1. Kapitel
»Arm am Beutel, krank am Herzen
Schleppt ich meine langen Tage.
Armut ist die größte Plage,
Reichtum ist das höchste Gut!
Um zu enden meine Schmerzen,
Ging ich einen Schatz zu graben.
Meine Seele sollst du haben!
Schrieb ich hin mit eignem Blut.«
– Goethe
Fünfundsiebzig Jahre später. – Der Zug rumpelte über eine Weiche, Schneereste stäubten herab, als er die Zweige eines Baumes streifte. Ab da trat der Wald zurück und gab die Sicht frei. Der Blick ging weit über die weiß und grau gefleckte Landschaft, fing sich an vereinzelten Kiefern, an Gruppen von kahlen Birken und Sträuchern. Hoch oben im Geäst saß unbeweglich ein Raubvogel. Ein Rudel Rehe setzte in langen Sprüngen in die Deckung des Waldes. Das Spätnachmittaglicht ging in Abenddämmerung über. Die