

»Hoffentlich«, sagte Mike und legte den Fuß seiner Schwester wieder so behutsam ab, wie er ihn hochgehoben hatte.

Elly richtete sich langsam auf und schaute besorgt ins Gesicht ihres Bruders.

»Und du?«

»Alles so weit in Ordnung«, versuchte Mike sie zu beruhigen. »Bis auf die blutende Wunde hier! Und mein linker Arm tut weh.«

Er drehte ihn langsam mit schmerzverzerrter Miene.

»Verdreht oder verstaucht«, vermutete er. »Gebrochen glaube ich nicht.« Anschließend zeigte er ihr sein Bein. Auch dabei verzog er sein Gesicht. Wieder durchzuckte ein stechender Schmerz seinen linken Arm, der aber so schnell wieder verschwand, wie er gekommen war.

»Geht schon«, versuchte er, Elly zu beruhigen. »Hast du die anderen gesehen?«

Elly schüttelte den Kopf. Mike formte seine rechte Faust wie einen Trichter vor dem Mund und rief nach den beiden vermissten Jungs. Doch niemand antwortete.

Ernst schauten Mike und Elly sich an.

Mike reichte ihr seinen heilen rechten Arm. »Kannst du aufstehen?«

Elly nickte ihm zu und erhob sich, wobei sie sich an Mikes rechter Schulter abstützte. Dann half sie umgekehrt ihm, aufzustehen. Sich gegenseitig stützend, standen sie nun nebeneinander und konnten ein etwas größeres Stück in dem sie umgebenden grünen Dickicht überblicken.

»Es wird bald dunkel!«, stellte Mike fest. »Wir müssen den ganzen Tag hier bewusstlos gelegen haben.«

»Da!« Elly zeigte zum Flugzeug. Mike erkannte aber erst auf den zweiten Blick, was sie meinte. Ein paar Meter weiter rechts von der abgestürzten Maschine, ungefähr zwei, drei Meter über dem Boden, hing über dem Ast eines gewaltigen Baumes die Leiche ihres Piloten!

Mike hielt vor Schreck den Atem an, Elly sich die Hand vor dem Mund.

»O nein!«, hauchte sie. »Der arme Luiz!«

Mike hatte es die Sprache verschlagen. Er spürte, wie sein Puls zu rasen begann, ihm flau in der Magengegend wurde und sich ein leichtes Schwindelgefühl in seinem Kopf ausbreitete. Denn mit dem Blick auf Luiz drängte sich wieder die Frage auf, was mit Matti und Gabriel geschehen war. Elly ergriff seine Hand und drückte sie fest, dann aber legte Mike seinen Arm um seine kleine Schwester, und sie schmiegten sich schützend aneinander.

Mike konnte den Blick auf die Leiche kaum ertragen, aber er schaffte es auch nicht, wegzuschauen. So standen sie beide für einen Moment still einfach nur da. Nie zuvor in seinem Leben war Mike sich so klein und hilflos vorgekommen wie in diesem Augenblick.