: Andreas Schlüter
: Survival - Der Schatten des Jaguars Band 2
: Fischer Sauerländer Verlag
: 9783733649548
: Survival
: 1
: CHF 6.50
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sie haben den Flugzeugabsturz überlebt. Doch jetzt sind sie verloren im Dschungel! Band 2 der neuen Abenteuerserie von Erfolgsautor Andreas Schlüter: actionreich und atemberaubend spannend! Mit vielen coolen Survival-Tipps und -Tricks! Mike, Elly, Matheus und Gabriel stoßen in den Tiefen des Dschungels auf einen Stamm Indios. Die Kinder schöpfen Hoffnung: Vielleicht können sie ihnen helfen, aus dem riesigen Amazonas-Regenwald heraus zu finden? Doch die Ureinwohner scheinen sich von der Zivilisation fernhalten zu wollen. Sollen die vier Freunde bei ihnen bleiben oder sich wieder alleine den Gefahren des Dschungels stellen? Bei Antolin gelistet Alle Bände der Serie: Band 1: Survival - Verloren am Amazonas Band 2: Survival - Der Schatten des Jaguars Band 3: Survival - Im Auge des Alligators Band 4: Survival - Unter Piranhas Band 5: Survival - Im Netz der Spinne Band 6: Survival - Der Schrei des Affen Band 7: Survival - Von Haien umzingelt Band 8: Survival - In den Krallen des Leguans Serie bei Antolin gelistet

Bevor Andreas Schlüter, geboren 1958, mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. 1994 feierte er mit dem Kinderroman »Level 4 - Die Stadt der Kinder« einen fulminanten Erfolg. Seit über dreißig Jahren ist er als Autor tätig.

Krankheit


Elly lag mit hohem Fieber in der kleinen Hütte, die sich etwas abseits von der großen Gemeinschaftshütte des Indigenenstammes befand. Mike und seine Freunde Matti und Gabriel hatten zuerst nur aus sicherer Entfernung einen Blick auf sie werfen dürfen. Jetzt aber schien der Schamane zu der Überzeugung gelangt zu sein, dass Elly von keiner ansteckenden Krankheit befallen war. Das vermutete Mike jedenfalls. Vielleicht wusste der Schamane auch nichts von ansteckenden Krankheiten, und es hatte einen ganz anderen Grund, dass er und die beiden Brüder nun endlich zu Elly gehen durften. Ellys Stirn glänzte schweißnass. Ihre Augen starrten irgendwo ins Leere, und sie phantasierte vor sich hin. Erst stöhnte sie nur leise, dann brabbelte sie unverständliche Worte und warf ihren Kopf hin und her, bis sie sich schließlich zu beruhigen und einzuschlafen schien. Doch schon im nächsten Moment riss sie erneut die Augen auf, und das Stöhnen und Brabbeln begann von neuem. Bestürzt betrachtete Mike seine Schwester und wandte seinen Blick ratlos und hilfesuchend zu Matti. Immerhin war dessen Vater Arzt. Vielleicht konnte er diese beängstigenden Symptome besser deuten?

Doch Matti zog die Schultern hoch. Er hatte auch keine Ahnung. »Dass sie phantasiert, muss nicht am Fieber liegen«, versuchte er trotzdem, Mike zu beruhigen, »sondern an den Drogen, die der Schamane ihr verabreicht hat.«

»Drogen?«, schreckte Mike auf. Das wäre ja noch schlimmer als die Krankheit, fand er.

Matti winkte ab. »Na ja, letztlich ist jede Medizin eine Droge. In anderen Dosierungen wären die meisten Medikamente, die wir kennen, pures Gift. ›Risiken und Nebenwirkungen‹. Kennt man doch aus dem deutschen Fernsehen. Der Schamane nutzt bestimmte Pflanzen zur Betäubung oder zur Heilung. Wir können froh sein, dass wir offenbar auf einen Stamm getroffen sind, der noch einen alten Schamanen hat.«

Mike verstand nicht so recht, was Matti ihm damit sagen wollte.

Mattis Bruder Gabriel erläuterte es ihm: »Viele indigene Stämme sind vom Aussterben bedroht. Sie werden immer weniger. Und mit ihnen stirbt das Wissen der alten Stämme. Auch hier siehst du, wie klein der Stamm ist.«

Indigene Völker Brasiliens

Früher lebten in Brasilien 11 Millionen Menschen in etwa 2000 verschiedenen Völkern. Hundert Jahre nach der ersten Kontaktaufnahme wurden 90 % der indigenen Völker – der Ureinwohner Brasiliens – durch eingeschleppte Krankheiten wie Grippe, Masern oder Pocken ausgerottet. Weitere Zigtausende starben bei der harten Arbeit als Sklaven auf Zuckerrohr- und Kautschukplantagen.

Mit noch 36000 Angehörigen sind die Tikuna das größte Amazonas-Volk Brasiliens, aber viele Amazonas-Völker haben heute längst weniger als 1000 Mitglieder. Die Awá haben zum Beispiel weniger als 500, die Akuntsu sogar nur noch vier (!) Angehörige.

Die Abholzung des Regenwalds, und damit die Vernichtung des Lebensraums der indigenen Völker, schreitet immer schneller voran. Zudem erkennt die brasilianische Regierung den noch verbleibenden Landbesitz der indigenen Völker nicht als deren Eigentum an. Systematisch werden weiterhin Dörfer abgebrannt und die heimatlosen Bewohner vertrieben, gejagt und getötet.

Gabriel zeigte in Richtung Hütteneingang. »Ich schätze mal, fünfzig Leute oder so. Früher waren das sicher mal