Bernhard von Stein streckte seinen Arm aus und zog Corinna zu sich heran. Beide lächelten zu dem neunjährigen Lutz hinunter.
„Ich glaube“, sagte Bernhard, „dass ich dir zum Geburtstag eine große Freude machen werde. Wart nur ab, mein Junge.“
Lutz bekam kugelrunde Augen. „Papi, nun sag’s mir doch!“, bettelte er.
Bernhard lachte. „Kommt nicht infrage. Dann ist es ja keine Überraschung mehr.“
Corinna nickte. „Auch ich habe noch keine Ahnung, Lutz, was Papi sich ausgedacht hat.“ Sie blickte ihren Mann in komischer Verzweiflung an. „Manchmal wird mir angst und bange vor deiner Fantasie, Liebster.“
Sanft ließ Bernhard Corinnas Schulter los und beugte sich hinunter zu Lutz.
Wie die braunen Augen des Kindes strahlten! Corinna und Lutz, dachte Bernhard, sind meine ganze Welt. Sie sind der Pol, um die sich mein Leben dreht.
„Gute Nacht!“
Wie spitz das kleine Kindergesicht noch war! Lutz hatte tagelang zwischen Leben und Tod geschwebt. Eine schwere Lungenentzündung mit hohem Fieber hatte ihn wochenlang ans Bett gefesselt.
„Nacht, Papi!“ Die schmächtigen Jungenarme pressten sich um seinen Hals.
Dann kam Corinna an die Reihe.
„Mami, schlaf gut! Und morgen darf ich das erste Mal aufstehen?“
Corinna lächelte. „Ja, mein Schatz. Und jetzt träum was Schönes!“
Sie küsste den Jungen auf die Stirn. Eine blonde Locke fiel ihr dabei herab und berührte Lutz’ Wange. Der Junge quietschte.
Bernhard knipste das Licht aus. Dann zog er Corinna aus dem Zimmer. Vorsichtig sah er sich um. Das Kindermädchen räumte anscheinend noch das Badezimmer auf.
Bernhard umfing Corinna und presste sie an sich. Er küsste sie auf Mund und Augen, auf die Stirn und die Wangen.
„Lass mich“, stöhnte Corinna. „Ich bekomme ja gar keine Luft mehr, Bernhard!“
Bernhard ließ sie los. „Bist du gar nicht neugierig, was für eine